2017

Muerte Espiral – Invocación (2017)

Hinab werden wir gesogen, in die Dunkelheit und den Tod, umgeben von tief brummenden Saiten und erbarmungsloser Rhythmik. Es gibt kein Aufprall, es gibt keine Erlösung – hier sind wir im steten Fall gefangen und müssen Leid wie Druck ertragen. Aber wer diesen Zustand so packend ausformuliert wie das Trio Muerte Espiral, dem folgen wir gerne in die pechschwarze Unendlichkeit. „Invocación“ (Bitte an eine höhere Person) begegnet uns nämlich nicht nur mit einer zähnefletschenden Fledermaus, sondern brachialem Stoner- und Doom-Rock.

Anfang 2017 vom chilenischen Gitarristen Jurel Sónico und der Zeal & Ardor-Bassistin Mia Moustache aus Basel gegründet, ist Muerte Espiral nicht nur ein frisches Kind im Umfeld der harten Rock-Musik, sondern auch eine Ursuppe an Talent und Spielfreude. Mit ihrer eigens aufgenommenen EP darf man noch einen sehr rauen Augenblick im Banddasein erleben und findet zwischen kratzenden Tonspuren, tief gestimmten Saiten und rauschenden Soundwänden herrliche Lieder wie „Mantenlo Real“ oder „Mámba Negra“. Virtuose Gitarrensolos laden den Grunge in zerfetzten Klamotten ein, Geschrei und Wut den Metal.

Man spürt schnell, dass bei Muerte Espiral nicht nur eine weitere Kombo der wilden Musik entstanden ist, sondern ein Projekt voller Leidenschaft und Lust. Ob einzelne Riffs nun psychedelisch nachhallen oder der Gesang wie bei Alice In Chains geschichtet wird (siehe „Cráneo“), „Invocación“ macht immer viel Spass und schon jetzt grosse Vorfreude auf das kommende Album. Die Scheibe soll in wenigen Wochen beim Basler Label Czar Of Crickets erscheinen und bestimmt in mancher Wohnung für schepperndes Mobiliar sorgen.

Anspieltipps:
Mamba Negra, Mantenlo Real, Zahori

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

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MMTH – Paternoster (2017)

Wenn man sich „Paternoster“ zuerst nur anhand der Songnamen nähert, erschliesst sich bereits die Verbindung zu den bekannten Namen im instrumentalen Post-Rock. Man spürt die Absurdität von Mogwai, die Epik von Explosions In The Sky und die Härte von Leech. MMTH (gesprochen Mammoth) zerstören diese Verbindung dann auch mit ihrer Musik in keinem Moment, sondern leben die Tugenden der Stilrichtung immerzu aus. Geboren in einer Garage in Aurich – gewachsen zu einer vollwertigen Band.

Die vier Mitglieder vom MMTH stammen zwar aus den unterschiedlichsten Musikwelten, mit ihrem ersten Album „Paternoster“ kombinieren sie aber die Liebe zu lauten Gitarren, erzählerischen Kompositionen und grosser Dynamik. Bestes Beispiel – nach dem leider etwas zu generischen Einstieg ins Album – ist der Kracher „(It Takes Two To) Tango“: Wilde Riffs, aufbrausendes Schlagzeug, eine Spirale in den Instrumentalhimmel. Da steigt man mit der Band so weit hinauf, dass sich vielleicht viele zu einem Vaterunser hinreissen lassen.

Aber auch komplett losgelöst von irgendwelchen Bezügen zur Kirche kann „Paternoster“ eine gewisse Läuterung mit sich bringen. MMTH haben ein gutes Gespür für wirksame Arrangements und finden genügend Zeit in bekannten Mitteln, um doch zu gefallen. Lieder wie „A Thousand Years“ sind einfach nur schön und zeigen, dass der Post-Rock auch in klassischer Weise immer noch packen kann. Dank einem toll platzierten Klavier und viel Druck ist dieser Einstieg der deutschen Gruppe wirklich geglückt.

Anspieltipps:
Big Mouth, (It Takes Two To) Tango, A Thousand Years

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

Taro – Am I Right Here? (2017)

Viele geben sich den Karten hin und suchen in den Bildern eine Bestimmung und Bedeutung, die Berner Band Taro verzichtet aber auf diesen eher abergläubischen Aspekt und lässt bei ihrem Namen gleich das T weg. Das positioniert die Mannen nicht nur in der Natur, sondern in einer gewissen Standhaftigkeit. Mit ihrem ersten Album „Am I Right Here?“, welches Lieder beinhaltet, die bereits vor vier Jahre ihren Ursprung fanden, zirkeln sie somit nicht nur um den Rock, sondern streuen auch etwas Post-Rock und Pop dazu – mit Gedanken zu Beziehungen und Verluste.

Da passt es perfekt, lastet auf Liedern wie „Rise“ oder „You & Me“ eine gewisse Schwere, verstärkt durch die flächigen Gitarren welche sich gerne vom Synthie begleiten lassen. Taro schwelgen gerne und lassen einzelne Aussagen somit lange nachwirken, nicht selten nähern sie sich dabei an Bands wie Gonzo oder Elbow an. Dank dem tiefen Gesang von Giuliano Cagnazzo fühlt man sich auch in melancholischen Zeiten wie geborgen und schmiegt sich in die Kompositionen. Mit „White Wall“ zeigt die Band, dass man sich auch nicht vor eingängigen Stücken fürchtet, „Meglio Da Solo“ bringt uns Italien etwas näher.

„Am I Right Here?“ trägt zwar im Inhalt und Namen eine gewisse Unsicherheit, Taro positionieren sich mit ihrem ersten Werk aber standfest und überzeugt in der Musikszene der Schweiz. Immer mit einer Lust nach Grösse und Ausdruck, dank gewissen Klängen und instrumentalen Momenten sogar der Wirkung von Leech nahe – und am Ende dann in den Gitarrenhimmel aufsteigend. Zwar fehlt manchmal etwas Druck im Gesang und der Präsentation, die tollen Lieder lassen dies aber verschmerzen. Hier sind Taro, und bleiben uns hoffentlich lange erhalten.

Anspieltipps:
White Wall, Your Plans Are Wild, You & Me

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

Don’t Kill The Beast – Cupid Bite (2017)

Ich will gar nicht zu viele Worte über das Cover verlieren, denn leider kann es mit der Qualität der Musik nicht mithalten – und nein, hinter „Cupid Bite“ verbirgt sich auch kein plattes Werk voller Heavy-Metal-Klischees. Don’t Kill The Beast aus Basel haben sich auf dieser Platte nämlich von einem Soloprojekt des Musikers David Blum zu einer kompletten Band gemausert, die sich zwischen verträumten Pop und sehnsüchtig melancholischem Indie positioniert. Und immer mit viel Gedanken bei der Liebe.

Schliesslich will bereits mit dem Albumtitel der Biss von Amor an eure Körper verteilt werden, eine Aufgabe, die auch gleich Melodien und Kompositionen weiterziehen. Don’t Kill The Beast lassen mit ihren Liedern tolle Gedanken und Gefühle zum schmachtenden Thema aufkommen, ohne jemals platt oder abgenutzt zu klingen. Viel eher verlässt sich die Band auf tolle Gitarren und sattes Thema, „Q/A“ nimmt es mit dem amerikanischen Indie auf, „Loser“ erinnert an My Morning Jacket. Da passt auch der hohe Gesang von Blum perfekt rein.

Nicht alles auf „Cupid Bite“ zieht aber mit schnellem Tempo vorbei, Don’t Kill The Beast lassen sich auch gerne mal verletzt in sehnsüchtigen Popsongs trösten und vergessen die Wut etwas. „All So Sad“ klingt wie es sein Name verheisst, „Magic Wonderland“ nimmt sich die Tugenden der eingängigen Schweizer Rock-Musik und zimmert daraus einen angenehmen Hit. Es ist also klar, dass mehr Musiker hier ganz klar auch mehr Qualität und Dynamik bedeuten. Man sollte sich also nicht vom Monster abschrecken lassen, sondern sich als Zielscheibe für den Pfeil anbieten – ohne Reue.

Anspieltipps:
Magic Wonderland, Cupid Bite, Q/A

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

Being As An Ocean – Waiting For Morning To Come (2017)

Wer in den letzten Monaten das Gefühl hatte, in den Gebieten des Post-Hardcore und Metal werde einfach zu wenig gewagt und zu vieles immer wiederholt, der sollte sich mal genauer mit „Waiting For Morning To Come“ von Being As An Ocean beschäftigen. Die Gruppe aus Kalifornien, welche seit 2011 den Post-Hardcore mit melodischen Teilen und atmosphärischen Kompositionen aufmischt, wagt auf ihrem vierten Album extrem viel – was zuerst etwas verwirrt.

Denn obwohl mit „Black & Blue“ gleich ein herrliches Stück Musik voller Emotion und lauernder Aggressivität zu Beginn auf den Hörer wartet, Being As An Ocean wechseln während den folgenden Stücken die Stimmung und Präsentationsart schier schwindelerregend oft. Zu den bekannten Elementen wie gesprochenen Texten und voluminösen Liedern kommen auch noch effekttechnische Experimente („Eb taht srewop eht“ läuft beispielsweise komplett rückwärts) oder grosse Portionen von sanftem Alternative Rock dazu. Inklusive starker Dynamik und technischer Perfektion.

Wer aber genau hinhört, für den spannen die einzelnen Fäden immer mehr zusammen und ein dichtes Netz an Musik, Ausdruck und Möglichkeit entsteht. Being As An Ocean wagen es, ihre harte Musik komplett neu zu konstruieren und haben dabei grossartige Lieder wie „OK“ oder „Thorns“ erschaffen. Persönliche Inhalte und der neue Gitarrist/Sänger Michael McGough haben „Waiting For Morning To Come“ mehr als gut getan und aus einer harten Gangweise eine Erlebnisreise geschaffen. Es muss ja nicht immer alles bluten.

Anspieltipps:
Black & Blue, OK, Thorns

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

Cry Electric – Synapses (2017)

Wer braucht schon Bühnen zwischen den Pyramiden, millionenschwere Filme oder eine Laserharfe um mitreissende Musik zu produzieren? Cry Electric aus dem Aargau geht nämlich mit seinen Tracks einen ähnlichen Weg wie Jean-Michel Jarre oder Vangelis, verfällt dabei aber nie dem Grössenwahn oder der blendenden Esoterik. Viel mehr ist seine Musik eine Verneigung vor Synthie-Grosstaten und ein buntes Spielfeld voller offener Grenzen. Das zeigt sich auch seinem dritten Album „Synapses“, welche zugleich ins All wie auch in die innersten Atome des eigenen Körpers entführt.

Aber genau dies war ja immer die Stärke der elektronischen Musik, das adaptive Wirken. In Tracks wie dem Titelstück oder „Shadows With No Dreams“ gleitet man zugleich durch die kleinsten Bausteine des Lebens, wie zwischen Pulsaren und schwarzen Löchern umher. Der Musiker Cristoforo Campa, geboren im Kanton Zürich, nutzt diese Bilder als Cry Electric um treibende Lieder zwischen Ambient, Dance und Electronica zu schreiben. Kompositionen wie „Impacting The Dream Of Living“ fühlen sich immer leicht und luftig an, die Beats schlängeln sich zwischen den Sequencern geschickt durch.

„Synapses“ findet dabei immer den Ausgleich zwischen tanzbaren Momenten und schwelgerischen Klangfabrikationen und Cry Electric lässt seine langjährige Erfahrung überall durchscheinen. Diese Scheibe ist somit die perfekte Alternative für alle Leute, welche von den grössen des Genres zu oft enttäuscht wurden und gerne in den klassischen Gebieten der Electronica schwelgen und sich in Flächen betten lassen.

Anspieltipps:
Shadows With No Dreams, Impacting The Dream Of Living, Synapses

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

Ester Poly – Pique Dame (2017)

„Slutwalk“ räumt gleich einmal auf mit der Doppelmoral und dem überheblichen Getue gewisser männlicher Figuren. Somit ist von Anfang an klar, dass es hier nicht um liebliche Folgsamkeit sondern lärmige Positionsbestimmung geht – egal wie viele Experimente und Explosionen dazu nötig sind. Und Ester Poly wagen echt vieles auf ihrem ersten Album „Pique Dame“, wirklich verorten und definieren lässt sich ihre Musik nämlich nicht. Fest steht aber, dass dieses Duo (Martina Berther am Bass, Béatrice Graf am Schlagzeug) genau so lustvoll die Stilrichtungen mischt, wie frei improvisiert.

Seit 2013 musizieren die beiden Frauen zusammen und haben es nun endlich geschafft, als Ester Poly eine Platte zu veröffentlichen. Und was man darauf hören kann greift von Jazz-Rhythmen über scheppernde Punk-Bässe bis hin zu politisch und gesellschaftlich aktivistischen Texten. „La Vie En Rose“ ist eine perkussive Meditation, „Big Bang“ eine psychedelische Steigerung. Was jedes Lied auf „Pique Dame“ verbindet ist die raue und unverblümte Produktion, alles scheppert und kratzt. Schnell fühlt sich die Musik also so an, wie da Covermotiv daherkommt: Leicht absurd und mit gewisser Verletzungsgefahr.

Es ist nicht so leicht, aus dem Untergrund an die Masse zu gelangen, ohne sich selbst und seine Musik zu verleugnen. Ester Poly habe mit ihrem Debüt aber die Gratwanderung geschafft und zeigen hier Lieder, die wild und verständlich zugleich auftreten. Dank langjähriger Erfahrung und viel Talent gelingt es dem Duo aus Chur und Genf, auch merkwürdigste Anwandlungen greifbar zu machen und in lauten Momenten wie „The Rise Of The Witches“ zu brillieren. Für alle die sich immer wieder gerne überraschen lassen, ist „Pique Dame“ eine schier unendliche Fundgrube.

Anspieltipps:
Slutwalk, La Vie En Rose, The Rise Of The Witches

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

Girls In Hawaii – Notcurne (2017)

Man hört es bereits den ersten Klavier- und Gitarrenklängen auf „Nocturne“ an: Der Schwere und Traurigkeit sind Girls In Hawaii auch auf ihrem fünften Album nicht entkommen. Der Verlust des ehemaligen Schlagzeugers schwebt immer noch merklich über den Songs, auch wenn sich die Band mit diesem Werk klar versucht, in der Zuversicht und der Fröhlichkeit zu positionieren. Melancholie und Langsamkeit waren aber schon immer gute Freunde der Belgier, das zeigen auch wieder Lieder wie „This Light“ oder „Up On The Hill“.

Dass ihre Indie-Musik aber nun oft sehr elektronisch auftritt, das verwundert schon etwas, wenn man Girls In Hawaii auch live kennt. Denn was auf der Bühne zu einer wahren Flut an Gitarrenflächen werden kann, zeigt sich auf „Nocturne“ oft sehr reduziert und zurückhaltend. Harmonien und Kompositionen werden zaghaft geformt, Stimmen und Instrumente mit Effekten verfremdet. Das kann sehr wohl super aufgehen, siehe „Guinea Pig“ oder das wunderbar treibende „Indifference“, wirkt aber oft auch etwas zu schlaff. Mit Prisen des Synthie-Pop und Verneigungen vor Namen des Alternative Untergrundes funkelt es aber immer wieder.

So ist „Overrated“ die Art von Musik, die man sich von Girls In Hawaii etwas mehr wünschen würde, und „Walk“ ist ihr persönlicher Versuch, einen Pop-Hit zu schreiben. Das hat leider nicht wirklich geklappt, die Intention ist aber auch nicht ganz ernst gemeint. Und wenn die Mannen zu den mehrstimmigen Gesangspassagen aufbrechen, ihre Fahrzeuge aus Gitarren und Keyboards zimmern und durch bunte Landschaften streifen – dann grinst man zufrieden. Für einen wirklichen Knaller fehlt der Platte aber etwas der Druck und die Lust an der Lautstärke, somit versinkt die Band etwas zu stark im Hintergrundrauschen.

Anspieltipps:
This Light, Indifference, Up On The Hill

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

The RK – Resonate (2017)

Viel hat das Projekt The RK nicht mehr mit dem eigentlich Namensgeber Richard Kingston zu tun. Denn im Gegensatz zum leicht durchgeknallten Brite will Jasmin Albash mit ihrer neusten EP „Resonate“ nicht sich selber retten, sondern die Welt mit ihrem elektronischen Soul wieder mehr zusammenschweissen. Ausgestattet mit Loops, leicht trippigen Beats und einer umgarnenden Stimme könnte dies mit den fünf neuen Stücken auch gelingen.

Hier wird nämlich Pop, Electronica und Regelfreiheit mit ausdruckstarker Musik verbunden, die Albash mit Unterstützung von Simon Wunderlin in Kleinarbeit perfekt formt. „Battle“ stützt sich dabei auf Bässe und klare Rhythmen, der Titelsong sucht seine Freiheit in Flächen und viel Hall – ohne die Bodenhaftung zu verlieren. Und mit „Soul On Buttons“ beweisen The RK auch, dass weder direkte Kompositionen noch Hitpotential Fremdwörter darstellen. Viel eher wird hier mit allen Elementen gespielt und auch Experimentelles zugelassen.

Sicher bewegt sich „Resonate“ immer in der Nähe zur allgemein zugänglichen Musik und The RK stossen mit dieser neuen EP bestimmt niemanden vor den Kopf. Schön ist es aber zu hören, dass in der Schweiz immer mehr starke Künstlerinnen an die Oberfläche stossen und ohne Bedenken ihr Herzensprojekt voranbringen. Wer sich also von eingängigen Melodien und elektronischen Klängen gerne bezirzen lässt, der wird seine Seele gerne in diese Lieder betten.

Anspieltipps:
Free Myself, Soul On Buttons, Battle

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

We Are Wolves – Wrong (2017)

Dass Wölfe machen was sie wollen, das sollte eigentlich klar sein. Trotzdem verwundert es immer wieder, mit wie viel Selbstverständlichkeit und Eigensinn We Are Wolves aus Kanada ihre Musik angehen. Seit 2000 schreiben und spielen sie ihre Songs, mit jedem Jahr mit weniger Zurückhaltung und Rücksicht auf gewisse Richtlinien oder Formeln. So ist auch „Wrong“ wieder ein lebhaftes Album zwischen Indie und tanzbarem Punk, immer mit viel Biss.

Lieder wie „In The Land Of The Real“ dürfen dreckig und zähnefletschend durch die kalten Wälder streichen, „I Don’t Mind“ steht hingegen auf der Lichtung und tanzt locker durch die ersten Sonnenstrahlen. We Are Wolves sind ein Unikum, eine Band die sich zwar gerne mit leichtem Indie-Rock vergnügt, aber Experimente und Dance gleich dazu holen und alles mit viel Feedback und Verzerrung wieder ausspucken. Die Single „Unknown Flowers“ hatte uns letztes Jahr bereits überzeugt, dieses Hochgefühl hat sich nun auch mit dem ganzen Album nicht geändert.

Auch wenn das Trio kurze Zeit getrennt war und schon lange im Business überleben muss, geschadet hat dies We Are Wolves auf keinen Fall. Mit „Wrong“ ist wieder ein Welpen auf die Welt gekommen, das herrlich pochende Rhythmen in sich trägt („Cynical“) wie auch schwarz gefärbte Riffergüsse. Ein Werk also, das zarte Gänger der Indie-Disco zwar etwas einschüchtert, aber allen anderen eine wunderbar abwechslungsreiche Nacht bietet. Lasst uns gemeinsam heulen.

Anspieltipps:
Cynical, I Don’t Mind, Unknown Flowers

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.