Soul

The RK – Resonate (2017)

Viel hat das Projekt The RK nicht mehr mit dem eigentlich Namensgeber Richard Kingston zu tun. Denn im Gegensatz zum leicht durchgeknallten Brite will Jasmin Albash mit ihrer neusten EP „Resonate“ nicht sich selber retten, sondern die Welt mit ihrem elektronischen Soul wieder mehr zusammenschweissen. Ausgestattet mit Loops, leicht trippigen Beats und einer umgarnenden Stimme könnte dies mit den fünf neuen Stücken auch gelingen.

Hier wird nämlich Pop, Electronica und Regelfreiheit mit ausdruckstarker Musik verbunden, die Albash mit Unterstützung von Simon Wunderlin in Kleinarbeit perfekt formt. „Battle“ stützt sich dabei auf Bässe und klare Rhythmen, der Titelsong sucht seine Freiheit in Flächen und viel Hall – ohne die Bodenhaftung zu verlieren. Und mit „Soul On Buttons“ beweisen The RK auch, dass weder direkte Kompositionen noch Hitpotential Fremdwörter darstellen. Viel eher wird hier mit allen Elementen gespielt und auch Experimentelles zugelassen.

Sicher bewegt sich „Resonate“ immer in der Nähe zur allgemein zugänglichen Musik und The RK stossen mit dieser neuen EP bestimmt niemanden vor den Kopf. Schön ist es aber zu hören, dass in der Schweiz immer mehr starke Künstlerinnen an die Oberfläche stossen und ohne Bedenken ihr Herzensprojekt voranbringen. Wer sich also von eingängigen Melodien und elektronischen Klängen gerne bezirzen lässt, der wird seine Seele gerne in diese Lieder betten.

Anspieltipps:
Free Myself, Soul On Buttons, Battle

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

Son Lux – Brighter Wounds (2018)

Eine gewisse Schwere lastet auf Ryan Lott, das spürt man nach wenigen Sekunden von „Forty Screams“. Das eröffnende Lied des fünften Albums dieses talentierten Künstlers thront mit wuchtigen Synthieflächen und bedrückender Stimmung über unserer Wahrnehmung. Son Lux widmet sich erneut der Balance von Leben und Tod, den Schwierigkeiten von Verlust und die Probleme mit der Liebe. Erzählt in einem Album voller unvorhersehbarer Lieder und Experimenten, dieser Pop ist wahrlich anders.

„Brighter Wounds“ verlangt vom Hörer einiges: Man muss sich für die Musik Zeit nehmen, sollte nicht über die wechselnden Takte stolpern und mit scheinbar leidendem Gesang gut auskommen. Soul wird mit Indie und Electronica zu einer futuristischen Stilrichtung vermengt, Instrumente ihrem typischen Klang enteignet und zusammen mit viel Effekten zu neuen Daseinsformen geführt. Da ist es schon fast verwirrend, wenn man plötzlich wieder analog gespielte Gitarren und Schlagzeug vernimmt. Aber genau diese Wechselwirkung stand schon immer im Zentrum von Son Lux.

Wenn sich die Maschinen in „Surrounded“ erheben, „All Directions“ James Blake lockt oder „Dream State“ normale Songstrukturen kapert, dann wachsen Son Lux über Konventionen heraus und formen ihre völlig eigenen Welten. Und sobald man den Zugang zu diesen Kreationen gefunden hat, wird man gewisse Momente und Melodien noch lange mit sich tragen. So modern und spannend kann Indie sein, ohne immer in die gleich langweiligen Schemen abzudriften. Und wer hätte gedacht, dass drei Männer wie ein grosses Orchester klingen können, nur um dann mit „Aquatic“ gleich wieder die leisen Radiohead zu beschwören?

Anspieltipps:
Dream State, The Fool You Need, Surrounded

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

Warhaus – Warhaus (2017)

Band: Warhaus
Album: Warhaus
Genre: Indie / Jazz

Label/Vertrieb: Play It Again Sam
VÖ: 13. Oktober 2017
Webseite: warhausmusic.com

Ein Indie-Popper als Crooner, eine Gruppe von Musikern, die sich als Jazzkombo tarnt, ein Nebenprojekt, das plötzlich grösser wird als die Hauptband – ja, Maarten Devoldere kennt sich aus mit Fassaden und aufgehübschten Halbwahrheiten. Dass er aber mit seinem zweiten Warhaus-Album gleich beweist, dass die Welt sich immer wieder von Schmerz und Schock erholen kann, das verwundert doch etwas. Denn „Warhaus“ zementiert die Stellung dieses Balthazar-Nebenprojektes als Leonard Cohen der neuen Generation.

Die zweite und bereits ein Jahr nach dem Debüt erscheinende Platte handelt im Grunde von einem plumpen Thema: Sex und was die Menschen dafür alles anstellen. Es ist aber Devolderes Talent als Songschreiber und Dichter zu verdanken, dass Warhaus nie als Truppe der billigen Künste dastehen. Bereits mit „Love’s A Stranger“ wird klargestellt: Hier spielen Erotik und langsamer Jazz die Schattenrollen der stilvollen Nachtclubs. Gemächlich schunkeln die Takte, Gitarre und Bass ordnen sich oft dem Rhythmus unter. Und dazu natürlich der Gesang.

Warhaus lebt stark vom gewaltigen Ausdruck der tiefen Stimme von Maarten Devoldere und seinem Gegenstück, Partnerin und Verlockung Sylvie Kreusch. Gemeinsam zirkeln sie durch Perlen wie „Dangerous“ oder „Fall In Love With Me“, geben sich verrucht und dandyhaft. Es ist ein Spiel mit den Rollen, ein romantisches Jonglieren mit Liebe und Anziehung, ein Album, das so junge Musiker eigentlich gar nicht schreiben dürften. Somit ist „Warhaus“ das wohl attraktivste Werk in diesem Jahr und ein Befreiungsschlag für die Beteiligten und die Indiemusik.

Anspieltipps:
Love’s A Stranger, Well Well, Dangerous

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

Jim James – Eternally Even (2017)

Jim James – Eternally Even
Label: Capitol Records, 2017
Format: CD
Links: Discogs, Künstler
Genre: Alternative Rock, Psychedelic

Jim James, du weisst einfach, was ich benötige. Als ich dich in deiner Funktion als Frontmann von My Morning Jacket kennen gelernt habe, da war ich hin und weg von der musikalischen Tiefe der Band und deiner gerne in die hohen Lagen ausrutschenden Stimme. Somit war für mich eigentlich bald klar: Alles mit deinem Namen auf der Verpackung wird blind gekauft. Aber es benötigte ein paar Jahre, bis mich deine Musik wieder so wuchtig umhaute wie damals bei „Z“ – und jetzt ist dein zweites Soloalbum „Eternally Even“ da.

In deinen Songs mischst du sehr gerne den alternativen Rock mit Ideen und Eigenschaften des Psychedelic – holst Soul und Funk dazu und zauberst etwas andersartig wirkendes auf den Plattenteller. Lieder wie „Same Old Lie“ atmen den Geist der Pioniere, stehen in buntem Kostüm da und bieten sowohl Orgel, Gitarre, Streicher wie auch einem Chor Platz. Nie sind Momente wie „In The Moment“ überladen, sondern atmen dank dem starken Songwriting frische Luft. Und wenn du mit dem Zweiteiler „We Ain’t Getting Any Younger“ die instrumentalen Versprechen mit emotionalen Gesanglinien einlöst, dann strahle ich.

„Eternally Even“ malt aber keine falschen Bilder, vielmehr benötigt die Scheibe Aufmerksamkeit und Auseinandersetzung – und wächst als Gegenleistung ins Unermessliche. Jim James, ich könnte dich für „Here In Spirit“ oder „Hide In Plain Sight“ ewig umarmen und finde es sogar spannend, dass du auf diesem Album fast nur in tiefen Lagen singst. Das erinnerte mich manchmal etwas an Richard Ashcroft, aber im Gegensatz zu diesen Assoziationen blutet deine Musik Liebe. Auch wenn du in Zukunft keine Musik mehr machen willst, mit diesem Album hast du für mich ein Meisterwerk aufgenommen.

Anspieltipps:
Same Old Lie, We Ain’t Getting Any Younger Pt. 1+2, In The Moment

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

James Blake – The Colour in Anything (2016)

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James Blake – The Colour in Anything
Label: Polydor, 2016
Format: CD
Links: Discogs, Künstler
Genre: Dubstep, Pop, Soul

Wenn man drei Jahre auf ein neues Album warten muss, dann freut man sich sehr, wenn die neuste Veröffentlichung nicht nur wenige Stücke enthält. Doch James Blake, der Superstar der tieftraurigen Electronica, schiesst mit „The Colour In Anything“ gleich einen Vogelschwarm ab – sein drittes Werk ist über 70 Minuten lang. Das mag jetzt zu lang und zu massig erscheinen, der Künstler wird seinem Ruf aber gerecht und vermag seine emotionale und sanfte Version von Dubstep über die gesamte Länge zu tragen.

Sicherlich, es gibt einige Lieder bei denen man sich nicht sicher ist, wie man deren Unterschiede jetzt genau formulieren soll. Doch James Blake nimmt mit seiner Stimme und seinem Songwriting sofort wieder gefangen. Es gibt keinen anderen Musiker, der elektronische Lieder so stark von ihrem Ursprung in der tobenden Clubmusik gelöst und mit so viel Atmosphäre und Gefühl aufgefüllt hat. Bereits „Radio Silence“ zeigt gleich zu Beginn, dass das Leben nicht immer strahlend ist und Soul sehr wohl mit Electronica zusammenpasst. Mal greifen die Beats stärker ein, mal beherrscht nur der Gesang das Geschehen – doch immer ist Blake dabei offen und grundehrlich. Eine Entblössung der Seele, das Innerste wird nach aussen gekehrt.

„The Colour In Anything“ wirkt zwar eher grau und neblig, weiss aber doch zu scheinen. Die tief wummernden Frequenzen fehlen gegenüber früheren Veröffentlichungen von James Blake zwar etwas, seine Erzählungen und Klavierstücke suchen aber immer noch ihresgleichen. Somit ist auch diese Scheibe wieder wunderbar traurig, wenn auch sich der Genuss besser in mehrere Gänge unterteilen lässt. Aber so bleibt uns genügend Nahrung bis zur nächsten Grosstat und die dunkeln Jahreszeiten werden mit viel Melodie gefüllt.

Anspieltipps:
Radio Silence, I Hope My Life (1-800 Mix), I Need A Forest Fire

Róisín Murphy – Take Her Up To Monto! (2016)

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Róisín Murphy – Take Her Up To Monto!
Label: Play It Again Sam, 2016
Format: CD in Digipak
Links: Discogs, Künstlerin
Genre: Electronica, Pop, Soul

Wahre Kunst folgt einer geschickten Narration, vergisst dabei aber auch nicht die Komplexität. Besonders beim Theater oder im Arthouse-Film vermischen sich dazu die Mittel und Ebenen, das Resultat wird fordern und zugleich belohnen. Róisín Murphy stand schon immer mit einem Fuss in dieser Kunstwelt, egal ob sie bei Moloko Poplieder sang oder nun als Solokünstlerin die Musikwelt von hinten aufrollt. Verwunderlich ist nur, dass ihre Arbeitsgeschwindigkeit plötzlich höher ist, als man es sich je erträumt hätte. Denn bereits ein Jahr nach ihrem phänomenalen „Hairless Toys“ erscheint mit „Take Her Up To Monto“ der Nachfolger – und was für einer.

Die Kompositionen auf der neusten Scheibe entstanden zur selben Zeit wie „Hairless Toys“ und atmen dessen Art-Pop-Atmosphäre. Doch nun geht Róisín Murphy noch einen Schritt weiter und sprengt alle Ketten und Mauern. Ihr Ansatz, Musik nicht als gefügiges Medium voller voraussehbarer Resultate zu sehen, bringt auf diesem Album elektronische Experimente, Pop-Melodien, Soul-Gefühl und weit greifende Erzählstrukturen zusammen. Stücke wie „Mastermind“ sind keine normalen Geschöpfe, sondern offenbaren viele Schichten und Katharsis. Beim Hören fühlt man sich nicht vor einer Band, sondern in der vordersten Reihe eines Theatersaals oder Opernhauses. Jedes Lied erzählt eine Geschichte, immer im Wandel und immer forschend.

Róisín Murphy hat sich losgesagt von eingängigen Refrains und sofort bejubelten Kompositionen – Ausnahmefall ist hier das treibende „Lip Service“. Viel mehr aber erlebt man mit „Take Her Up To Monto“ eine vollendete Metamorphose von der Musikerin zur grossen Denkerin. Als würde man die alles entscheidende Ausstellung einer Künstlerin in einer architektonisch brillanten Galerie betrachten. Die Musik ist immer überraschend und lohnenswert, das Album verlangt nach vielen Besuchen. Theater-Pop als neue Definition und Messlatte, für ein besseres Leben und mehr Anspruch.

Anspieltipps:
Mastermind, Ten Miles High, Sitting And Counting

Plattenwichteln 2015 / 45rpm

Wichteln hat eine lange Tradition, bereits im Kindergarten und der folgenden Schulbildung suchte man sich ein „Opfer“ und schenkte dem während der Adventszeit extrem brauchbare Dinge. Das sorgte nicht nur für Verwirrung und Spannung, sondern auch Freude und weckte den Detektivgeist. Als Erwachsener bietet sich diese Tätigkeit natürlich immer noch an, ob am Arbeitsplatz, unter Freunden oder via Internet – das Wichteln lebt wieder auf. Die lieben Leute von 45rpm dachten wohl genau so, und nahmen die Musiknarren, oder noch genauer die Vinylfanatiker ins Visier. Mit dem Plattenwichteln wurde eine wundervolle Idee ins Leben gerufen, unbekannten Leuten Musik zu schenken, die einem selber am Herzen liegt. Ich überlegte nicht lange und meldete mich an, kurz vor Schluss aber – somit reichte es leider nicht mehr, die tolle Aktion auf diesem Blog vorzustellen.

An den Weihnachtstagen erhielt ich dann ein Paket von meiner Wichtelin. Die Spannung stieg enorm, was für Alben erwarten mich wohl? Besitze ich die Scheiben bereits, oder mag ich die Musik gar überhaupt nicht? Alle Ängste stellten sich als unbegründet heraus, denn Cathya schenkte mir etwas wundervolles:

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Curtis Mayfield – „Superfly“
Mayfield war mir natürlich schon vor dem Erhalt der Platte ein Begriff. Trotzdem ist dies nun das erste Album, dass ich von ihm in der Sammlung habe. Der Soundtrack ist wunderbar griffig und macht Spass, ein typisches Produkt der 70er – Blaxploitation hurra. Der OST war damals wegweisend, kombinierte der Künstler doch Soulmusik mit einem textlichen Konzept über harte Themen wie Armut und Drogen. Die Lieder sind aber nicht tonnenschwer, sonder lassen sich locker hören und dazu tanzen. Auch ohne den Film zu kennen entfaltet „Superfly“ seine Magie, den namensgebenden Titelsong kennt wohl jeder.

Bob Seger & The Silver Bullet Band – „Nite Tonight“
Unterhaltung satt bietet auch „Nite Tonight“, völlig unbeschwert und frech wie es halt in den 80er beim Pop-Rock war. Bob Seger und seine Band spielen kompakt und energetisch auf, jeder Song wird von den Leuten frenetisch gefeiert. Obwohl die Aufnahmen von diversen Konzerten stammen, entsteht beim Hören ein wunderbarer Fluss. Sicherlich ist diese Musik nicht sonderlich anspruchsvoll, aber Spass macht es auf jeden Fall. Ein Hoch auf die Keyboards und Saxophone! Von Seger befand sich bis anhin auch nichts in meiner Sammlung, somit ist auch diese Platte eine tolle Ergänzung in meinem Regal.

Weitere Impressionen von Beschenkten und verteilten Platten gibt es hier.
Bleibt abschliessend nur noch zu sagen, dass 2016 diese Aktion hoffentlich wiederholt wird. Spass und Freude machte es mir total, und ich hoffe mein Geschenk fand auch Anklang.

Sissy Fox – Skip The Universe (2015)

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Sissy Fox – Skip The Universe
Label: Irascible Music, 2015
Format: Download
Links: Facebook, Band
Genre: Experimental-Pop, Soul

Die Welt der Musik stell ich mir gerne wie eine grosse Familie vor. Neue Stilrichtungen sind Kinder älterer Genres, Musiker sind verwandt durch ihre gemeinsamen Platten und Konzerte. Dank dieser Betrachtungsweise ergeben sich immer wieder wunderbare Assoziationen, auch Sissy Fox bleibt davon nicht verschont. Joana Aderi versteckt sich hinter dem tierischen Namen und klingt für mich wie die Grossenkelin von Yello, nachdem sie einen wilden Nachmittag mit Lily Allen in der Grossstadt verbracht hat. Die Mädels haben in diesen Stunden nicht nur die Gehwege mit Kreide bemalt, sondern im Instrumentenladen wild auf den Synths herumgedrückt.

„Blue Soul“ eröffnet das Album zwar unter anderen Vorzeichen: Bläser und gemächlicher Rhythmus des Stückes erinnern eher an Jazzpop, um dann langsam von Keyboards unterwandert zu werden. Grenzen werden schnell durchbrochen und der Knigge in viele Stücke zerrissen, Sissy Fox drehen auf und laden zu einer bunten Party ein. „Skip The Universe“ ist die erste Fete der frischen Schweizer Band, Einladungen wurden in alle Richtungen versandt. Somit begegnet man auf der Tanzfläche nicht nur Elefanten und Krokodilen, sondern die Musik im Hintergrund wagt Experimente und abenteuerliche Stilmischungen. Mit „Crocodile“ übernimmt der Electro-Rap die Kontrolle und lässt sich von Punk kapern. Eine Veränderung, die nicht nur passt, sondern perfekt platziert ist. Egal wie oft die Scheibe Richtung und Stimmung wechselt, nie stossen die Bandmitglieder den Hörer vor den Kopf oder fallen waghalsig in den Abgrund. Dank der wunderbaren DIY-Attitüde sind die Lieder immer genügend verrauscht, ungehobelt und besitzen eine raue Oberfläche. Lack findet man keinen, dafür aber bunten Glitzer und farbige Perücken. Wer mit solch vielen Dingen zugleich hantiert, der macht natürlich auch Fehler. Doch Sissy Fox gelingt es in jedem Lied unbeschadet weiterzutanzen, ohne das man es ihnen übel nimmt. Tracks wie „Young When The Rain Falls“ ziehen sich zwar etwas hin, lassen dafür aber Luft holen für Momente wie den Balkaneinfluss beim Titellied.

Bringt man auf Partys gerne etwas mit, dann lohnt sich hier am ehesten eine Wundertüte oder Tischbombe. Nur so kann man der Vielfalt und der Fröhlichkeit von „Skip The Universe“ gerecht werden. Die zwei Frauen und zwei Männer hinter Sissy Fox haben ein wunderbar verspieltes Debüt erschaffen. Kleine Kinderkrankheiten liessen sich nicht vermeiden, aber die Platte ist ein Zeugnis von Ideenreichtum. Eine Gruppe, die nicht nur den Schweizer Musikmarkt aufmischen könnte und somit auch in Zukunft eine Betrachtung wert ist.

Anspieltipps:
Crocodile, Marathon, Don’t Think Of An Elephant