Allgemein

Swans – The Great Annihilator (1995)

Swans – The Great Annihilator 
Label: Young God Records, Remaster 2017
Format: Download
Links: Discogs, Band
Genre: Noise-Rock, Alternative

Es war schon fast das letzte Aufbäumen vor der Auflösung und genau darum auch ein fantastischer Ritt durch alle bandbestimmenden Qualitäten. Der grosse Vernichter stellt sich allem entgegen und ist eines dieser wilden Alben, die nur Swans kreieren können. Ursprünglich 1995 veröffentlicht, erscheint nun eine klanglich aufpolierte Version von „The Great Annihilator“ mit zusätzlichem Live-Song und dem kompletten „Drainland“-Album von Michael Gira. Aber eigentlich bietet schon das ursprüngliche Werk mehr als genug Material zum Lärmen und Staunen, oder Sich-am-Kopf-kratzen.

Denn mit dieser Platte wagten Swans einen Seiltanz zwischen zugänglichem Material wie „Warm“, welches schon fast angenehm anzuhören ist – nur um dann gleich wieder in die kaputten Gebiete des alternativen und lärmenden Rock abzustürzen. Mit vielen Gitarrenspuren, hypnotischen Wiederholungen, einer rumpligen Rhythmusfraktion und mehreren Stimmen wandelt man in den Gängen eines Irrenhauses und findet plötzlich den sonnigen Innenhof. „Mind/Body/Light/Sound“ steht als Kumulation aller Zutaten in perfekter Form auf dem Platz.

Was hier aus gewalttätiger Rock-Musik, verwirrenden Klängen und angriffigen Ausformulierungen zu einem fantastischen Ritt wird, das verbarg sich im tiefen Inneren von Swans-Frontmann Gira. Trotz schwieriger Entstehungsgeschichte wirkt das Album vollendet und lockt mit seinen kurzen Liedern. Zwar fehlt hier noch etwas die erlösende Wirkung der neueren Scheiben, mitreissend ist „The Great Annihilator“ aber immer. Und wer dann komplett in die Dunkelheit abstürzen will, der hört mit „Drainland“ die seelischen Abgründe der Menschheit und die obskure musikalische Aufarbeitung des Alkoholismus.

Anspieltipps:
I Am The Sun, Mind/Body/Light/Sound, The Great Annihilator

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

Besichtigung X-Tra Zürich

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Interessanterweise war es anhand der Bilder, welche vorab der Presse zugestellt wurden, schwierig, grosse Veränderungen festzustellen. Allerdings waren die meisten Kontakte mit dem Gebäude an der Limmatstrasse in Zürich auch eher nächtlich und mit eingeschränkten Lichtverhältnissen. Für einmal aber besuchte ich das Kulturlokal X-Tra auf direkte Einladung der Betreiber, es wurde zur Besichtigung der Räumlichkeiten nach dem Umbau geladen. Und bereits vor dem Eintreten in das Foyer fiel auf, wie hell und aufgeräumt das Gebäude nun wirkt.

Architekt Urs Baumann wurde beauftragt, das 1931 von Karl Egender erbaute Limmathaus neu glänzen zu lassen – ohne die Vielfältigkeit der Events zu beeinträchtigen. Die Auffrischung beschränkt sich zwar nur auf das Innenleben, doch mit einigen geschickten Anpassungen wurde hier vieles erreicht. Verschwunden sind die bunt angestrichenen Wände, die Plattenböden und die massigen Deckenkonstruktionen – neu herrscht im X-Tra wieder der Geist des Bauhaus-Stils. Graue und schwarze Wände wechseln sich mit Holzverkleidungen und weissen Flächen, Wände und Brüstungen können auf unterschiedliche Arten beleuchtet und angestrahlt werden.

Somit ist es weiterhin möglich, in dem Gebäude eine Plattform für dunkle Konzerte, heitere Discos und förmliche Tagungen zu bieten. Auch sind dank sechs Räumen mit unterschiedlichen Kapazitäten alle Möglichkeiten einer Veranstaltungsgrösse möglich – ob Meeting mit 80 Teilnehmern oder ein Auftritt eines Musikers mit 700 Fans, hier passt alles rein. Und dank dieser Ausgangslage tat die architektonische Auffrischung Wunder, auch wenn man gewisse Details oder Bauteile im alten Zustand liess. Doch wer will schon einen Gothic-Event besuchen, wenn alles blitzt und neu aussieht?

Genau dieser Umstand, verbunden mit den guten Einfällen von Urs Baumann, lässt mich abschliessend sagen, dass die Renovation wahrlich geglückt ist. Das X-Tra zeigt sich nun wieder seinem Entstehungsjahr angemessen und in passender Kleidung. Der Besuch lohnt sich somit nicht nur für Musikliebhaber, sondern auch Hochbauzeichner und Konsorten.

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

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Foyer & Garderobe

Fête des Lumières 2016 in Lyon

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Fête des Lumières
Lichterfest in Lyon
Samstag 08. Dezember 2016

Jedes Jahr im kalten Dezember macht man in Lyon die Nächte zum Tag und feiert ein ganzes Wochenende lang das Licht. Das „Fête des Lumières“ lockt seit vielen Jahren nicht nur alle Bewohner der Stadt aus ihren Häusern, sondern auch viele Touristen aus der Nachbarschaft und dem Ausland in die Gassen. Im Gegensatz zu anderen Paraden und Aktivitäten stellt dieses Fest aber nicht eine billige Darbietung mit Kerzen unter Statuen dar, sondern ist eine moderne Reise zwischen Kunst und Wirkung.

Aufgrund der aktuellen Situation wurde das Fête des Lumières in diesem Jahr zwar etwas verkleinert, doch für den neugierigen Besucher der französischen Stadt boten sich weiterhin fast 40 Installationen und Experimente zur genauen Betrachtung an. Eine kluge Planung im Vorfeld war nötig, um die nächtlichen und kalten Stunden ohne zu grosse Hektik geniessen zu können. Durch die Menschenmassen war das Vorankommen an gewissen Stellen in der Altstadt schliesslich fast unmöglich, hier musste man sich mit dem Strom treiben lassen. Aber auch so fand man den Weg zu sehr unterschiedlichen und faszinierenden Präsentationen.

So wuchsen vor den Augen der Menschen künstliche Wälder aus den Pflastersteinen, farbig pulsierend zu treibendem Ambient. Weiter vorne am Place Bellecour wurde man optisch und akustisch in die Zeiten der Jahrmärkte und Gaukler entführt und behielt auf dem Riesenrad die Übersicht, nur um am anderen Ende des Platzes von LED-Stäben in die kalte Sci-Fi entführt zu werden. Flackernde Lichter, untermalt von befremdlichen Klängen – Vangelis hatte es bei „Blade Runner“ nicht anders gelöst. Das passte auch zu den tiefen Temperaturen, welche aber in den Massen und zwischen Glühweinbechern nicht so stark zu spüren waren.

Um sich komplett gegen kalte Glieder zu bewahren, gab es aber eine perfekte Möglichkeit: Versteckt neben einer Baustelle wurde ein Betonmischer mit Spiegelstückchen beklebt und somit zu einer riesigen Disco-Kugel umfunktioniert. Dazu liefen über Lautsprecher die passenden Hits und viele Leute liessen sich zu spontanen Tänzchen hinreissen. Allgemein sah man überall in der Stadt lachende Personen, fleissige Fotografen und gut gelaunte Entdecker. Das Lichterfest ist seinen guten Ruf nicht nur wert, auch zeigt es die fantastischen Möglichkeiten der Verbindung von Sound und Licht.

Farben und Helligkeit entfalten mit der Musik ihre grosse Wirkung, dank gespenstischen Klangkompositionen werden bekannte Gassen zu fremdartigen Gebieten. Egal ob man sich nun in einer Asia-Techno-Disco unter freiem Himmel befindet oder zwischen Laserstrahlen die Verwandlungen von Electronica begutachtet – Klangforscher kommen hier auf ihre Kosten. Und wer die Reise nach Lyon mit einem Konzertbesuch verbindet, gewinnt somit gleich doppelt.

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

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69. Filmfestival Locarno – Samstag 16-08-06

Bild von Cornelia Hüsser

Bild von Cornelia Hüsser

69. Filmfestival Locarno
Samstag, 06. August 2016

Dank einer wunderbaren Fügung des Glücks gewann ich bei Cineman zwei Tagespässe für die 69. Ausgabe des Festival del Film in Locarno. Und da ich schon immer einmal dieses weltbekannte Filmfest besuchen wollte, hielt mit am letzten Samstag nichts davon ab, mit meiner Freundin das Tessin zu besuchen. Sicherlich, 30 Grad und strahlender Sonnenschein sprechen nicht unbedingt dafür, Stunden in dunklen Sälen zu verbringen – doch was macht man nicht alles für die Kultur der bewegten Bilder.

Und zu wenig bietet das Festival del Film in Locarno an einem Samstag auf keinen Fall. Nicht nur muss man sich zwischen neun Orten und massenhaft Filmen entscheiden, dazwischen wollen auch noch Fragenrunden, Verleihungen von Auszeichnungen und das Festivalgelände voller Essensständen, Bars, Partyzelten und Boutiquen besucht werden. Kein Wunder, vergingen die Stunden wie im Flug und die Heimreise in der tiefen Nacht war schneller da als man Cinema schreien kann. Durch unsere geschickten Überlegungen schafften wir es aber, zwei Spielfilme als Weltpremiere, eine Dokumentation mit Anwesenheit des Regisseurs und einen fordernden Kurzfilmeblock zu geniessen.

Sicherlich, das Highlight des Festivals sind jeden Abend die Präsentationen von neusten Filmen aus aller Welt auf der wunderschönen Piazza Grande. Gleich zwei französische Produktionen durften in dieser warmen Sommernacht genossen werden – nachdem der amerikanische Schauspieler Harvey Keitel für sein Lebenswerk geehrt und ausgezeichnet wurde. Ein toller Moment, bekannte Stars wie ihn endlich in echt sehen und erleben zu dürfen. Das Gespräch mit Regisseur Gaspar Noé verpassten wir leider, doch dieser Kurzauftritt unter der riesigen Leinwand machte diesen Umstand wieder wett.

Cessez-le-feu
Regie: Emmanuel Courcol /Frankreich, 2016
Das Leben nach dem ersten Weltkrieg war für die Überlebenden kein einfaches – so finden auch die Brüder Marcel und Georges weder zueinander noch zum Frieden. Und leider findet auch dieser Film weder die richtigen Mittel noch die Tiefe, welche dieses Thema verdient hätte. Zu schnelle Szenenwechsel, zu platte Figuren – aber toll bebildert.

Dans la forêt 
Regie:Gilles Marchand / Frankreich, 2016
Mit seinen Söhnen verschwindet der Vater im schwedischen Wald – und scheint dabei nicht zu sein, was er scheint. Er schläft nie und wird immer ungehaltener. Ist er etwa der Teufel? Und genau so beklemmend wie diese Geschichte ist auch der Film von Marchand. Mit fesselnden Bildern und einer albtraumhaften Klangkulisse entführt er in eine Unterwelt voller psychologischer Fragen und Horrormomente. Echter Tipp für alle Thriller-Fans.

Bezness as usual
Regie: Alex Pitstra / Niederlande, 2016
Urlaub in Tunesien – früher das perfekte Mittel, um von seinen Problemen in Europa loszulassen und das Leben zu geniessen. Doch viele Frauen kehrten nicht nur mit einem neuen Mann, sondern auch einem Kind zurück. So erging es auch der Mutter von Regisseur Pitstra, der mit dieser einfühlsamen und extrem spannenden Dokumentation die Geschichte seiner Familie und seines tunesischen Vaters ergründet. Die Spurensuche führt dabei nach Basel, Lappland und in die merkwürdigen Eigenheiten einer fremden Kultur. Grossartig!

Setembro  
Regie: Leonor Noivo / Portugal, Bulgarien, 2016
Ein Kurzfilm über die Rückkehr einer Mutter mit ihrem Sohn nach Portugal. Erzählt in bedeutungsschwangeren Bildern und einer leisen Tonspur. Für meinen Geschmack etwas zu lose und nicht zwingend genug.

Cilaos
Regie: Camilo Restrepo / Frankreich, 2016
Auf der Insel La Réunion sucht eine Frau ihren Vater – und findet Rätsel und musikalische Abenteuer. Erzählt in Maloya-Rhythmen ist der Kurzfilm mehr Traum als Geschichte, aber bietet eine starke Anziehungskraft.

Sredi cheornyh voln
Regie: Anna Budanova / Russland, 2016
Der Animationsfilm basiert auf einer alten Legende, nach der ertrunkene Frauen sich in Meerestiere verwandeln. Wunderbar gezeichnet und in perfektem Tempo inszeniert zeigt uns Anna Budanova den Versuch eines Jägers, eine solche Frau als Mensch bei sich zu behalten.

Nuestra amiga la luna
Regie: Velasco Broca / Spanien, 2016
Dieser Kurzfilm sperrt sich jeglicher Definition, weder im Alter noch in der Form. Visuell berauschend und erzählerisch springend ist diese Arbeit eher ein Märchen als ein klassisches, bewegtes Bild. So sah man den Ganges noch selten.

Etage X
Regie: Francy Fabritz / Deutschland, 2016
Zwei Frauen stecken im KaDeWe im Lift fest und lassen alle Hemmungen fallen. Was zuerst wie eine Komödie anmutet, wird immer mehr zu einem Fetischtraum und schlägt eine Richtung ein, die man nie erwartet hätte. Sehr lustig, aber für mich dann doch eine Spur zu extrem.

Offen, interessant, fordernd und abwechslungsreich – das Programm am Festival del Film in Locarno bietet nicht nur für jeden Cineasten spannende Entdeckungen, sondern lädt dazu ein, unsere Welt aus vielen neuen Blickwinkeln zu betrachten. Dies wird bestimmt nicht mein letzter Besuch dieser Veranstaltung gewesen sein, und gerne zeige ich mich auch nächstes Jahr wieder in Locarno.

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Drawn Together – Cartoonmuseum Basel

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Drawn Together / Aline Kominsky-Crumb & Robert Crumb
Cartoonmuseum, Basel
02. Juli – 13. November 2016

„Aline Kominsky-Crumb und Robert Crumb sind ein ungleiches Paar – im Leben und in der Kunst. Die Pionierin des autobiografischen Comics und der gefeierte Undergroundzeichner und Schöpfer von Charakteren wie Fritz the Cat und Mr. Natural bringen diese Spannung in wahnwitzigen, gemeinsam gezeichneten Geschichten zu Papier. (…) Zum ersten Mal steht die Kooperation dieser beiden impulsgebenden Künstlerpersönlichkeiten im Zentrum einer umfassenden Ausstellung von Originalzeichnungen.“

Drawn Together_Bohli_3Was in der Beschreibung des Museums schon sehr interessant klang, war auch an der Vernissage am Freitag, 1. Juli in Basel nicht minder spannend. Die erste grosse Ausstellung zum gemeinsamen Werk von Herrn und Frau Crumb ist ein Gewinn und macht viel Freude. Passenderweise wurde die Vernissage von der Jug-Band „Notty’s Jug Serenaders“ eingeleitet, ein Trio, das perfekt den Südstaatenflair vor den Zeichnungen platzierte. Jug-Blues ist eine einfache Musik, die sich vor allem durch das Spiel einer Flasche oder eines Gefässes auszeichnet. Gewürzt mit witzigen Texten und den wunderbaren Solis einer Gitarre oder dem Banjo fand man schnell Gefallen an dieser nicht alltäglichen Musik.

Nach einer kurzen Einführung gab es standesgemäss einen leckeren Apéro und man konnte sogar ein paar Worte mit den Künstlern persönlich wechseln. Umso interessanter war es aber, die Ausstellung zu durchstreifen und zu merken, dass nebst den grossartigen und mit spitzer Feder gezeichneten Comics Robert Crumb auch viel Musik in sein Schaffen einfliessen liess. Da er selber ein begnadeter Sammler von 78er-Schellackplatten und Musiker ist liegt es nahe, dass der Zeichner auch unzählige Plattencover gestaltet hat. In Basel ist ebenso eine Auswahl dieses Wirkens ausgestellt – der Besuch lohnt sich somit auch für Musikfanatiker.

Übrigens erscheint im August eine interessante Publikation zur Ausstellung. Wer also keine Reise nach Basel unternehmen kann, findet hier einen kleinen Trost. Allen anderen ist die Betrachtung einer Kuriosität des Underground-Comics auf jeden Fall ans Herz zu legen.

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Media Monday #256

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Der Sommer ist wieder da, Zeit sich vor dem TV zu verstecken und die Fragen des Medienjournal füllen.

1. Abgesehen vielleicht von der Fantasy in Basel und einem hypotetischen Besuch der Comic Con San Diego interessieren mich Conventions/Messen eigentlich nicht wirklich. Was genau ich dort machen soll, habe ich noch nicht herausgefunden. Das Nerd-Level ist wohl zu hoch für mich.

2. HD, 3D, UHD… Mir persönlich reich ja das „einfache“ HD. Wobei die Abkürzungen früher irgendwie auch schon mal besser waren. Oder?

3. „Push“ war ja mal ein richtig mieser Streifen, aber vor allem halt einfach leer und belanglos. Die Geschichte ist absolut an den Haaren herbeigezogen, voller Logiklöcher und doofen Figuren. Immerhin sind die Schauspieler toll und Dakota Fanning cool. Etwas traurig ist es aber schon, dass vor allem die Action-Szenen in einem Action-Film langweilig sind.

4. Wenn es rein danach geht, wie viele Filme ich mit einer/einem DarstellerIn gesehen habe, müsste(n) wohl vermutlich Stanley Tucci an der Spitze liegen, schließlich ist der Mann nicht nur grossartig und absolut wandelbar, sondern auch in jedem gefühlten zweiten Film im Kino vertreten. Gut so.

5. „Supernatural“ ist eine dieser Serien, die schon viel zu lange läuft, denn ich komme mit dem Gucken einfach nicht mehr nach. Irgendwo in Staffel 4 bin ich hängen geblieben und die sprechen bereits von Season 12? Mein Gott, wie lange kann man die Welt denn von Dämonen und Monstern retten?

6. Müsste ich jemandem, der mir nicht näher bekannt ist, ein Buch schenken, dann wäre das wohl ein Roman der mir viel bedeutet, denn das Teilen von Erlebnissen und Gefühlen bringt die Menschen schliesslich näher zusammen. Wie wäre es also mit „Wie wird Beton zu Gras“ von Otto F. Walter, oder „Haben oder Sein“ von Erich Fromm, etwas von Dennis Lehane oder vielleicht ein Klassiker von Max Frisch?

7. Zuletzt habe ich „X-Men Apocalypse“ gesehen und das war eine tolle Fortsetzung der Reihe, weil die Schauspieler wunderbar zusammen spielen und der Film echt gut gemacht ist. Die Geschichte wirkte nie forciert und viele Handlungsstränge der letzten Filme werden wieder aufgegriffen. Endlich ein Ensemblefilm, der seine vielen Charaktere passend jongliert. Und Sophie Turner ist nun mit dabei. *.*

Media Monday #255

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Dieses Pfingstwochenende hatte es in sich, und die Tage davor auch. Fünf Konzerte in einer Woche sind doch etwas viel, aber ein wenig Platz für Film und TV blieb trotzdem. Die Vorlage stammt wie immer vom Medienjournal.

1. So ein langes Pfingstwochenende verleitet ja regelrecht dazu viel zu unternehmen und viel Zeit im Wohnzimmer zu verbringen. Denn wie meist, war es auch dieses Jahr eher regnerisch. Darum hab ich die Gelegenheit genützt um bei einem Freund zu Hause die VR-Brille für sein Smartphone auszuprobieren. Eine ganz unterhaltsame Sache, wenn auch das Angebot an Videos und „Spiele“ noch sehr klein ist.

2. Das Abendessen verwechsle ich ja gerne mal mit ein paar Flaschen Bier, an solchen Wochenenden. Besonders wenn man jeden Abend mit Freunden an ein Konzert geht. Wunderbar daran ist aber, dass man sich dann auch mal ein Essen nach dem Ausgang kocht. Zum Beispiel gleicht mit fünf Gästen in der eigenen Wohnung, und dazu leidenschaftlich über Musik spricht. Bis drei Uhr Nachts.

3. Am Samstag war GraticComicTag, die FedCon läuft dieser Tage auch noch. Mir persönlich war beides egal. Ich schaue weder Star Trek, noch mag ich Comics in deutscher Übersetzung lesen. Beim amerikanischen Pendant bin ich aber bestimmt wieder in einem Shop anzutreffen.

4. Wenn es „Chelsea“ nicht gäbe, ich würde wohl mein Leben genau so fortführen wie mit dem Angebot dieser neuen Talkshow auf Netflix. Sicherlich, die Dame ist ja ganz ok und auch immer mal interessant, doch das Konzept hinter der Sendung begreife ich noch nicht wirklich. Und drei neue Folgen pro Woche? Da wird sich doch schnell eine Übersättigung einstellen.

5. ESC-Twittern, Tatort-Twittern, dieses ganze kollektive Fernsehen war mir bis jetzt komplett unbekannt. In meinem Wohnzimmer steht zwar ein TV, der wird aber nur für Bluray und Netflix benutzt. All diese Schrottsender empfange ich nicht, auf den sozialen Netzwerken treibe ich mich nicht herum. Lieber mit echten Menschen ab und zu über Filme, Serien und das Leben diskutieren.

6. Leute, kennt ihr eigentlich eine tolle Alternative zu dem iPod Classic? Solltet ihr nämlich unbedingt, schließlich gibt mein liebstes Gerät so langsam den Geist auf und ich will doch nicht ein iPod Touch mit nur 64GB kaufen. Das reicht ja knapp für alles von U2, Ellie Goulding und Marillion. Und gibt es ein Spieler, der die Dateien von iTunes abspielen kann?

7. Zuletzt habe ich das Technorama in Winterthur besucht und das war aufregend, spannend und unterhaltsam, weil man in diesem Wissenschafts-Zentrum hunderte von Experimente selber durchführen kann. Die Welt der Physik, Chemie, Biologie und Technik wird einem somit greifbar gemacht und auf wundersame Weise erklärt.

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Media Monday #254

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Was war das toll, ein solch langes Wochenende. Zum Start der normalen Woche noch der neuste Lückentext vom Medienjournal.

1. Wirklich, bei der Besetzung hätte ich mir bei „New Girl“ nichts anderes wünschen können. Die Hauptfiguren sind mir nach wenigen Folgen bereits stark ans Herz gewachsen und ich fühle mich wieder wie damals bei „Friends“: Ich wurde in eine neue Gang aufgenommen und darf mit ihnen alle Höhen und Tiefen des Lebens durchmachen. Nur, dass Coach nach der Pilotfolge plötzlich weg war hat mich etwas verwirrt.

2. So schön das Hobby Film auch sein mag, meine Freundin / meine Freunde hat/haben immer Vorrang, schließlich besteht das Leben zum grössten Teil aus der Realität und nicht fremden Welten und Personen auf dem Bildschirm. Und die Natur / Welt ist einfach auch zu schön, um nicht mit den eigenen Augen gesehen zu haben.

3. Jeder Film von Monty Python ist eine großartige Satire, denn ich liebe den direkten und schwarzen Humor aus England. Hier wird niemanden verschont und keine Pointe ist zu flach oder doof. Da wir in der Schweiz den Humor leider schon lange verloren haben, ist ein solcher Streifen immer eine wunderbare Abwechslung.

4. Beim Thema Dokumentationen lasse ich mich gerne durch Freunde beraten oder greife blindlings bei Netflix zu. In Diskussionen erfährt man aber meist am besten von neuen Themen und Filme.

5. Irgendwie scheint ja jeder unzählige Serien gesehen zu haben, wohingegen ich mit meiner Programm überhaupt nicht nach komme. Dieses Wochenende gab es die ersten paar Folgen von „Marseille“ – eine echt spannend gemachte Polit-Action-Serie von Netflix. Natürlich erinnert man sich an „House Of Cards“, doch alles ist ein wenig französischer. Also mehr Zigaretten, Kriminalität und Sex.

6. Die Rechenleistung meines MacBook hat sich nicht wirklich zu ihrem/seinen Vorteil entwickelt, schließlich wurde der Laptop seit Jahren immer langsamer und müder. Doch nun wage ich das Update auf „El Capitan“. Falls ihr also bald nichts mehr von mir liest, hat die Frischzellenkur nicht geklappt.

7. Zuletzt habe ich mit meiner Freundin die Fantasy Basel besucht und das war super unterhaltsam und ein echt lustiger Tag, weil die Schweizer Comic-Con in ihrer zweiten Ausgabe grösser, besser und bunter wurde. Nebst Ständen voller Funko-Pop Figuren, Comics und verrücktem aus Asien, gab es viele Cosplayer zu betrachten, Games zum testen, Trailer zu gucken und Modelle zu bestaunen. Plötzlich waren die Verlierer wieder die Könige der Welt.

Media Monday #253

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Neue Arbeitsstelle, neues Glück. Zuerst aber ein paar Lücken vom Medienjournal.

1. Wenn mal jemand auf die Idee käme einen Film zu drehen, der etwas völlig neues darstellt, dann wäre ich wohl sehr positiv überrascht. Wenn ich diese tolle Idee hier nun hätte, dann würde ich sie bestimmt nicht euch allen verraten. Aber schlussendlich muss man sich wohl mit den immer selben Muster bei Geschichte und Präsentation begnügen. Oder wer kennt völlig abgefahrene Ausreisser? (Siehe „Enter The Void“, „Holy Monsters“ etc.)

2. Innerhalb der Blogosphäre an sich könnte ruhig mal alles los bleiben wie es ist – für mich jeden Falls. Ich habe meine Nische und mein gemütlicher Platz gefunden, meine Texte werden gelesen und das Hobby macht immer noch Spass. Wieso also grössenwahnsinnig werden?

3. Carey Mulligan braucht sich sicherlich nicht hinter gestandenen Schauspielgrößen zu verstecken, wie eine Tabelle von Vox.com eindrucksvoll beweist, schließlich führt sie hier die Liste der am besten bewerteten Schauspielerinnen an. Eindrucksvoll und meiner Meinung nach auch verdient. So lässt es sich gut grinsen.

4. Hätte ich vorher geahnt, auf was ich mich einlasse, ich hätte wohl noch mehr Vorfreude auf „Captain America – Civil War“ gehabt. Der Film übertraf all meine Erwartungen und schaffte es perfekt die Action und Charaktermomente zu verbinden. Egal wie viele Helden hier um Gerechtigkeit und Ideale kämpfen, am besten funktioniert der Streifen immer dann, wenn die Figuren diskutieren. Und endlich wurde Spider-Man perfekt vom Comic auf die Leinwand übertragen, Nebenfiguren wie Ant-Man in wenigen Minuten glänzend portraitiert, die Geschichte komplex und spannend gestaltet und das gesamte Marvel Cinematic Univers verändert. Danke Russo-Brüder, dies war der beste Marvel-Film seit.. allen. Und wie cool und liebenswert ist denn Scarlet Witch?

5. Wenn ich mich einmal nicht meinen medialen oder popkulturellen Hobbies widme reise ich gerne in der Schweiz oder Welt umher, unterhalte mich mit anderen Menschen oder versuche meine Gedanken etwas zu ordnen. Viele Ideen liegen seit Jahren herum, etwas brach, und wollen nun endlich voran getrieben werden. Ran an die Visionen.

6. Es könnte ruhig mehr Ausstellungen wie „Total Records“ geben, schließlich kann man im Umfeld der Musik noch viele visuelle Aspekte stärker betrachten. Was genau denn an dieser Fotografie-Präsentation so toll war, oder wieso sich der Besuch in Winterthur lohnt erfährt ihr noch diese Woche.

7. Zuletzt habe ich „Special Correspondents“ auf Netflix geschaut und das war ganz unterhaltsam, weil sich hier um eine Komödie handelt, die wieder einmal ein klassisches Szenario aufführt. Der Netflix Original Film ist kein Meisterwerk, es macht aber Spass Rick Gervais und Eric Bana zuzuschauen – und besonders toll zu sehen, wie Vera Farmiga in der geltungssüchtigen Ehefrau aufblüht. Für grosse Lachattacken bleibt der Film aber etwas zu vorausschaubar.

Media Monday #252

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Aprilwetter vom feinsten, Jobwechsel vom angenehmsten und bald das Moderartkonzert. Die letzte Woche im Monat verspricht einiges. Hier ein paar Gedanken an vorherige Tage, geleitet vom Medienjournal.

1. Die Geschlechterrollen in Hollywood-Filmen ist ja meist immer noch total sexistisch und ungerecht dargestellt. Sicherlich gibt es doch immer mehr Filme mit „starken“ Frauen in der Hauptrolle, doch auch da werden oft die billigsten Klischees bemüht. Schade, dass vor allem hinter den Kulissen die Mitstreiterinnen in Hollywood immer noch belächelt werden.

2. Das rasche Ende von „The Cabin In The Woods“ wird der Sache nicht annähernd gerecht, denn der Film ist genau dann am unterhaltsamsten, wenn er alle Schleusen öffnet und in das Chaos abdriftet. Vielleicht hätte man den Fokus ein klein Wenig verschieben können. Immerhin darf – die sonst sträflich übersehene – Kristen Connolly glänzen. Vor allem in Blut.

3. Ich trauere ja immer noch den grossartigen und unerreichten Momenten in „30 Rock“ nach, immerhin bietet die zweite Staffel von „Unbreakable Kimmy Schmidt“ ähnlichen Humur und groteske Szenarien. Und Ellie Kemper zuzusehen macht einfach Spass.

4. Der Film „XY“ hätte gerne fortgesetzt werden können, denn diesen Satz wird man vor mir wohl selten zu hören kriegen. Innovation und Original ist immer besser als ein laues aufkochen bekannter Suppen.

5. Die Ausstellung „Oltremai“ von Lorenzo Mattotti am Fumetto war ein überraschend großartige Präsentation, weil dieser Graphic Novel nicht nur in seiner Gänze im Luzerner Kunstmuseum präsentiert, sondern auch mit passender Musik untermalt wurde. So tauchte man nicht nur visuell in die Geschichte ein, sondern auch akustisch. Faszinierend dieses Werk.

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6. Netflix hat mich dazu verleitet, die Dokumentation „Beltracchi: Die Kunst des Fälschens“ anzuschauen – und dabei dem Kunstfälscher und Maler Wolfgang Beltracchi als Menschen ganz nahe zu kommen. Der Mann wirkt schon fast wie eine Karrikatur seines eigenen Charakters und ist deshalb extrem amüsant. Wenn ich real mit ihm diskutieren würde, brächte mich seine Überheblichkeit wohl zur Weissglut. Aber Talent und Mut hat der Mann auf jeden Fall.

7. Zuletzt habe ich mich wie ein kleines Kind über die wunderbare Ausstellung von SEICO am Fumetto gefreut – und das war genau so faszinierend wie toll, weil das Kollektiv eine gesamte kleine Firma mit Werkstatt und Büro aus Karton hergestellt hat. Hier das Beispiel des Arbeitstisches. Jawohl, alles ist aus Papier und Karton. Genial oder?

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