Monat: Februar 2015

Top 10 Soundtracks

Na da habe ich den Salat. Sobald man stärker in den Blogkreisen verkehrt, wird man nominiert und genötigt, Listen zu erstellen. Danke hierbei an FriedlvonGrimm, ich werde mich noch revanchieren. Zuerst aber musste erschreckend feststellen, dass ich sehr selten und eher ungern Filmmusik höre. Klar, ich liebe Kino und die Symbiose von Musik und Bild. Aber eben, ohne Bilder empfinde ich den Soundtrack dann oft als zu fad oder wirkungslos. Trotzdem finden sich in meiner Sammlung einige Alben, die ich auch ohne dazugehörige Filmrolle nicht mehr missen möchte.

Was hierbei sicherlich auffällt, es tummeln sich wenig Klassiker darunter. Denn gerade die sinfonische Orchestermusik mag ich ohne die Bilder weniger. Bietet aber ein Film aufregende Elemente in der Musik (sei dies elektronische Einflüsse, tolle Lieder oder ähnliches), dann steht er bei mir meist hoch im Kurs. Gern gehört werden bei mir auch Songsammlungen mit viel Stil, aber lest selber. Viel Spass beim wundern und kopfschütteln.

Top Ten Soundtracks_MBohli

11. Passengers – Original Soundtracks Vol. 1
Eigentlich ein Kandidat für den ersten Platz, disqualifiziert sich das Album von den Passengers aber gleich selber. Denn die Musik wurde zu imaginären Filmen geschrieben, die sich die Musiker während den Sessions ausmalten. Die dabei entstandenen Songs sprühen förmlich vor Kreativität und Abenteuerlust. Klänge werden bis zur Unkenntlichkeit verfremdet, Gesang experimentell eingesetzt. Synths und Keyboards erhalten viel Gewicht und unterstützen den grandiosen Aufbau der drei ersten Songs. Und dann wird klar: Hinter all dieser Musik verbergen sich U2 und Brian Eno! Wagen die Iren heute leider keine solchen Ausflüge in die Kunst mehr, erlebte immerhin „Your Blue Room“ eine wunderschöne Wiedergeburt auf der letzten Tour.

10. V.A. – Jackie Brown
Eigentlich könnte hier jeder Film von Tarantino in der Liste stehen, jedenfalls alle klassischen. Aber nur Jackie Brown hat es geschafft, mich für eine neue Musikrichtung zu begeistern. Wenn ein OST mit „Across 110th Street“ von Bobby Womack beginnt, kann er nur perfekt sein. Denn gibt es ein besseres Lied im Bereich Soul? Meiner Meinung nach nicht, und auch „Didn’t I (Blow Your Mind This Time)“ und „Street Life“ machen einfach Laune. Eingebettet zwischen Dialogzeilen und Raritäten aus den 70ern, bietet die Musik zum unterbewerteten Jackie Brown vor allem eines: Klasse.

9. Pink Floyd – The Wall
Ist das nun ein Soundtrack oder ist der Film ein Begleitwerk zur Musik; oder beides zusammen und doch anders? Wie auch immer, Pink Floyd haben mit „The Wall“ eine verstörende Geschichte vorgelegt, die als Album und Film funktioniert. Wirklich erst gezündet hat alles aber damals, als ich Roger Water’s The Wall live bestaunen durfte. Plötzlich machte es klick und die Lieder ergaben mehr Sinn und Tiefe. Sicherlich, den Film kannte ich auch schon zuvor, aber seit diesen Konzerten bin ich erst von „The Wall“ (die Musik) überzeugt.

8. Rick Smith & V.A. – Trance
Egal was es ist, sobald einer der beiden Herren von Underworld etwas Neues veröffentlicht, kaufe ich es blind. Soweit geht meine Liebe zu diesem Elektro-Duo aus England, und dabei mache ich auch vor Filmmusik nicht Halt – besonders, wenn der Soundtrack zu einem Film von Danny Boyle gehört, einer meiner liebsten Regisseure. Rick Smith hat für „Trance“ ein flirrendes, stampfendes und immerzu vorwärts treibendes Gefährt erschaffen, dass nicht nur den Mindfuck aushaltbar macht, sondern das Gehör beglückt. Und in der Mitte brechen plötzlich UNKLE durch den Boden und geben der Musik noch die Goldbeschichtung, wenn man nicht schon dank Emeli Sandé im Himmel schwebt.

7. Cliff Martinez & V.A. – Drive
„Drive“ von Nicolas Winding Refn ist ein Meisterwerk in Sachen Stil und Wirkung, immer unterkühlt und gnadenlos in seiner Inszenierung. Musikalisch bedient sich der Film in der Retro-80er Bewegung und lässt vor allem eines erklingen: Synths und Drums mit viel Hall. Das passt wie die Faust aufs Auge und gibt dem Film die letzte Coolness. Cliff Martinez ergänzt die Lieder mit pochender Elektronik und entspanntem Ambient.

6. V.A. – Sucker Punch
Ich gebe es zu, dieser Film führt meist zu Kopfschütteln und Unverständnis, aber ich finde Sucker Punch mit all seinen sexy Darstellerinnen, abgedrehten Welten und visuellen Ergüssen toll. Und wenn ein solcher Streifen schon wie ein Musikvideo beginnt – und dazu die Hauptdarstellerin Emily Browning eine grossartig düstere Coverversion von „Sweet Dreams (Are Made Of These)“ anstimmt – dann bin ich im Boot. Ein Remix von Björks „Army Of Me“, Emiliana Torrini singt ein Jefferson Airplane Cover von „White Rabbit“ und Emily bezirzt weiter mit „Where Is My Mind“. Hammergeil, Revue-Nummer am Schluss inklusive.

5. V.A. – The Boat That Rocked
Mein liebster Gute-Laune-Film spielt in den Sechzigern und handelt von den Piraten-Radiostationen. Woraus der Soundtrack besteht, sollte ja eigentlich auf der Hand liegen: Unzählige, perfekte und bis heute gern gehörte Klassiker aus Pop und Rock. „Elenore“, „Judy In Diguise“, „Crimson And Clover“, „My Generation“, „A Whiter Shade Of Pale“, „Let’s Dance“ und und und.

4. V.A. – I’m Not There
Bob Dylan ist eine faszinierende Persönlichkeit – dies spiegelt sich auch in der Unfassbarkeit seiner Musik wieder. Filmisch versuchte man ihm schon mehrmals auf die Schliche zu kommen, aber nur „I’m Not There“ aus dem Jahre 2007 hat dies aus meiner Sicht geschafft. Genau damit, dass Dylan nie vorkommt und er nie klar definiert wird. Seine Musik wird von einer ewig langen Liste wunderbarer Musiker und Bands interpretiert und neu erschaffen. Man muss es gehört haben, um es zu glauben.

3. Trent Reznor & Atticus Ross – The Social Network
Trent, NIN, Oscar, Ambient, Sternstunde. So einfach lässt sich die Musik zum Facebookfilm von David Fincher zusammenfassen. Trent Reznor, der Frontmann von Nine Inch Nails, und der Produzent Atticus Ross haben hier eine prämierte Zusammenarbeit veröffentlicht, die Ambient, Electronica und düstere Klangwelten mischt. Das passt nicht nur super zu den distanzierten Bildern, sondern legte auch den Grundstein für eine fruchtbare Zusammenarbeit. Seither haben die beiden Herren die Filmmusik zu „The Girl With The Dragon Tattoo“ und „Gone Girl“ geschrieben und dabei das Niveau konstant hoch gehalten. So gut wie hier wurden sie aber nicht mehr.

2. Underworld & John Murphy – Sunshine
Wie oben schon geschrieben, sind Underworld für mich eine der besten Bands auf dieser Erde. Ihre Kollaboration mit John Murphy führte zu einer kompositorischen Meisterleistung. Die Musik für „Sunshine“ von Danny Boyle versteht es nicht nur, kongenial die Bilder zu verstärken und zu untermalen, sondern funktioniert als komplett eigene Ebene und Erzählweise. Ich bin immer wieder erstaunt, wie viel Gefühl und Liebe in den kurzen Stücken steckt. Und wenn dann Merkur zu den verzerrt gezupften Gitarrenklänge auftaucht, dann liebe ich denn Film noch tausend Mal mehr.

1. Peter Gabriel – Passion (Music for The Last Temptation of Christ)
Etwas absurd, aber der erste Platz belegt bei mir eine Filmmusik, deren dazugehörigen Streifen ich nie gesehen habe. Aber als Fan von Peter Gabriel musste ich mir alles in seiner Diskografie zulegen, darunter auch diesen Soundtrack zum kontroversen Film von Martin Scorsese. Und an der Musik ist einfach alles wunderbar: Die druckvolle Perkussion, der östliche Einfluss der Musik, die Duduk, die typischen gabrielesken Lautgesänge, das Gefühl durch Sand zu gehen, und die Bedrohlichkeit, die sich gegen Ende in Hoffnung und Liebe auflöst. Ein Meisterwerk seiner Karriere, ganz ohne Gesang. Spannend, dass ich nun so viele Dinge mit dieser Musik verbinde, dass ich fast Angst habe, denn Film anzuschauen. Zerstört es mir diese Erinnerungen?

Weitere Soundtracks von Peter Gabriel: Birdy, OVO, Long Walk Home

Was war der erste Soundtrack, der dich vollends begeistert hat?
Als junger Knabe war ich ein totaler Star Wars Fan, alles über die alte Trilogie habe ich verschlungen. Somit war auch die Filmmusik – besonders von Episode 6 – eine Reise in eine neue Welt. Dank der Doppel-CD zur Special Edition lerne ich auch Kuriositäten wie „Jedi Rocks“ oder die doch sehr kitschige Endzermonie lieben. John Williams war damals allgemein hoch im Kurs bei mir, auch dank einer Compilation mit vielen Theme Songs. Heute höre ich diese Musik interessanterweise gar nicht mehr.

Mit welchem Soundtrack bist du im Nachhinein auf die Nase gefallen, weil er doch nicht mehr so toll wirkte, wie noch im Film?
Hier gibt es viele Kandidaten, eine grosse Enttäuschung war aber „Tron: Legacy“ von Daft Punk. Im Film funktioniert die Mischung aus Orchester und Techno sehr gut, gerade weil die Musik es versteht, die grossartigen Bildern episch zu untermalen. Wenn man zu „The Grid“ durch die Stadt gleitet, oder zu „End Of Line“ den futuristischen Club betritt, ist das geil. Ohne Bilder aber irgendwie fahl und lasch. Die Musik plätschert vor sich hin und man fragt sich, wieso Daft Punk nicht mehr gewagt haben. Schade, denn das kurz danach erschienene Remix-Album macht vieles besser, mit wenig Mehraufwand.

Welchen Soundtrack hast du dir als letztes angehört/durchgehört?
Faszinierend fand ich die Musik in Birdman. Der komplette Soundtrack besteht nur aus einem virtuos gespielten Jazz-Schlagzeug und verbindet die endlosen Kamerafahrten mit wilder Musik und Polyrhythmik. Wenn dann plötzlich der Schlagzeuger sogar selber im Film auftaucht und die handelnden Figuren mit ihm interagieren, fügt sich dies dank der Meta-Ebene wunderbar in das verspielte Drehbuch ein. Grossartig anders, künstlerisch gewagt.
Zuletzt gekauft habe ich mir Gone Girl und Interstellar, dazu sind hier auf dem Blog die Kritiken zu finden. Beide empfand ich auf ihre eigene Art und Weise bewegend und mitreissend.

Weitermachen darf:
Autopict, Call Me Appetite, andiau

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Sylvan – Home (2015)

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Sylvan – Home
Label: Gentle Art Of Music, 2015
Format: CD im Digibook
Links: Discogs, Band
Genre: Art-Rock, Prog

2015 scheint ein gutes Jahr für Konzeptalben über Entfremdung und Verlust in der heutigen Zivilisation zu sein. Nebst Steven Wilson und seinem angekündigten „Hand. Cannot. Erase.“, bieten bereits jetzt Sylvan aus Deutschland eine ähnliche Scheibe. „Home“ ist dabei nicht so frei in seiner Ausführung wie Herr Wilson bei seiner Musik, sondern bietet Kost aus bekannten – und gern gehörten – Zutaten der Art-Rocker. Gestartet wird aber orchestral und mit Chorgesang, scheinbar hat der Weggang des einen Gitarristen die Band weiter zum Symphonischen geleitet.

„Shaped Out Of Clouds“ übernimmt diese Stimmung und führt nahtlos die Band ins Album ein. Gitarre, Schlagzeug, Bass und der unverkennbare und oft leidende Gesang von Marco Glühmann fügen sich ins Bild ein und wandeln die Musik mit jedem Lied stärker zu härteren Prog. Den ersten Erfolg gelingt ihnen dabei mit „In Between“, ein zehn Minuten langes Wechselbad der Gefühle. Orientierungslosigkeit wandelt sich in Wut, verändert sich zu melancholischer Hoffnung. Dabei dürfen auch die Synths ihre kratzenden Melodien auspacken, um gegen Mitte wieder von Klavier und Gitarrensoli verdrängt zu werden. Die Band schafft es ab hier, all ihre Tugenden zu verbinden und mischt mit einem grossen Pinsel an. War ihr Anfangswerk oft gezeichnet vom Pop und hoch melodiösen Ausflügen in den Artrock, haben Sylvan spätestens seit „Force Of Gravity“ auch den Metal-artigen Prog ins Boot geholt. Klangtechnisch hat ihnen diese Neuerung gut getan, leider war es immer sehr heterogen. Auf „Home“ gelingt es nun endlich, alle Bestandteile nebeneinander aufspielen zu lassen, ohne Brüche zu erhalten. Obwohl sich die Geschichte um Fernweh, Heimweh und Verlust von Identität im 21. Jahrhundert gerne im gewohnt elegischen Wohlklang aufhält, werden nicht alle Ecken und Kanten im Kitsch ertränkt. Sicherlich, die Band weiss wie man grosse Harmonien und Melodien schreibt, aber nie zum Selbstzweck.

Mit ihrer neusten Platte ist Sylvan endlich ein Album gelungen, das nebst grossartigen Einzelsongs auch eine wunderbare Gesamtwirkung aufweisen kann. Am besten funktioniert „Home“ mit seinem Aufbau, seinen Wellen in der Intensität und der abwechslungsreichen Musik als Einheit. Lieder wie „Shine“ oder „Sound Of Her World“ lassen sich auch losgelöst anhören, Sinn ergeben sie aber vor allem im Kontext. Und genau darauf zielt ein Konzeptalbum ab. Aufgabe mehr als erfüllt.

Anspieltipps:
Not Far From The Sky, In Between, Shine

Moon King – Obsession (2013)

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Moon King – Obsession
Label: Tough Love Records, 2013
Format: CD
Links: Discogs, Band
Genre: Indie, Shoegaze, Dreampop

Fröhlich pfeifend hüpfen wir zusammen durch eine Wiese voller hohen Gräsern und blühenden Frühlingsblumen. In unseren Ohren summt eine Melodie immer weiter und die Sonne lacht uns ins Gesicht. Moon King holen uns gleich mit dem ersten Lied „Only Child“ in die Zeiten der unbekümmerten Freiheit zurück. Gerne lasse ich mich darauf ein und stürze kopfüber in das Vergnügen. Denn „Obsession“ ist nicht nur das Debüt der jungen Band aus Kanada, sondern eine Rückbesinnung auf (noch nicht so) alte Tugenden und jubelnde Momente.

Die Platte verbindet ihre beiden EPs mit demselben Namen „Obsession“ zu einer Reise in 12 Teilen. Es gelingt ihnen dabei, eine konstante Wandlung des Klangbildes und eine hübsche Veränderung ihres Auftrittes ohne Stolpersteine zu vollziehen. Startet das Album sehr verträumt und voller Rauschen, so endet es mit viel 80er und Synths. Dazwischen wandeln Maddy Wilde und Daniel Woodhead stilsicher in den letzten Jahrzehnten und plündern die Regale. Dreampop und Shoegaze veredeln Perlen wie „Appel“ zu einem berauschenden Erlebnis und machen dann dem Lo-Fi und Punk Platz. Die Lieder werden gerne auf ihr Skelett reduziert, die verbleibenden Spuren mit viel Hall und Rückkopplung neu belebt. Live präsentiert sich die Band mit vier Leuten, ab Konserve bleibt es ein Duo. Dank geschickter Arbeit mit Overdubs und Spurenschichtung kommt aber nie Langeweile oder der bekannte „Duo-Moment“ der Leere auf. Die Gitarren dürfen immer wild drauflos schrammeln, das Schlagzeug scheppert tanzbare Takte. Mit „Dreamtrap“ kehrt sich das Blatt dann plötzlich um, und die Keyboards halten Einzug. Gerne stelle ich mir hierbei einen fröhlich tanzenden Robert Smith vor, denn oft erinnert die Melodienführung an The Cure – natürlich ohne deren Untergangsstimmung.

Mit dieser Wende erhält das Album ein neues Tempo und holt sich aus den sanften, in die abenteuerlustigen Träume. Dabei verliert die Band nie das Gefühl für die Strukturen der Lieder und beschränkt sich gerne auf Spielzeiten zwischen zwei und drei Minuten. „Obsession“ ist eine spassige und knackige Angelegenheit, die mich nicht nur um Sturm erobert, sondern mir die Freude am Indie zurückgegeben hat. Moon King sind eine frische und tolle Band, die nicht nur live, sondern auch ab CD restlos überzeugen.

Anspieltipps:
Appel, Sleeping In My Car, The Fear Of Love

Crosby, Stills, Nash & Young ‎– Déjà Vu (1970)

“Musik für die Ewigkeit”; unter diesem Label veröffentliche ich Reviews zu Platten und Alben, die mein Leben am stärksten beeinflusst haben, und mir für immer ans Herz gewachsen sind. Meine persönlichen Platten für die einsame Insel.

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Crosby, Stills, Nash & Young ‎– Déjà Vu
Label: Atlantic, 1970
Format: Vinyl im Gatefold
Links: Discogs, Band
Genre: Folk, Rock

Mein Musikgeschmack ist seit jeher sehr breit gefächert, fleissigen Lesern dieses Blogs wird das bestimmt aufgefallen sein. Was aber eher selten passiert ist, dass ich Platten, die in der Zeit vor den 90ern aufgenommen wurden, abspiele. Das heisst nicht, dass ich diese Musik nicht schätze (schliesslich fundiert sie als Grundstein aller heutigen Bands), aber das aktuelle Geschehen der Szene fasziniert mich zu sehr. Trotzdem hat sich mit der Zeit das Album „Déjà Vu“ von CSN&Y in meine ewige Bestenliste eingeschlichen. Ein Hippiefolkrock Album aus dem Jahre 1970, entspannend wie ein sommerlicher Tag in der Sonne, damals schon ein Hit und grosser Erfolg.

Denn hiermit legten die Herren David Crosby, Stephen Stills, Graham Nash und Neil Young ihre erste gemeinsame Kollaboration zu viert vor und stiessen überall nur auf Begeisterung. Verwundern dürfte dies niemanden, denn das Album startet mit „Carry On“ bereits mit einem klassischen Lied der Hippiezeit. Mehrstimmiger Gesang, flirrende Gitarren und viel Gefühl der Freiheit und des Friedens. In der Mitte wechselt das Lied dann plötzlich die Stimmung und groovt mit lockerem Takt weiter, ohne die Blumenstimmung zu verlieren. Diese Wechsel finden im weiteren Verlauf immer wieder statt, aber nun nur noch zwischen den einzelnen Liedern. Jedes Stück auf „Déjà Vu“ hat seine komplett eigene Atmosphäre und weicht manchmal mehr in Richtung Country (Teach Your Children) oder starkem Rock (Almost Cut My Hair). Zusammen ergeben sie auch heute noch eine bunte Mischung der damals aktuellen Strömungen im Folk-Rock, fast ein Überblick zur abflauenden Hippiebewegung mit grossartiger, musikalischer Untermalung. Jeder der vier Herren darf als Songwriter brillieren und täuscht mit der Qualität der Lieder über die schwierige Zeit bei der Aufnahme hinweg. Scheinbar waren CSN&Y keine harmonische Gruppe, sondern verstrickten sich in mühsame Diskussionen und Uneinigkeiten. Das ist schwer zu glauben, denn das Album ist ein perfekt balanciertes und ausformuliertes Werk der damaligen Zeit. Viel Folk, noch mehr Rock, etwas Country und die Harmlosigkeit der Weltverbesserer.

Abwechslung bietet auch der Gesang, der je nach Song von anderen Musikern stammt, und sogar Neil Young klingt hier noch jung (auch wenn er schon damals kein guter Sänger war, im eigentlichen Sinn). Somit ist die erste Scheibe der neu formierten Crosby, Stills, Nash And Young ein Triumphzug, und fast jedes Lied wurde ein Klassiker. Abstriche sind nur bei wenigen Momenten zu machen, wie beim etwas trägen „Our House“. Glanzstücke wie das mehrteilige „Country Girl“ machen dies aber immer wett. Mit „Déjà Vu“ wurde von vier grossartigen Musikern ein ihnen ebenbürtiges Werk geschrieben, das bis heute nichts von seiner Faszination oder Wirkung verloren hat.

Anspieltipps:
Carry On, Almost Cut My Hair, Country Girl

Live: Jeans For Jesus, Kiste Baden, 15-02-21

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Jeans For Jesus
Samstag 21.02.2015
Kiste Club, Baden

Die Jeans aus Bern sind wieder unterwegs und erlebten am Samstag gleich eine Premiere: Das erste live gespielte Konzert im Kiste Club in Baden, präsentiert von Inox Live. Eine spannende und doch passende Wahl des Lokals, bewegt sich die Musik der jungen Künstler stark im Umfeld der Club-Musik. In der Kiste wurden für den Auftritt einige Umstellungen im Raum vorgenommen und eine provisorische Bühne eingebaut. Diese bot gerade knapp genügend Platz für die fünfköpfige Band und deren Material. Und wenig war es nicht, was Jeans For Jesus da auf die Bühne geschleppt hatten. Massig Keyboards und Synths, Chaospads und Effektgeräte, Sampler und so weiter. Aber ihre Musik muss mit all diesen Klangspielereien und elektronischen Färbungen live produziert werden, ohne dabei das Lied aus den Augen zu verlieren.

Pünktlich starteten die Mannen in ein Set voller Hits, denn mit „Estavayeah“ oder „L.A.“ wird die Band nun oft im Radio gespielt. Meine Highlights waren aber „Matrix“ und das Abschliessende „Kapitalismus Kolleg“. Dazwischen spielte sich die Truppe voller Energie und Lust durch ihr Debütalbum und das eben erst erschienene Remixalbum. Dank dieser neusten Veröffentlichung wagen sich die Jeans nun auch live ihre Stücke auszubreiten, gegen den Schluss in eine heftige D’n’B oder Techno-Nummer umzuwandeln und instrumental zu toben. Das gefällt sehr und fügt sich wiederum auch herrlich in den Spielort ein. Bei diesen Passagen wurde das Publikum meist am lautesten, wobei es sonst vor allem damit auffiel, konstant lautstark zu schwatzen. Sorry Leute, aber das war echt scheisse. Wieso kreuzt ihr an einem Konzert auf, um dann währen 90 Minuten mit euren Freunden zu plaudern? Klappe zu und mithören. Dann macht auch eine unbekannte oder kleine Band mehr Spass, als mit einer vorgefertigten Antihaltung im Raum zu stehen.

Die Band liess sich aber nichts von diesem Missstand anmerken und gab alles. Rave und Indie fügten sich zusammen, untermalt von Mundartgesang und Gitarrenmelodien. Sehr schön war auch – wie immer – „Toucher“, das grandios umkomponierte Züri West Cover, hier in Begleitung mit einem Umbau eines Stückes von Youth Lagoon. Diese Lieder fügten sich nicht nur gut in den Klangkosmos der Jeans ein, sondern strahlten genau so wie ihre Eigenkompositionen. Bei denen musste ich wieder einmal merken, wie grossartig die Texte sind. Seit der kurzlebigen Kunstfigur Blusbueb, gab es im Mundart-Bereich keine Musikgruppe mehr, die so treffend und beissend die aktuelle Situation in der Schweiz beschreibt. Ich bin wieder einmal neu, und immer noch konstant, von ihnen begeistert.

Sorry für den Bilderklau liebes Inox-Team, aber meine Fotos waren etwas subobtimal.

Annie – Don’t Stop (2009)

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Annie – Don’t Stop
Label: Totally, 2009
Format: Vinyl
Links: Discogs, Künstlerin
Genre: Synthie-Pop, Electro

Ich habe eine Schwäche für Popsternchen mit feiner Stimme und moderner Musik. Nebst Ellie Goulding, Katy B oder Robyn hat es mir auch Annie angetan. Die hübsche Dame stammt aus Norwegen und ist vor allem als DJane unterwegs. 2009 veröffentlichte sie ihr zweites Album, und dies wurde in der Musikpresse als „intelligenter Pop“ bezeichnet. Eine solche Aussage macht den Bohli neugierig, und einen kurzen Moment später rotierte das Album im Spieler – ein Vorgang, der sich bis heute gerne regelmässig wiederholt.

„Don’t Stop“ steht vor allem für Spass, ein lockeres Album, das den zeitgenössischen Pop bei seinen Wurzeln packt und ihn mit viel Freude auf die Tanzfläche zerrt. „Bad Times“ treibt mit schnellem Rhythmus und einer tollen Gesangsführung die Füsse an und lässt die Synthies herumschwirren. Das witzige „My Love Is Better“ spielt mit der sexuellen Wichtigtuerei des Genres und Annie reimt sich um den Körper. Allgemein sind die Texte oft humorvoll und nicht stupide wie oft bei der eher massenorientierten Musik. Annie will, dass der Hörer mitdenkt und sich nicht nur mit flachen Aussagen berieseln lässt. Ein Grund, wieso hier klar von intelligenter Musik gesprochen werden kann, und wieso das Album wohl bis heute eher unbekannt geblieben ist. Gesanglich bleibt es gemächlich und geerdet. Praktisch nie bricht ihre Stimme aus und verlässt den komfortablen Bereich, das tut den Liedern gut und lenkt nicht zu sehr ab. Denn gerade die musikalische Untermalung schöpft aus diversen Töpfen und lehnt sich dabei cool an eine Hausmauer. Die 80er hält Annie bei Fuss und mischte sich, dank namhaften Produzenten wie Paul Epworth, einen Soundcocktail, der alt und neu geschickt verbindet. „Songs Remind Me Of You“ spielt dabei mit Fade-Out und Verzerrung, um klar einen Stampfer vergangener Jahrzehnte zu beschwören. Wird das Album auf der zweiten Seite etwas ruhiger und verliert dabei auch etwas Spannung, weiss es doch dank Merkwürdigkeiten wie „The Breakfast Song“ oder „Loco“ zu gefallen.

„Don’t Stop“ ist wie ein Blumenstrauss aus Plastik – farbig und hübsch, aber doch mit starkem Retroflair. Der Hochglanz ist präsent, hat aber ein paar matte Stellen und ein paar Kratzer im Lack. Das macht die zweite Platte von Annie (und die Musikerin selber) sehr sympathisch und den Industriepuppen meilenweit überlegen. Wer gerne zwischendurch locker hüpfende Musik anhört, wird bei Annie ein neues Zuhause finden.

Anspieltipps:
My Love Is Better, Bad Times, Loco

Jeans For Jesus – Remix / Mixtape (2015)

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Jeans For Jesus – Remix / Mixtape
Label: Iracible, 2015
Format: Kassette, Download
Links: Bandcamp, Band
Genre: Pop, Indie, Elecotronica, Mix

Die Mundartüberraschung des letzten Jahres legt nach: Jeans For Jesus haben vor dem diesjährigen Tourstart eine Kassette auf den Markt geworfen. Ihr habt richtig gelesen, eine altertümliche MC, wie cool! Da wohl wenige dieses Format noch abspielen können, dient der Klangträger mehr als Sammlerobjekt. Denn mit jeder Bestellung wird ein Download-Code ausgeliefert, mit dem man das Mixtape und die Sammlung der einzelnen Mixe runterladen kann. Somit sind alle zufrieden und tanzen im Wohnzimmer.

Wobei man sich den Weg zur Tanzfläche auch zuerst erkämpfen muss, denn die schiere Masse an Musik erschlägt einem fast. Nebst dem Mixtape mit je 30 Minuten Vergnügen, bietet der Download sage und schreibe 42(!) Interpretationen und Versionen. Dies macht es nicht einfach, die Spreu vom Weizen zu trennen. Doppelalben brauchen Zeit, und ich gehöre nicht zu den Menschen, die innerhalb kurzer Zeit unzählige Versionen vom gleichen Lied hören können oder wollen. Aufteilen auf mehrere Tage und bereitlegen für Homepartys, das ist der bessere Umgang mit dieser Masse. Interessant ist dabei, dass die Jeans in den letzten Monaten viele Bekanntschaften geschlossen haben. Ihre Konzertreise führte nicht nur zu vielen Anhängern, sondern auch zu neuen Freunden in den Musiker- und Künstlerkreisen. Somit haben sich mit der Zeit Kollaborationen, Verfremdungen und Erweiterungen ihrer Musik angesammelt, die nun gebündelt präsentiert werden. Um diese stilistische Vielfalt in den Griff zu kriegen, wandten sich die Berner an den brasilianischen DJ Fernando Costa, der – ohne ein Wort Mundart zu verstehen – all diese Puzzlestücke zu einem Mixtape zusammensetzte. Auch Live-Aufnahmen, Samples oder Spracheinspielungen kommen dabei zum Einsatz.

Die „Euro“-Seite des Tapes ist dabei mehr auf Baller und Prolo angelegt, „Dollar“ bietet dagegen eher den beruhigten Mix. Für meine Hörgewohnheiten stellt der Mix aber oft eine etwas wirre Angelegenheit dar, denn vieles wird kurz angeschnitten und fallen gelassen. Überlaute Einspielungen und Erwähnungen des DJs überlagern die Musik. Das Tape wird somit wohl weniger in der gemütlichen Stube, sondern am Strand und mit Alkoholbegleitung laufen. Trotzdem ist all dies eine spannende Rückschau auf ein turbulentes Jahr und den imposant aufsteigenden Stern von Jeans For Jesus. Ich bin gespannt, was die innovative Gruppe 2015 bietet.

Anspieltipps:
L.A. (Stephan Eicher), Matrix (Pamela Méndez & Luzius Schuler), Estavayeah (Scarlett Johanson), L.A. (Kalabrese)

Björk – Post (1995)

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Björk – Post
Label: One Little Indian 1995 / Repress 2000
Format: Vinyl
Links: Discogs, Künstlerin
Genre: Electronica, Folk-Pop, Trip-Hop

Eigentlich ist es eine fast unmögliche Arbeit, über bereits weltbekannte Alben wie „Post“ von Björk, noch etwas Neues zu schreiben. Diese Platte wurde seit ihrem ersten Erscheinen 1995 unzählige Male rezensiert, auseinander genommen und besprochen. Trotzdem möchte ich euch heute meine Meinung dazu auftischen, gerade weil mich das zweite Album der Isländerin bis heute am meisten begeistert und öfters gespielt wird als die anderen. Bühne frei für den Triumphzug voller Elektronik.

„Army Of Me“ dient nicht nur als Eröffnung, sondern schlägt gegenüber dem Erstling „Debut“ neue Wege ein. Björk verwendet hier nicht nur massig Synthies und einen harten Schlagzeugbeat, sondern gestaltet damit eine kühle und geradlinige Atmosphäre, die mit dem Gesang scheinbar direkt den Hörer anspricht. Man sollte die Musikerin bloss nicht nerven, sonst muss man sich mit einer Armee von ihr rumschlagen. Das Lied fasziniert übrigens auch in der heftigen Remix-Variante aus dem doch eher sonderbar, geilen Film, Sucker Punch. Um sich etwas zu beruhigen folgt auf „Post“ aber „Hyper-Ballad“, mit dem Björk nicht nur versöhnlich, sondern auch in bekannter Weise musiziert. Sphärisch und mit ihren einzigartigen Gesang erzählt sie uns Geschichten. Das Lied beweiss zugleich, dass ihr zweites Album extrem ausgewogen und abgestimmt ist. Auf heftige Electronica folgt sanfte Folktronica, leise mischt sich mit laut. Die reise durch ihr Zweitwerk gestaltet sich sehr abwechslungsreich und nie langweilig. Gegenpole bestreiten ihre Position nebeneinander und vermengen sich zu einem faszinierenden Ganzen. Kuriositäten, welche bei Björk an der Tagesordnung stehen, findet der Hörer auch hier. So wird in „The Modern Things“ die hübsche Theorie unterbreitet, alle aktuelle Technologie existiere seit der Urzeit, hielt sich aber versteckt. Genau wegen dieser liebenswürdigen Verschrobenheit begeistert die isländische Künstlerin.

Mit „Isobel“, „Enjoy“ und „I Miss You“ legt das Album nicht nur drei weitere Klassiker vor, sondern die Musikerin schrieb mit diesen Liedern eindeutig Songs, die für immer strahlen und wichtig bleiben werden. Dank all diesen Punkten ist „Post“ eine umwerfende Platte und erstaunlich zugänglich. Wohl der grösste Grund, wieso gerade dieses Werk von Björk bei mir am besten Anklang findet. Meist erfasse ich ihre Avantgarde zu wenig, gemischt mit Bass und Beat offenbaren sich aber völlig neue Reize. Da ist sogar eine Bigband erlaubt („It’s Oh So Quiet“).

Anspieltipps:
Army Of Me, Isobel, I Miss You

Live: Bieler Music Days, Chessu Biel, 15-02-13

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Bieler Music Days 2015
Freitag 13.02.2015
Chessu, Biel / Bienne

Wiedersehen macht Freude, darum begab ich mich letzte Woche nach Biel-Bienne um eine gute Freundin zu treffen. Wie es der Zufall so wollte, fand an diesem Abend der erste Teil der Bieler Musik Tage statt. Das bedeutet, viele Konzert kleiner – und noch meist sehr unbekannter – Bands rund um die zweisprachige Stadt. Das durften wir uns natürlich nicht entgehen lassen, und begaben uns trotz eisiger Temperaturen in den Chessu. Dieser ist das Zentrum des Autonomen Jugendzentrums Biel, und bietet einen stimmigen Rahmen für alternative Veranstaltungen. Ein guter Ort also, um eine Nacht lang Musik zu hören und zu tanzen.

Alles startete sanft mit Carolynn, ein Trio mit akustischer Gitarre, Schlagzeug und Geige. So hübsch wie diese Kombination wirkt, waren auch die Songs. Sanfter Pop mit fiedelnder Geige und einer guten Sängerin. Mir selber war dies alles etwas zu süss und zurückhaltend, aber so konnte ich mich noch schonen. Denn schon mit der ersten Umbaupause wurden die Ohren mehr als gefordert, denn auf der kleinen Nebenbühne malträtierten Silber Ingold, Martin Schütz und Beni Weber ihre Instrumente. Klangtechnisch bewegte sich der Erguss im Bereich Noise-Avantgarde, und wies selten Strukturen herkömmlicher Art auf. Kratzendes Elektrocello, Saxophon und Schlagzeug, eine oft ohrenbetäubende Mischung die das Publikum eher schockte als frohlocken liess, mir gefällt solche Musik aber sehr. Denn aus dem Lärm schlängelte sich mit der Zeit ein humpelnder Gefährte, der sich um die Arme der Zuschauer legte und ihnen ins Gesicht schrie.

Oh My Deer versöhnten die Besucher dann aber sofort wieder, denn ihr Indie-Folk bietet sich gut zum streicheln von Hundebabys an. Das Duo bewies ein gutes Händchen für verrückte Liedinterpretationen in neuem Gewand, beispielsweise „Barbie Girl“ von Aqua, einer der grossen 90er-Klassiker. Besonders Jessanna Nemitz verzauberte mit ihrer klaren Stimme, dem Tastenspiel und sanften Gitarrenzupfen. Dass die Gruppe noch nicht so lange Musik auf den Bühnen präsentiert, zeigte sich etwas in ihrer Nervosität. Doch das war einer der grossen Sympathiepunkte. Die zwei jungen Menschen sollte man im Auge behalten.

Mit Pillar Of Salt bekamen auch die Metalfans etwas geboten, mir selber war die Musik aber zu standardmässig geschrieben. Ich nutzte den Auftritt als Pause und wunderte mich über die Besetzung. Ist es wirklich ein Vorteil nur mit Gitarrist und Schlagzeuger aufzutreten, und die Bass- sowie Keyboardstellen als Samples einzuspielen? Wie auch immer, das Tanzbein schwang ich ganz wild beim abschliessenden Konzert von Mojo. Die gefühlvolle und eindrückliche Präsentation von 60er und 70er Rock, gemischt mit Soul und viel Rhythmus überzeugte auf ganzer Linie. Egal ob eigene Lieder, CCR oder Konsorten aus der Hippiezeit, die Truppe hatte den Chessu total im Griff und liess alle auf der Tanzfläche schwitzen. Die beiden Sänger / Gitarristen Xamax Krigu und Tex Baliman haben mich umgehauen.

Es war ein spassiger und spannender Abend, mit einem vielfältigen Einblick in die lebendige Musikszene in Biel. Immer wieder ist es erfreulich, spielfreudige und noch unbekannte Gruppen auf der Bühne zu erleben und zu merken, dass die Musik nicht bei den grossen Bands aufhört. Die Music Days wurden am Samstag fortgesetzt, aber da befand ich mich schon in Zürich um Kanada abzufeiern. Die Welt ist eins.

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