Experimental

Obacht Obacht – Some Ghosts (2017)

Sich im eigenen Schlafzimmer gemütlich einkuscheln und entspannen, wer macht dies schon nicht gerne. Bei Tobias Rüetschi Zuhause in Frauenfeld wird aber fleissig gebastelt, gelärmt und aufgenommen. Unter dem Namen Obacht Obacht sorgt er alleine dafür, dass extrem entschlackter Alternative Rock tief in die Welten des Lo-Fi getaucht wird und minimalistisch an deinen Synapsen kratzt. Und um die Wartezeit zum zweiten Album zu überbrücken, gibt es mit „Some Ghosts“ nun eine introvertierte EP.

Die Musik wagt im Gegensatz zu den oft schwierig wahrnehmbaren und verhuschten Texten gerne mal den Schritt nach draussen und Obacht Obacht lässt seine Gitarre laut knurren und schwingen. „Monsoon Song“ gibt sich gar heissblütig mit Bluesriffs, meist bleibt es auf „Some Ghosts“ aber kühl und nahe am Krawall. So gibt „I Haunt This Place“ den zuerst unscheinbaren, dann aber tosenden Einstieg, „You’re My God, Man“ kapert die Psychedelica der Sechziger und stülpt ihr ein zerzaustes Kleid und lallende Rhythmen über.

Wenn sich Obacht Obacht also etwas aus seiner schützenden Höhle wagt, dann erreicht er fast das Kostüm, welches die Künstler des Garage-Trash gerne tragen. Die Lieder auf „Some Ghosts“ bleiben aber gerne da, wo Alleinesein und Stille ebenso viel bedeuten dürfen. Dass alle fünf Tracks dabei gleich übersteuert und verrauscht klingen, das ist schon fast Ehrensache.

Anspieltipps:
I Haunt This Place, Monsoon Song, You’re My God Man

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

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Various Artists – Hout Couture (2017)

Wenn man sich schon ein eigenes Kleid schneidert, dann darf dieses auch etwas extravagant sein. Das dachten sich auch diverse Musikerinnen und Musiker in den Städten Berlin und Basel, als sie zusammen mit Radicalis im Jahr 2017 das Sublabel Hout Records gründeten. Ein völlig neues und freies Spielfeld für experimentelle und andersartige Musik, immer leicht im Jazz fischend, aber sich nie unterordnend. Und mit „Hout Couture“ werden alle zur ersten Vorstellung eingeladen.

Mit neun Tracks erhält man nicht nur einen wunderbaren Überblick über die Bandbreite und Möglichkeiten von Hout, sondern auch ebensoviele Bands mit insgesamt 28 Künstlern. Kein Wunder also, klingen die Resultate sehr unterschiedlich, vom schwebenden Einstieg mit „ed lik mil“ über böse Gesichter in dunklen Bars („59 to 1“) bis hin zu Kompositionsherausforderungen am Ende. Man trifft alte Bekannte wie Monoglot oder freut sich über neue Entdeckungen wie Fleeb – ein Duo, das im elektronischen Pop nahe Julia Holter startet, dann aber doch am Claraplatz landet.

Und wenn „Hout Couture“ vorerst ein Ende findet, dann geht die Suche nach mehr Material und genaueren Infos zu den Künstlern erst richtig los. Ja, die hiesige Szene ist am erstarken, nicht nur in den dunklen und harten Gebieten – und mit Hout Records haben alle Freunde des Leftfield und der Avantgarde ein neues Zuhause gefunden. Da benötigt auch ein alter Mann keinen Weckruf mehr.

Anspieltipps:
Fleeb – kamikaze, onhaufen Deluxe – 59 to 1, Monoglot – Wake Up Song

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

August Rosenbaum – Vista (2017)

Band: August Rosenbaum
Album: Vista
Genre: Jazz / Experimental / Electro

Label/Vertrieb: Tambourhinoceros
VÖ: 24. November 2017
Webseite: augustrosenbaum.com

Dreizehn meist instrumentale Tracks, als Versuch zwischen Jazz und Filmmusik angeordnet, getragen von Klavier und Pop-Gefühl – das kann doch nur etwas für Theoretiker und Verstärkerbastler sein, oder? Weit gefehlt, denn mit seinem vierten Studioalbum „Vista“ lädt uns der dänische Komponist August Rosenbaum dazu ein, unbefangen und ohne störende Egomaniker reizvolle Lieder zwischen ernster und unterhaltender Musik zu entdecken. Ob diese herrlich ausgearbeiteten Ideen nun von der Gitarre, den Streichern oder dem Piano getragen werden, ist dabei einerlei.

Denn ob romantisch verträumt bei „Belmondo“, mit Gaststimme versehen bei „Calling Out“ oder aus einem lange vergessenen Filmabspann gepurzelt bei „Emo“ – August Rosenbaum vollführt im Studio einen Tanz, der aus jedem dieser angenehm kurz gehaltenen Songs die schönsten Bewegungen rauslockt. Immer wieder fesseln einzelne Tonspuren wie das herrlich tropfende Leitmotiv von „Nebula“, oder man fühlt sich um Jahrzehnte in die Romantik und Kammerorchester zurück transportiert. „Vista“ findet immer den spannenden Mittelweg zwischen Nachdenklichkeit, Herzensgüte und Lust.

August Rosenbaum hat hier im eigentlichen Sinne kein Album mit einer Geschichte vorgelegt, sondern mehr ein Bewerbungsschreiben mit Einblick in all seine Interessen. Dass „Vista“ aber trotzdem nicht ein zerfahrenes Ding geworden ist, das ist der pointiert gehaltenen Präsentation zu verdanken. Immer wenn man sich in einen Track verliebt, muss er bereits wieder einem Nachfolger Platz machen. Somit ist der Genuss immer im Wandel und Abnutzungserscheinung ein vergessenes Wort – und das Album wird seinem Titel, übersetzt mit Blick oder Perspektive, mehr als gerecht.

Anspieltipps:
Belmondo, Nebula, Emo

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

Björk – Utopia (2017)

Band: Björk
Album: Utopia
Genre: Electronica / Experimental / Art-Pop

Label: One Little Indian
VÖ: 24. November 2017
Webseite: bjork.com

Björk musikalisch auf sich wirken zu lassen, das war schon immer mit viel Konzentration und Aufwand verbunden. Die isländische Künstlerin versucht seit 1975 mit und ohne Bands, die Klang- und Realwelten zu ändern und zu fordern. Auch ihr letztes Studioalbum „Vulnicura“ aus dem Jahre 2015 regierte mit harten Brüchen, kargen Songs und der Bewältigung der zerbrochenen Ehe – zwei Jahre später wird es nicht einfacher, aber bunter. Denn mit „Utopia“ hat die Musikerin ihren Schmerz vorerst überwunden und schaut wieder voller Lust auf Kreatur und Mensch. Gewöhnlich ist aber auch an ihrem neunten Werk nichts.

Alleine mit der Laufzeit von knapp 72 Minuten ist „Utopia“ nicht nur die bisher längste musikalische Schöpfung der ehemaligen Sängerin der Sugarcubes, sondern ein wahrer Brocken an Geräusch, Melodie, Gesang und Effekten. „Arisen My Senses“ schichtet zu Beginn nicht nur die Stimme von Björk gleich mehrfach übereinander, es werden Harfe, schwere Synthies, Geplätscher von digitalem Wasser und scheinbares Zwitschern zu einer Brücke in den Himmel verflochten. Und dieser Bogen zur artifiziellen Natur spannt sich dann auch gleich über das gesamte Werk, in Liedern wie „Paradisia“ oder „Courtship“ regieren die Roboter im Hintergrund. Mit Stücken wie dem fesselnden Epos „Body Memory“ oder dem fast brutalen „Losss“ erhalten aber auch die Bässe und dunklen Absichten ihren Spielraum.

All diese Einflüsse verbinden sich mit waghalsigen Gesangsmelodien, Flöten und Kaskaden von Synthies zu einem Werk, das in jeder Sekunde vielschichtig, weiblich, mutig und ausdrucksstark ist. „Utopia“ gleicht sein Cover der Musik an und bietet Farben und flirrende Erlebnisse – mittendrin die erstarkte Björk. Man tanzt, denkt und flirtet beim Anhören automatisch mit ihr und ihrer Welt, lässt sich vom Orchester in „Saint“ verzaubern und findet sogar dekonstruierte Popmusik, die an ihre frühen Alben erinnert („Sue Me“). Und wie immer wird die Künstlerin ihrem Ruf gerecht und liefert ein Album ab, das Progression, Genuss und Aktualität kongenial verbindet.

Anspieltipps:
Body Memory, Losss, Saint

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

Moebius Story Leidecker – Familiar (2017)

Wenn ein Toter wieder aufersteht, dann wird dies meist mit einem zuckenden Leib beschrieben. Passenderweise weckt einem das Album „Familiar“ auch gleich im zweiten Stück mit „Zucken“, das Wiederhören mit dem Elektropionier Dieter Moebius funktioniert somit auf diversen Ebenen. Der Schweizer-Deutsche Künstler war nicht nur Teil von Cluster und Revolutionär des Krautrocks, sondern bis zu seinem Tod 2015 aktiv und neugierig. So traf er sich 2012 in Montana mit den amerikanischen Musikern Tim Story und Jon Leidecker für eine Woche voller Musizieren und Ausprobieren und nach „Snowghost Pieces“ versammelt nun „Familiar“ Teile dieser Sessions.

Man merkt den Tracks dabei oft an, dass sie unter totaler Freiheit und Anregung zur Tüftelei entstanden sind. Formale Grenzen gibt es keine, Rhythmus und Melodien wandern umher und lassen sich gegenseitig beeinflussen. Moebius Story Leidecker vergassen dabei aber nie, dass elektronische Krautrock-Avantgarde auch schnell mühselig werden kann. Egal ob „Block Now“ oder das Titellied, alles findet innerhalb einer normalen Songlänge statt. Wenn sich am Ende von „Familiar“ dann die drei Herren mit „Vexed“ noch an eine lange Reise wagen, dann ist es auch da nie überfordern komplex. Viel eher faszinieren die blubbernden, kratzenden und scheinbar lebendigen Geräusche aus Synthie und Perkussion.

Nicht alles ist so eingängig wie das pulsierende „Zucken“, aber auch nicht alles ist so befremdend wie der Beginn mit „Wrong“. Viel eher haben Moebius Story Leidecker hier eine angenehme Mischung aus Planung und wildem Trip gefunden, der sich organisch in die Umgebung einfügt. Für alle Freunde der etwas abgefahrenen Klangspiele ist diese Scheibe somit ein Muss, und natürlich eine weitere freudige Begegnung mit Dieter Moebius.

Anspieltipps:
Zucken, Familiar, Vexed

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

Kai Reznik – Awkward Motions (2017)

Kai Reznik, der mysteriöse Musiker aus Frankreich, bleibt auch mit seinem zweiten Album „Awkward Motions“ ein Schatten. Doch je weniger man über seine Person schreiben kann, desto mehr Raum bleibt für die Musik übrig. Denn was bereits mit der EP „Scary Sleep Paralysis“ in 2016 angekündigt wurde, das wird nun umso stärker und eindringlicher fortgesetzt: Diese Mischung aus harter Electronica, vergiftetem Ambient und synthetischem Industrial ist unangenehm und wild. Damit man aber nicht komplett im klanglichen Wahnsinn versinkt, leiten mehrere Gäste durch die Tracks.

Mit „Beautiful agony“ werden die krachenden und stolpernden Beats von M.A.D im Zaun gehalten, seine Stimme verleiht dem Lied dafür eine umso unheimlichere Komponente. Die Epik des Einstiegs „The Awkward groovy X tension“ findet man auch hier und in allen folgenden Kompositionen, fast als würde sich Kai Reznik als Hofmusiker von albtraumähnlichen TV-Serien anbieten. Geschichten zu erzählen ist allgemein ein sehr gewichtiger Punkt, „L.A.S.T.“ verführt uns zum Beispiel in ein Gothic-Verlies voller Lust und verhängnisvoller Begegnungen. Hier stellt sich die Musik fast an die zweite Stelle, drückt aber immer wieder durch die Stimmen.

Ob mit verzerrten Gitarren, schepperndem Electrodrum oder polyphonen Synthies – die Scheibe bleibt vielschichtig und überraschend. Wie auf der EP gilt zwar auch hier, dass gewisse Ideen nicht so perfekt aufgehen wollen und die Produktion oft etwas billig wirkt, doch dies lässt die Musik von Kai Reznik auch in die herrlichen Gebiete der B-Movies abdriften. Hier werden aber nicht pralle Blondinen von Muskelpaketen gerettet, hier wird die Welt mit berstender Electronica in die Abgründe der Zivilisation geführt.

Anspieltipps:
Beautiful Agony, Aerica’s Whisper, L.A.S.T.

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

Nadah El Shazly – Ahwar (2017)

Es ist eine aufregende Zeit um in den Osten zu blicken und die aktuelle Musikszene zu beobachten. Denn wie abgesprochen, sind in den letzten wenigen Jahren einige frische Künstlerinnen an der Oberfläche aufgetaucht, die nicht nur in ihrer Heimat, sondern global für Furore gesorgt haben. Nach Yasmine Hamdan (Libanon) und Noga Erez (Israel) zieht mit „Ahwar“ auch Nadah El Shazly aus Ägypten nach, bietet auf ihrem Album aber vor allem Andersartiges. Passend zum surrealistischen Covermotiv taucht man tief in wundersame Kompositionen ein, weit weg vom Pop.

„Afqid Adh-Dhakira“ lässt zwar die Gedanken in Richtung arabische Eingängigkeit gleiten, Nadah El Shazly macht dem aber nach wenigen Takten einen Strich durch die Rechnung und nimmt den Hörer mit in die befremdende Welt aus schrägen Arrangements, abstrakten Klangfolgen und dem Jazz nahe Expositionen. Viel von der Punk-Vergangenheit der Künstlerin blieb also nicht übrig, umso erstaunlicher ist die Weite, welche sich auf diesem Debüt auftut. Von direkter Gesangperformance, nur mit wenigen Instrumenten untermalt, bis hin zu leichten Beats und Drones ist alles vorhanden und webt sich bunter zusammen als die schönsten Teppiche auf dem Markt.

Dass man Nadah El Shazly nicht versteht, ausser man ist des Arabischen mächtig, tut dem Genuss zu keiner Sekunde weh – viel eher wirken gewisse Passagen und Melodien noch ferner und interessanter. Die Reise, welche man mit „Ahwar“ unternimmt ist somit niemals ein Klischeeprodukt des Ostens, sondern ein progressiver und mutiger Schritt in die Emanzipation. Was sich wohl mit wenigen anderen Künstlern direkt vergleichen lässt, ist hier eine Begegnung voller Herausforderungen und Belohnungen. Offene Geister verbindet euch.

Anspieltipps:
Afqid Adh-Dhakira, Palmyra, Koala

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

Siren Section – New Disconnect (2017)

Band: Siren Section
Album: New Disconnect
Genre: Wave / Elektro / EBM

Label/Vertrieb: Eigenveröffentlichung
VÖ: 27. Oktober 2017
Webseite: sirensection.com

Warum sollte man sich zwischen alten Legenden der elektronischen Musik und neuen Talenten entscheiden müssen? James Cumberland und John Dowling dachten sich wohl genau dies, als sie 1994 zum ersten Mal gemeinsam musizierten und heute nun unter dem Banner Siren Section in allen Formen der digitalen Musik für Furore sorgen. Mit ihrem neusten Werk „New Disconnect“ wird somit auch keine Stilbegrenzung vorgenommen, sondern zwischen Einflüssen des Krautrock, Cold Wave, Techno und EBM gependelt. Und ja, das macht Laune.

Obwohl sich die Produktion manchmal etwas zu flach anhört, sorgt dies für die nötige Kühle und Distanz auf dem Album. Lieder wie „June Future“ fallen auch in der Grufti-Szene nicht auf, wagen sich aber sogar an den Flirt mit dem alten Indierock. Siren Section behalten in all diesen Ideen immer den Überblick und haben ein Album geformt, das sowohl kohärent als auch überraschend ist. So darf man bei „Here Comes The Midnight Sun“ im Drum’n’Bass tanzen, „Santa Cruz“ führt dreckige und stark verzerrte Synthies ins Feld. Ob Kraftwerk oder Depeche Mode, hier findet sich alles ein.

Dass sich bei „New Disconnect“ erst um das zweite Album von Siren Section handelt, würde man nicht denken, aber zu diesem Ziel haben auch viele Kollaborationen und Versuche unter anderen Namen geführt. Gut also, hat sich das Duo wieder zusammengefunden und zeigt mit seinen Kompositionen, dass sich niemand vor elektronischer Musik fürchten muss. Ob man nun wild feiern oder alleine geniessen will, Tracks wie „Ground Descending“ erlauben beides und sehen immer schmuck aus.

Anspieltipps:
June Future, Santa Cruz, New Disconnect

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

Claire M Singer – Fairge (2017)

Band: Claire M Singer
Album: Fairge
Genre: Experimental / Ambient

Label/Vertrieb: Touch
VÖ: 20. Oktober 2017
Webseite: clairemsinger.com

Und jetzt zu etwas komplett Anderem: Eine 20-minütige Komposition für Orgel und Cello, ein kontinuierliches Anschwellen an Klangschichten, ein hypnotisches Stück Musik zwischen Experiment und Ambient. Was die schottische Künstlerin Claire M Singer mit “Fairge” vorlegt, ist genauso träumerisch und unwirklich wie geerdet und emotional. Knapp ein Jahr nach ihre Debütalbum “Solas” wird der Kosmos dieses jungen Talents gefühlvoll erweitert und ist nicht nur für Denker interessant.

“Fairge” ist als Lied wie als Konzept eine Reise und beginnt in kompletter Stille. Ganz sachte lässt Claire M Singer die Instrumente in das Bewusstsein des Hörers treten und verfeinert die Töne mit Elektronik. Was zuerst wie etwas unheimliche Field Recordings wirkt, bläht sich mit jeder Minute zu einem grösseren Klangkörper auf und man bemerkt: Dies sind Orgelnoten, welche schier pausenlos gehalten werden. Schwermütig, aber immer zaubervoll vom Cello umgarnt, steigt man zusammen mit der sich steigernden Lautstärke in die Höhe. Und spätestens ab der Hälfte des Liedes findet die Katharsis statt.

Claire M Singer scheut sich nicht, meist eher veraltet anmutende Instrumente in experimentelle Formen zu bringen und mit wenigen Veränderungen in der Komposition extreme Wirkungen zu erzielen. “Fairge” ist somit eine ergreifende Erfahrung und sowohl für Leute perfekt, denen Anna Von Hausswolff immer etwas zu bedrohlich erschien, für die die Orgel im Soundtrack zu “Interstellar” dann aber doch zu selten aufspielen durfte. Und wenn am Ende die Musik langsam wieder aus unserer Wahrnehmung verschwindet, so bleibt das Gefühl der Vollkommenheit.

Anspieltipps:
Fairge

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.