Yoko Ono – Yes, I’m A Witch Too (2016)

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Yoko Ono – Yes, I’m A Witch Too
Label: Manimal Vinyl Records, 2016
Format: CD
Links: Discogs, Künstlerin
Genre: Remix, Electro, Art-Pop

Und dann fallen sie doch um, eine nach der anderen, dabei sind die Gäste so lange vorsichtig um die Weinflaschen getanzt. Im Schein der Kerzen wurde es aber immer schwieriger, den Gegenständen auszuweichen – die Tanzschritte wurden unter den Batik-Shirts immer ausgefallener. Aber wenn die Wohnung musikalisch schon von verhexten Tanzliedern gefüllt wird, dann bleibt niemand stehen. Die Künstlerin, die bei allen irgendwie aneckt, ist wieder mit einem neuen Album zurück – und liess sich für „Yes, I’m A Witch Too“ erneut auseinandernehmen und frisch abrichten.

Das beginnt schon beim Cover, denn die Fotografie ist nur eine doppelte Kopie von Yoko Ono selber. Die Musikerin hält sich auf der Platte im Schatten der Scheinwerfer auf und überlässt die Führung einer bunt durchmischten Truppe. 17 Lieder wurden für die Neubearbeitung freigegeben, von weltbekannten Künstlern wie Moby und Sparks bis zu Geheimtipps wie tUnE-yArDs findet man alles. Und genau so abenteuerlich wie die Namensliste ist auch die Bandbreite der Stile. Beginnt die Zusammenstellung mit einer entrückten Streicherballade, endet sie in einem wilden Technobrett. Dies sorgt nicht nur für Überraschungen, sondern auch für Momente der Verwirrung. Sicherlich gehört es zu Yoko Ono, dass ihre Musik nicht simpel und einfach erfassbar daherkommt. Doch die allgemeine Krankheit der Compilations zieht auch bei „Yes, I’m A With Too“ ins Land. Nicht alles überzeugt, die Reihenfolge ist teilweise holprig. Gewisse Lieder vergisst man gleich beim Anhören, andere scheinen nur noch nach den Remixer zu klingen und vergessen die Meisterin schier ganz.

Bei Yoko Ono gilt immer der gleiche Grundsatz: Entweder gibt man seine Aufmerksamkeit und Geduld komplett in die Hände der Dame oder lässt es gleich komplett bleiben. Somit ist diese Scheibe vor allem für begeisterte Freunde, wenn auch hier laut zum Tanz aufgerufen wird. Das Album setzt sich zwar nicht ganz zwischen die Stühle, bleibt aber auf den Lehnen und grinst schief. Und lässt leider in vielen Inkarnationen die extrovertierte und experimentelle Ader der Originale vermissen. Da haben es sich gewisse Musiker und Bands etwas zu einfach gemacht. Vor dem Kauf reinhören wird empfohlen.

Anspieltipps:
Give Me Something (mit Sparks), Warrior Woman (mit tUnE-yArDs), Hell In Paradise (mit Moby)

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