Vicisolum Productions

Persefone – Aathma (2017)

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Persefone – Aathma
Label: Vicisolum Productions, 2017
Format: Download
Links: Facebook, Band
Genre: Progressive Metal

Was für ein Brocken – „Aathma“ ist gewaltig und benötigt viel Energie. Das neuste Album von Persefone aus Andorra gibt aber mindestens genau so viel auch zurück. Seit 2001 wildert die Gruppe in den Gebieten des Progressive und Death Metal, verbindet in ihren Kompositionen ausufernde Klangkonstrukte mit extrem harten Einschüben. Auch beim fünften Studioalbum lässt man sich dabei nicht lumpen und bietet Frickel-Freunden wie auch Schädelspaltern viel Freude.

Nach einem noch sehr zärtlichen Intro gleitet „Aathma“ ziemlich schnell in zappelnde und auf vielen Ebenen tätige Tracks. „Prison Skin“ verbindet Double-Bass mit Chorgesang, aus diversen Metal-Gebieten wird hier alles zu einer progressiven Säure gemischt. Die Lieder brennen sich durch deinen Körper und fressen mit ihren grossflächigen Gitarrenriffs und epischen Refrains auch deine Knochen auf. Das kann manchmal etwas zu nervös und wild werden, ist aber meist gnadenlos direkt. Persefone sind zwar mit neuem Gitarrist und neuem Drummer unterwegs, klingen aber immer noch wie eine brachiale Einheit.

Zwar gibt es einzelne Zwischenteile wie „Cosmic Walker“, in welchen man auch ohne Blasts die Musik passieren lässt – meist regiert bei Persefone aber eine hochtechnische Handhabung der Musik. Es gibt wie bei Periphery wahnsinniges Tapping, Breaks, unzählige Spuren aufeinander und doch eine Kohärenz. Die Band weiss, wie man den Berg unbeschadet erklimmt und „Aathma“ bricht nie unter der Last zusammen. So muss das Songwriting im Gebiet des Progressive Metal sein, so muss ein Album klingen. Und satt macht es sowieso für die nächsten Monate.

Anspieltipps:
Prison Skin, No Face Mindless, Aathma

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

Ash And Coal – Legacy (2017)

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Ash And Coal – Legacy
Label: Vicisolum Productions, 2017
Format: Download
Links: Facebook, Band
Genre: Metal

Die weiten des Metals zu erforschen und diverse Stile zusammenzubringen war schon immer faszinierend für Viktor Klint. Der Schwede versucht sich seit 2008 daran, die perfekten Formen für diese Kombination aus typischem Metal und düsteren Verwandten wie Dark oder Melancholic Metal zu finden. Nach der ersten EP von Ash And Coal, welche unter dem Namen „Agnostica“ erschien, darf man seine Resultate nun auf Albumlänge mit „Legacy“ unter dem Mikroskop sezieren. Am Ende erhält man aber glücklicherweise nicht Bakterienkulturen, sondern ein Werk für die grauen Tage.

Ash And Coal haben es für ihre erste Platte geschafft, die Stücke prägnant auszuformulieren und zwischen Geschwindigkeiten und Einflüssen hin und her zu schalten. Und wie man vom Bandnamen und den Vorsätzen erahnen kann, dominieren hier die schweren und dunklen Klänge – begleitet von der kraftvollen Stimme Klints. Die Band lässt sich mit Stücken wie „War is coming“ in den Doom abdrängen, andere Momente lassen die Gitarren schneller sägen. „Legacy“ erreicht dabei schnell sein Ziel: Man fühlt sich bedrückt, die Melodien und Ergüsse lasten schwer auf einem. Dagegen ist nichts einzuwenden, doch fehlte mir hier manchmal das zwingende Element.

Lieder wie „Everyone’s A Misanthrope“ sind gelungen und locken mit versteckten Mitteln wie einer Surf-Melodie, doch die Platte wirkt zu oft etwas fad. Man hat das Gefühl, Ash And Coal haben ihre eigene Identität noch nicht komplett gefunden und die Lieder gibt es von älteren Bands der dunklen Leidenschaften in besseren Variationen. Ein Reinfall ist „Legacy“ aber auf keinen Fall und überbrückt die Wartezeiten bis zum neusten Werk von Killing Joke oder Fields Of The Nephilim ganz angenehm. Da kann der Winter noch so kalt sein, unsere Herzen sind schon lange abgestorben.

Anspieltipps:
Tell them not to be afraid, Everyone’s A Misanthrope

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.