Tough Love Records

Moon King – Obsession (2013)

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Moon King – Obsession
Label: Tough Love Records, 2013
Format: CD
Links: Discogs, Band
Genre: Indie, Shoegaze, Dreampop

Fröhlich pfeifend hüpfen wir zusammen durch eine Wiese voller hohen Gräsern und blühenden Frühlingsblumen. In unseren Ohren summt eine Melodie immer weiter und die Sonne lacht uns ins Gesicht. Moon King holen uns gleich mit dem ersten Lied „Only Child“ in die Zeiten der unbekümmerten Freiheit zurück. Gerne lasse ich mich darauf ein und stürze kopfüber in das Vergnügen. Denn „Obsession“ ist nicht nur das Debüt der jungen Band aus Kanada, sondern eine Rückbesinnung auf (noch nicht so) alte Tugenden und jubelnde Momente.

Die Platte verbindet ihre beiden EPs mit demselben Namen „Obsession“ zu einer Reise in 12 Teilen. Es gelingt ihnen dabei, eine konstante Wandlung des Klangbildes und eine hübsche Veränderung ihres Auftrittes ohne Stolpersteine zu vollziehen. Startet das Album sehr verträumt und voller Rauschen, so endet es mit viel 80er und Synths. Dazwischen wandeln Maddy Wilde und Daniel Woodhead stilsicher in den letzten Jahrzehnten und plündern die Regale. Dreampop und Shoegaze veredeln Perlen wie „Appel“ zu einem berauschenden Erlebnis und machen dann dem Lo-Fi und Punk Platz. Die Lieder werden gerne auf ihr Skelett reduziert, die verbleibenden Spuren mit viel Hall und Rückkopplung neu belebt. Live präsentiert sich die Band mit vier Leuten, ab Konserve bleibt es ein Duo. Dank geschickter Arbeit mit Overdubs und Spurenschichtung kommt aber nie Langeweile oder der bekannte „Duo-Moment“ der Leere auf. Die Gitarren dürfen immer wild drauflos schrammeln, das Schlagzeug scheppert tanzbare Takte. Mit „Dreamtrap“ kehrt sich das Blatt dann plötzlich um, und die Keyboards halten Einzug. Gerne stelle ich mir hierbei einen fröhlich tanzenden Robert Smith vor, denn oft erinnert die Melodienführung an The Cure – natürlich ohne deren Untergangsstimmung.

Mit dieser Wende erhält das Album ein neues Tempo und holt sich aus den sanften, in die abenteuerlustigen Träume. Dabei verliert die Band nie das Gefühl für die Strukturen der Lieder und beschränkt sich gerne auf Spielzeiten zwischen zwei und drei Minuten. „Obsession“ ist eine spassige und knackige Angelegenheit, die mich nicht nur um Sturm erobert, sondern mir die Freude am Indie zurückgegeben hat. Moon King sind eine frische und tolle Band, die nicht nur live, sondern auch ab CD restlos überzeugen.

Anspieltipps:
Appel, Sleeping In My Car, The Fear Of Love