Total Records

Total Records – Vinyl & Fotografie / Winterthur

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Total Records – Vinyl & Fotografie
Fotomuseum, Winterthur
Ausstellung noch bis 16. Mai 2016

Vinyl breitet sich aus, immer mehr und vor allem stärker in den Massenmarkt und die Modekultur. Somit ist es nicht verwunderlich, dass sich viele von diesem tollen Kuchen ein leckeres Stück abschneiden wollen. Sei es mit Büchern, Publikationen, Designobjekten oder halt eben Ausstellungen. Im Fotomuseum in Winterthur (Schweiz) beschränkt man sich aber auf den optischen Aspekt der Covergestaltung. Bietet sich ja auch an, gingen Schallplatten und Fotokunst schon immer Hand in Hand.

In den Räumen des alten Gebäudes darf man zurzeit viele exemplarische Originale von alten und neueren Alben bestaunen. Die Ausstellung gliedert die Cover dabei nicht nur nach Inhalt und Optik, sondern auch Fotografen und Designer. Dass dabei Hipgnosis, Andy Warhol oder Anton Corbijn grosser Platz eingeräumt wird, überrascht nicht. Diese Künstler waren in vielen Genres und bei unzähligen Musikern wegweisend und machten aus den Umschlägen mehr als nur Bilder zur Musik. Natürlich findet man solch entscheidende Faktoren auch bei Labels wie ECM oder den alten Blues- und Jazz-Ikonen – durch alle Räume von „Total Records“ ziehen sich rote Fäden und spannende Vergleiche. Und zu jedem Unterpunkt findet man herrliche Ergänzungen aus der Schweizer Musikszene – von Chanson bis zu Post-Punk und Industrial.

Zwischen all den LPs, 7inchs und Gatefoldcover findet man auch immer wieder eine Überraschung: So wurden Yello von Herrn Corbijn abgelichtet, oder auf mehreren bekannten Platten die bereits verstorbenen Bandmitglieder entfernt. Denn auch den Schritt zum spielerischen Umgang mit Verfremdung und Neugestaltung von Alben wagt die Ausstellung. Ob geschichtsträchtige 7inch-Scheiben neu mit Collagen verziert oder Albencover zu absurden Grossbildern erweitert werden – „Total Records“ ist keine heilige Zelebration eines verstaubten Mediums. Die Ausstellung ist eine vielfältige und kunterbunte Betrachtungsweise der äusseren Werte. Hübsch präsentiert und interessant ausgewählt, findet hier jeder Musikfan und Vinylliebhaber sein Highlight. Schade nur, werden die Räume nicht mit passender Musik beschallt, wobei dies die Distanz zu Bild und Fotografie etwas stärkt. Hier sollen schliesslich die Leute hinter der Kamera und dem Design glänzen.

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Media Monday #253

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Neue Arbeitsstelle, neues Glück. Zuerst aber ein paar Lücken vom Medienjournal.

1. Wenn mal jemand auf die Idee käme einen Film zu drehen, der etwas völlig neues darstellt, dann wäre ich wohl sehr positiv überrascht. Wenn ich diese tolle Idee hier nun hätte, dann würde ich sie bestimmt nicht euch allen verraten. Aber schlussendlich muss man sich wohl mit den immer selben Muster bei Geschichte und Präsentation begnügen. Oder wer kennt völlig abgefahrene Ausreisser? (Siehe „Enter The Void“, „Holy Monsters“ etc.)

2. Innerhalb der Blogosphäre an sich könnte ruhig mal alles los bleiben wie es ist – für mich jeden Falls. Ich habe meine Nische und mein gemütlicher Platz gefunden, meine Texte werden gelesen und das Hobby macht immer noch Spass. Wieso also grössenwahnsinnig werden?

3. Carey Mulligan braucht sich sicherlich nicht hinter gestandenen Schauspielgrößen zu verstecken, wie eine Tabelle von Vox.com eindrucksvoll beweist, schließlich führt sie hier die Liste der am besten bewerteten Schauspielerinnen an. Eindrucksvoll und meiner Meinung nach auch verdient. So lässt es sich gut grinsen.

4. Hätte ich vorher geahnt, auf was ich mich einlasse, ich hätte wohl noch mehr Vorfreude auf „Captain America – Civil War“ gehabt. Der Film übertraf all meine Erwartungen und schaffte es perfekt die Action und Charaktermomente zu verbinden. Egal wie viele Helden hier um Gerechtigkeit und Ideale kämpfen, am besten funktioniert der Streifen immer dann, wenn die Figuren diskutieren. Und endlich wurde Spider-Man perfekt vom Comic auf die Leinwand übertragen, Nebenfiguren wie Ant-Man in wenigen Minuten glänzend portraitiert, die Geschichte komplex und spannend gestaltet und das gesamte Marvel Cinematic Univers verändert. Danke Russo-Brüder, dies war der beste Marvel-Film seit.. allen. Und wie cool und liebenswert ist denn Scarlet Witch?

5. Wenn ich mich einmal nicht meinen medialen oder popkulturellen Hobbies widme reise ich gerne in der Schweiz oder Welt umher, unterhalte mich mit anderen Menschen oder versuche meine Gedanken etwas zu ordnen. Viele Ideen liegen seit Jahren herum, etwas brach, und wollen nun endlich voran getrieben werden. Ran an die Visionen.

6. Es könnte ruhig mehr Ausstellungen wie „Total Records“ geben, schließlich kann man im Umfeld der Musik noch viele visuelle Aspekte stärker betrachten. Was genau denn an dieser Fotografie-Präsentation so toll war, oder wieso sich der Besuch in Winterthur lohnt erfährt ihr noch diese Woche.

7. Zuletzt habe ich „Special Correspondents“ auf Netflix geschaut und das war ganz unterhaltsam, weil sich hier um eine Komödie handelt, die wieder einmal ein klassisches Szenario aufführt. Der Netflix Original Film ist kein Meisterwerk, es macht aber Spass Rick Gervais und Eric Bana zuzuschauen – und besonders toll zu sehen, wie Vera Farmiga in der geltungssüchtigen Ehefrau aufblüht. Für grosse Lachattacken bleibt der Film aber etwas zu vorausschaubar.