Together Pangea

Together Pangea – Bulls And Roosters (2017)

Together Pangea – Bulls And Roosters
Label: Nettwerk, 2017
Format: CD
Links: Facebook, Band
Genre: Alternative, Folk-Rock, Punk

Wer alles verloren hat, der kann sich unbeschwert in die Zukunft stürzen. So mussten wohl die Musiker von Together Pangea gedacht haben, als die Band aus Kalifornien Label, Management und Bookingagentur verlor. Doch genau dies verschaffte ihnen den Antrieb, ein Album zu schreiben, dass sich stark von ihrem bisherigen Schaffen unterschied. Vorhang auf für „Bulls And Roosters“, die erste Scheibe seit dem 2014 erschienenen „Badillac“, und ein wunderbar abwechslungsreiches Ding.

Laut Bassist Danny Bengston versuchte die Band auf ihre damalige Erfahrungen zu reagieren und eine Reflektion zu schaffen. Darum wurde der Garage-Punk grösstenteils über Bord geworfen, zusammen mit den Exzessen – dafür nahmen nun Folk-Rock und Reminiszenzen an vergangene Jahrzehnte Platz. Together Pangea wechseln somit bei fast jedem der 13 neuen Stücke das Grundgefühl und die Intonierung, auch wenn immer die hellen Gitarren regieren. „Kenmore Ave.“ schwingt wundervoll und zelebriert den Gesang der Sixties, „Better Find Out“ gewinnt jeden Geschwindigkeitsrekord und hüpft allen davon, „Is It Real?“ lädt zum Paartanz ein.

„Bulls And Roosters“ verliert sich aber trotzdem nicht in den Möglichkeiten und Spiegelbildern, und auch ohne weibliche Gegenparts wird hier nicht sinnlos gebolzt. Vielmehr ist dieses Werk ein vielschichtiges, immerzu positiv eingestelltes und auch gerne freches. Instrumentale Stellen fügen sich herrlich zwischen den Gesang ein, die Rohheit des Punk schlängelt sich immer wieder zwischen Hufe und Füsse durch. Und auch wenn man nach einem Durchgang vielleicht kurz überfordert sein soll, die Musik von Together Pangea wächst einem schnell ans Herz.

Anspieltipps:
Kenmore Ave., Better Find Out, Southern Comfort

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.