Sorepoint

How To Fall Asleep – Demo (2016)

How to Fall Asleep - Demo

How To Fall Asleep – Demo
Label: Eigenveröffentlichung, 2016
Format: Download
Links: Facebook, Band
Genre: Metal

Ein Raunen geht durch die Gassen, ein Rumpeln lässt die Pflastersteine erzittern, es brodelt im Aargauer Städtchen Zofingen. Die Ortschaft, die sonst eher für ihre konservative Zurückhaltung bekannt ist, erfährt dank einer frischen Band ein neues Erwachen. Wundert euch also nicht, wenn plötzlich Glasscheiben bersten oder die Kirchglocken einen Sprung kriegen – How To Fall Asleep sind aus ihrem Proberaum emporgestiegen und lassen ihre erste Demo-CD auf die Leute los. Das bedeutet harten Schweine-Rock, Metal und dunkle Nebelschwaden.

Die Mannen hinter dieser Formation sind in der Region keine Unbekannten, How To Fall Asleep setzt sich aus den Gitarristen von Ephedra und Sorepoint, dem ehemaligen Drummer von Don Gatto und dem Sänger von Drive-by Kiss zusammen. Schon in Worten spürt man die geballte Ladung Energie und Lust, die hinter diesen Liedern steckt. Inspiriert von Gruppen wie Killer Be Killed, Machine Head oder Stone Sour kombinieren sie geschickt wilde Blasts und doomartige Passagen mit viel Power. Da es sich hier um ein Demo handelt, sind bei der Produktion Abstriche zu machen – mit grösserer Differenzierung würden HTFA gleich noch heftiger klingen. Trotzdem, Stücke wie „Is This“ drücken einen an die Wand und stecken einem eine Zunge aus Rasierklingen und Stacheldraht in den Mund.

How To Fall Asleep sind eine grosse Ansammlung von Talent und lassen dies im Songwriting auch spüren – man höre sich nur mal „Showdown“ an. Nur Sänger Roger dürfte mit seiner Stimme noch mehr Experimente wagen, so klingen seine Sätze oft etwas zu forciert herausgepresst. Das Demo macht aber viel Spass und beweist, dass Kleinstädte und Kleinbürgertum weiterhin nicht als Synonym verwendet werden dürfen. Aber jetzt ab in den Ring!

Anspieltipps:
Keys, Is This, Circles

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

Live: OXIL Eröffnungsabend, Zofingen, 15-09-11

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OXIL Eröffnungsband
Freitag 11.09.2015
Oxil, Zofingen

Endlich ist es soweit, Zofingen erhält wieder einen Kulturort für Konzerte, die Jugend und tolle Abende. Diesen Freitag fand nach einem hektischen und arbeitsintensiven halben Jahr die Eröffnung im grossen Stil statt. Anstelle einer landbekannten Band haben sich die Oxil-Mitarbeiter entschieden, gleich den halben Zofinger Musiknachwuchs einzuladen und auf zwei Bühnen spielen zu lassen. Eine wunderbare Entscheidung, die Eröffnung wurde ein grosser Erfolg.

Nach einer Ansprache und Danksagung hiess es aber zuerst einmal die Räumlichkeiten zu begutachten. Nebst dem hübschen Bistro mit grossen Fenstern und kleiner Bar, ist natürlich der Konzertsaal Zentrum aller glücklichen Momente. Der Raum wurde komplett renoviert, eine grosse Bar eingebaut und sogar mit einem Fumoir ausgestattet. Endlich kann man seiner Sucht fröhnen, ohne die Augen von der Bühne zu nehmen. Das wurde auch ausgiebig genutzt, nur der Zigarettenautomat fand es uncool im Rauch zu stehen und gab den Geist auf. Aber die wahren Wunder geschahen sowieso auf und vor der Bühne, sowie zeitweise in der Gasse vor dem Oxil. Der Besucherandrang war so gross, dass das Lokal komplett voll war und man die Leute nur noch tröpfchenweise in den Saal lassen konnte. Ein wahrer Erfolg, damit hat wohl niemand gerechnet – erste Abende in einem neuen Ort sind immer eine schwierige Angelegenheit. Man traf alte Freunde, machte neue, führte laute und witzige Gespräche und feierte das Leben.

Wer nicht nur trinken und lachen wollte, konnte dazwischen die Musiker bejubeln. Oskar Lewyn startete alleine mit seiner akustischen Gitarre im Bistro und transportierte den Raum nach Amerika. Härter wurde es bei Ephedra, ihr Stoner-Rock driftet gegen Metal und liess die Leute headbangen. Leider ist das Oxil scheinbar etwas schwierig abzumischen und der Klang war nicht immer perfekt. So auch bei Sorepoint, aber dieser Umstand konnte das Bier auch nicht trüben. Und krachen muss es auch nicht immer, das bewiesen Moscow Mule mit einem akustischen Set. Ihre Musik konnte aus neuer Kraft glänzen und die Lieder bewiesen ihre innere Stärke. Leider konnte die Gruppe am Ende des Konzertes keine Zugabe spielen, all ihre umgedachten Songs waren aufgebraucht. Grosser Jubel gab es trotzdem. Den erhielt auch Samsoelacroix mit seiner tollen Rap-Einlage und die wunderbaren Bell Baronets mit ihrer genialen Gitarrenmusik.

Den krönenden Abschluss durften Manook aus Deutschland bieten, ihr wilder Electro-Swing liess das Oxil beben. Hier stimmte die Abmischung, die Band und die Lieder. Endlich wurde dieses repetitive Genre durchgeschüttelt und frisch präsentiert. Vor allem der Drummer war mitreissend! Somit torkelten alle müde und zufrieden grinsend um drei Uhr morgens aus dem Saal und nahmen den Weg in die Stadt auf sich. Ich weiss nicht wie hoch die Messlatte für einen perfekten Eröffnungsabend liegt, aber das Oxil hat diese eindeutig übertrumpft und gezeigt, dass Zofingen nicht nur Kultur braucht, sondern auch viel Tolles vorzuweisen hat. Gratulation und Dank an alle Helfer, Künstler, Initianten und Besucher. Weiter so!

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