Siren Section

Siren Section – New Disconnect (2017)

Band: Siren Section
Album: New Disconnect
Genre: Wave / Elektro / EBM

Label/Vertrieb: Eigenveröffentlichung
VÖ: 27. Oktober 2017
Webseite: sirensection.com

Warum sollte man sich zwischen alten Legenden der elektronischen Musik und neuen Talenten entscheiden müssen? James Cumberland und John Dowling dachten sich wohl genau dies, als sie 1994 zum ersten Mal gemeinsam musizierten und heute nun unter dem Banner Siren Section in allen Formen der digitalen Musik für Furore sorgen. Mit ihrem neusten Werk „New Disconnect“ wird somit auch keine Stilbegrenzung vorgenommen, sondern zwischen Einflüssen des Krautrock, Cold Wave, Techno und EBM gependelt. Und ja, das macht Laune.

Obwohl sich die Produktion manchmal etwas zu flach anhört, sorgt dies für die nötige Kühle und Distanz auf dem Album. Lieder wie „June Future“ fallen auch in der Grufti-Szene nicht auf, wagen sich aber sogar an den Flirt mit dem alten Indierock. Siren Section behalten in all diesen Ideen immer den Überblick und haben ein Album geformt, das sowohl kohärent als auch überraschend ist. So darf man bei „Here Comes The Midnight Sun“ im Drum’n’Bass tanzen, „Santa Cruz“ führt dreckige und stark verzerrte Synthies ins Feld. Ob Kraftwerk oder Depeche Mode, hier findet sich alles ein.

Dass sich bei „New Disconnect“ erst um das zweite Album von Siren Section handelt, würde man nicht denken, aber zu diesem Ziel haben auch viele Kollaborationen und Versuche unter anderen Namen geführt. Gut also, hat sich das Duo wieder zusammengefunden und zeigt mit seinen Kompositionen, dass sich niemand vor elektronischer Musik fürchten muss. Ob man nun wild feiern oder alleine geniessen will, Tracks wie „Ground Descending“ erlauben beides und sehen immer schmuck aus.

Anspieltipps:
June Future, Santa Cruz, New Disconnect

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

Advertisements