Netflix

Kyle Dixon und Michael Stein – Stranger Things 2 OST (2017)

Schwere Synthies, extreme Echos und alles in voluminösem Hall gebettet – die Musik zum Netflix-Hit „Stranger Things“ stand den Bildern in Sachen Achtziger-Romantik in nichts nach. Kyle Dixon und Michael Stein, besser bekannt unter dem Namen SURVIVE, haben sich von ihrer Kindheit beeinflussen lassen und die Serie perfekt untermalt. Auch für „Stranger Things 2“, also die zweite Staffel, gilt erneut das Erfolgsrezept: Mysteriöse Klangmelodien treffen auf Ambient-Konstrukte und setzten sich mit vollem Gewicht zwischen die Emotionen.

Mit 35 Tracks erhält man eine sehr umfangreiche Sammlung an kurzen Instrumentalstücken, welche die Kinder bei ihren Abenteuern begleiten und dabei die Stimmungen sehr schön einfangen. Kyle Dixon und Michael Stein schaffen es immer wieder, in ihren schlanken Kompositionen ganze Bilder zu kreieren und dabei Furcht, Freude, Liebe und Triumph in einzelnen Tönen darzustellen. So wirken „Birth Rescue“ oder „It’s A Trap“ wahrlich angsteinflössend und steigern sich zu extremer Lautstärke, „Eight Fifteen“ oder „She Wants Me To Find Her“ verpacken jugendliche Gedanken wunderschön ein. Und wenn plötzlich noch das elektronische Drum Einzug hält („Soldiers“), dann gibt es kein Halten mehr.

Die Musik von „Stranger Things 2“ macht viel Freude – sei es aus nostalgischen Gründen, wegen dem wunderbaren Umgang mit Gefühl und Melodie oder den herrlichen Einflüssen von alten Soundtrack-Magiern wie John Carpenter. Somit haben es Kyle Dixon und Michael Stein geschafft, nicht nur einen gelungene Untermalung für Bilder herzustellen, sondern eine Ambient-Platte kreiert, die vielseitig und tiefrot leuchtend ist. Egal auf welcher Seite der Welt man diese nun hört.

Anspieltipps:
Eight Fifteen, Soldiers, The Hub, Levitation

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

Nick Cave & Warren Ellis – War Machine (2017)

Nick Cave & Warren Ellis – War Machine
Label: Lakeshore Records, 2017
Format: Download
Links: Discogs, Künstler
Genre: Soundtrack, Electronica

In den aktuellen Zeiten des Streamings passieren Dinge, die früher nicht einmal als Witz funktioniert hätten. So produzierte der Gigant Netflix mit Regisseur David Michôd einen satirischen Kriegsfilm, positionierte Brad Pitt in der Hauptrolle und liess die Musik von Nick Cave und Warren Ellis komponieren – nur um den Film den Leuten auf kleinen Bildschirmen in unkonzentrierten Momenten näher zu bringen? Bin ich etwa schon zu alt, um ein solches Vorgehen zu verstehen? Wie auch immer, die beiden Musiker haben uns immerhin einen Soundtrack geschenkt, der an Schönheit und Tiefe den Film selber um Weiten übertreffen.

Wenn Nick Cave und Warren Ellis zusammen Songs schreiben, dann entstehen meist wunderschöne und bewegende Momente – zuletzt gehört beim Album „Skeleton Tree“ mit The Bad Seeds. Auch ihre Soundtrack-Arbeiten haben schon manche Stunden im Lichtspiel intensiver gestaltet – und auch „War Machine“ bietet die nötige Spiritualität. Denn obwohl es eigentlich um kriegerische Handlungen geht, werden bei der Musik die leisten Töne gross geschrieben. Tracks wie „Humble Man“ oder „Marjah“ beginnen oft in der sanften Electronica, gleiten wie Ambient dahin und leben von den Synthies.

Wenige Instrumente des Orchesters kommen zum Einsatz, viel eher gelten hier die düsteren Stimmungen und das langsame Wachstum. Denn immer wieder gelingt es Nick Cave und Warren Ellis, Elemente der militärischen Musik mit schönen Melodien zu kombinieren und den Hörer dann doch vor einen Berg zu stellen. Was teilweise direkt von „Skeleton Tree“ stammen könnte, gerät aber auch wunderbar karg und dann wieder extrem elektronisch. Nicht zuletzt war es darum auch eine perfekte Entscheidung, vier Stücke von Roedelius in den Score einzuverweben. „War Machine“ ist somit unaufgeregt, zurückhaltend und genau darum auch faszinierend hübsch.

Anspieltipps:
Humble Man, Thousands Of Parades All Over America, Marjah

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

Media Monday #255

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Dieses Pfingstwochenende hatte es in sich, und die Tage davor auch. Fünf Konzerte in einer Woche sind doch etwas viel, aber ein wenig Platz für Film und TV blieb trotzdem. Die Vorlage stammt wie immer vom Medienjournal.

1. So ein langes Pfingstwochenende verleitet ja regelrecht dazu viel zu unternehmen und viel Zeit im Wohnzimmer zu verbringen. Denn wie meist, war es auch dieses Jahr eher regnerisch. Darum hab ich die Gelegenheit genützt um bei einem Freund zu Hause die VR-Brille für sein Smartphone auszuprobieren. Eine ganz unterhaltsame Sache, wenn auch das Angebot an Videos und „Spiele“ noch sehr klein ist.

2. Das Abendessen verwechsle ich ja gerne mal mit ein paar Flaschen Bier, an solchen Wochenenden. Besonders wenn man jeden Abend mit Freunden an ein Konzert geht. Wunderbar daran ist aber, dass man sich dann auch mal ein Essen nach dem Ausgang kocht. Zum Beispiel gleicht mit fünf Gästen in der eigenen Wohnung, und dazu leidenschaftlich über Musik spricht. Bis drei Uhr Nachts.

3. Am Samstag war GraticComicTag, die FedCon läuft dieser Tage auch noch. Mir persönlich war beides egal. Ich schaue weder Star Trek, noch mag ich Comics in deutscher Übersetzung lesen. Beim amerikanischen Pendant bin ich aber bestimmt wieder in einem Shop anzutreffen.

4. Wenn es „Chelsea“ nicht gäbe, ich würde wohl mein Leben genau so fortführen wie mit dem Angebot dieser neuen Talkshow auf Netflix. Sicherlich, die Dame ist ja ganz ok und auch immer mal interessant, doch das Konzept hinter der Sendung begreife ich noch nicht wirklich. Und drei neue Folgen pro Woche? Da wird sich doch schnell eine Übersättigung einstellen.

5. ESC-Twittern, Tatort-Twittern, dieses ganze kollektive Fernsehen war mir bis jetzt komplett unbekannt. In meinem Wohnzimmer steht zwar ein TV, der wird aber nur für Bluray und Netflix benutzt. All diese Schrottsender empfange ich nicht, auf den sozialen Netzwerken treibe ich mich nicht herum. Lieber mit echten Menschen ab und zu über Filme, Serien und das Leben diskutieren.

6. Leute, kennt ihr eigentlich eine tolle Alternative zu dem iPod Classic? Solltet ihr nämlich unbedingt, schließlich gibt mein liebstes Gerät so langsam den Geist auf und ich will doch nicht ein iPod Touch mit nur 64GB kaufen. Das reicht ja knapp für alles von U2, Ellie Goulding und Marillion. Und gibt es ein Spieler, der die Dateien von iTunes abspielen kann?

7. Zuletzt habe ich das Technorama in Winterthur besucht und das war aufregend, spannend und unterhaltsam, weil man in diesem Wissenschafts-Zentrum hunderte von Experimente selber durchführen kann. Die Welt der Physik, Chemie, Biologie und Technik wird einem somit greifbar gemacht und auf wundersame Weise erklärt.

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Media Monday #254

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Was war das toll, ein solch langes Wochenende. Zum Start der normalen Woche noch der neuste Lückentext vom Medienjournal.

1. Wirklich, bei der Besetzung hätte ich mir bei „New Girl“ nichts anderes wünschen können. Die Hauptfiguren sind mir nach wenigen Folgen bereits stark ans Herz gewachsen und ich fühle mich wieder wie damals bei „Friends“: Ich wurde in eine neue Gang aufgenommen und darf mit ihnen alle Höhen und Tiefen des Lebens durchmachen. Nur, dass Coach nach der Pilotfolge plötzlich weg war hat mich etwas verwirrt.

2. So schön das Hobby Film auch sein mag, meine Freundin / meine Freunde hat/haben immer Vorrang, schließlich besteht das Leben zum grössten Teil aus der Realität und nicht fremden Welten und Personen auf dem Bildschirm. Und die Natur / Welt ist einfach auch zu schön, um nicht mit den eigenen Augen gesehen zu haben.

3. Jeder Film von Monty Python ist eine großartige Satire, denn ich liebe den direkten und schwarzen Humor aus England. Hier wird niemanden verschont und keine Pointe ist zu flach oder doof. Da wir in der Schweiz den Humor leider schon lange verloren haben, ist ein solcher Streifen immer eine wunderbare Abwechslung.

4. Beim Thema Dokumentationen lasse ich mich gerne durch Freunde beraten oder greife blindlings bei Netflix zu. In Diskussionen erfährt man aber meist am besten von neuen Themen und Filme.

5. Irgendwie scheint ja jeder unzählige Serien gesehen zu haben, wohingegen ich mit meiner Programm überhaupt nicht nach komme. Dieses Wochenende gab es die ersten paar Folgen von „Marseille“ – eine echt spannend gemachte Polit-Action-Serie von Netflix. Natürlich erinnert man sich an „House Of Cards“, doch alles ist ein wenig französischer. Also mehr Zigaretten, Kriminalität und Sex.

6. Die Rechenleistung meines MacBook hat sich nicht wirklich zu ihrem/seinen Vorteil entwickelt, schließlich wurde der Laptop seit Jahren immer langsamer und müder. Doch nun wage ich das Update auf „El Capitan“. Falls ihr also bald nichts mehr von mir liest, hat die Frischzellenkur nicht geklappt.

7. Zuletzt habe ich mit meiner Freundin die Fantasy Basel besucht und das war super unterhaltsam und ein echt lustiger Tag, weil die Schweizer Comic-Con in ihrer zweiten Ausgabe grösser, besser und bunter wurde. Nebst Ständen voller Funko-Pop Figuren, Comics und verrücktem aus Asien, gab es viele Cosplayer zu betrachten, Games zum testen, Trailer zu gucken und Modelle zu bestaunen. Plötzlich waren die Verlierer wieder die Könige der Welt.

Media Monday #253

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Neue Arbeitsstelle, neues Glück. Zuerst aber ein paar Lücken vom Medienjournal.

1. Wenn mal jemand auf die Idee käme einen Film zu drehen, der etwas völlig neues darstellt, dann wäre ich wohl sehr positiv überrascht. Wenn ich diese tolle Idee hier nun hätte, dann würde ich sie bestimmt nicht euch allen verraten. Aber schlussendlich muss man sich wohl mit den immer selben Muster bei Geschichte und Präsentation begnügen. Oder wer kennt völlig abgefahrene Ausreisser? (Siehe „Enter The Void“, „Holy Monsters“ etc.)

2. Innerhalb der Blogosphäre an sich könnte ruhig mal alles los bleiben wie es ist – für mich jeden Falls. Ich habe meine Nische und mein gemütlicher Platz gefunden, meine Texte werden gelesen und das Hobby macht immer noch Spass. Wieso also grössenwahnsinnig werden?

3. Carey Mulligan braucht sich sicherlich nicht hinter gestandenen Schauspielgrößen zu verstecken, wie eine Tabelle von Vox.com eindrucksvoll beweist, schließlich führt sie hier die Liste der am besten bewerteten Schauspielerinnen an. Eindrucksvoll und meiner Meinung nach auch verdient. So lässt es sich gut grinsen.

4. Hätte ich vorher geahnt, auf was ich mich einlasse, ich hätte wohl noch mehr Vorfreude auf „Captain America – Civil War“ gehabt. Der Film übertraf all meine Erwartungen und schaffte es perfekt die Action und Charaktermomente zu verbinden. Egal wie viele Helden hier um Gerechtigkeit und Ideale kämpfen, am besten funktioniert der Streifen immer dann, wenn die Figuren diskutieren. Und endlich wurde Spider-Man perfekt vom Comic auf die Leinwand übertragen, Nebenfiguren wie Ant-Man in wenigen Minuten glänzend portraitiert, die Geschichte komplex und spannend gestaltet und das gesamte Marvel Cinematic Univers verändert. Danke Russo-Brüder, dies war der beste Marvel-Film seit.. allen. Und wie cool und liebenswert ist denn Scarlet Witch?

5. Wenn ich mich einmal nicht meinen medialen oder popkulturellen Hobbies widme reise ich gerne in der Schweiz oder Welt umher, unterhalte mich mit anderen Menschen oder versuche meine Gedanken etwas zu ordnen. Viele Ideen liegen seit Jahren herum, etwas brach, und wollen nun endlich voran getrieben werden. Ran an die Visionen.

6. Es könnte ruhig mehr Ausstellungen wie „Total Records“ geben, schließlich kann man im Umfeld der Musik noch viele visuelle Aspekte stärker betrachten. Was genau denn an dieser Fotografie-Präsentation so toll war, oder wieso sich der Besuch in Winterthur lohnt erfährt ihr noch diese Woche.

7. Zuletzt habe ich „Special Correspondents“ auf Netflix geschaut und das war ganz unterhaltsam, weil sich hier um eine Komödie handelt, die wieder einmal ein klassisches Szenario aufführt. Der Netflix Original Film ist kein Meisterwerk, es macht aber Spass Rick Gervais und Eric Bana zuzuschauen – und besonders toll zu sehen, wie Vera Farmiga in der geltungssüchtigen Ehefrau aufblüht. Für grosse Lachattacken bleibt der Film aber etwas zu vorausschaubar.

Media Monday #248

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Will man eigentlich immer fremden Menschen dabei zuschauen, wie sie heroisch ihr interessantes Leben bestreiten? Ja gerne, findet auch der Medienjournal. Heute mit Fragen von Gloria.

1. Zu Ostern wünsche ich mir nur eines, nämlich nicht all zu viele Schokohasen zu kriegen. Sonst liegen die wieder frech für Wochen und Monate in der Küche herum und versuchen sich zwischen die Mahlzeiten zu zwängen. Es gibt sowieso bessere Schokolade, als diese Industriegussfiguren.

2. Bevor ich mich an „Fuller House“ wage würde eher eine Sichtung der alten Folgen (noch unter dem Namen „Full House“) Sinn machen. Denn ich kann mich nicht mehr wirklich an die Serie erinnern. Netflix bietet nun aber alle Folgen der acht Staffel. Mein Gott ist das viel Material!

3. Früher haben wir zu Ostern noch viel mehr gebastelt. Heute schreibe ich praktisch nur noch Texte. Oder wäre es vielleicht an der Zeit, ein edles Mixtape zu kreieren, das in jedem Song Bezug zu Hasen, Eier oder Jesus nimmt? „Bunny’s Jesus Eggs“, now only on CD.

4. Wenn ich an „Batman v Superman: Dawn Of Justice“ denke, dann möchte ich am liebsten heulen. Zack Snyder hat aus einer schier unendlichen Menge an Potential ein Film gebastelt, der an keinem Punk stimmig ist und immer wieder in sich selber zusammenfällt. Was für ein Chaos, was für Hick-Hack. Immerhin ist Gal Gadot als Wonder Woman hammermässig!

5. „Batman And Robin“ werde ich nie wieder ansehen, weil Joel Schumacher aus der Fledermaus eine lächerliche Witzfigur gemacht hatte – mit Batman Kreditkarte und Nippel. Die Geschichte ist absolute Kacke, das Setdesign ein Alptraum und die Dialoge unterirdisch. Allgemein sind praktisch alle Batman-Verfilmungen vor „Batman Begins“ nicht auszuhalten.

6. Jesse Eisenberg hätte eigentlich längst mal eine größere Auszeichnung verdient, und zwar weil er immer in jeder Rolle ausdrucksstark den Zeitgeist trifft. Seine Darstellung von Lex Luthor im neusten DC-Blockbuster ist eine vorzügliche Mischung aus Nerd, Wahnsinniger und CEO des 21. Jahrhunderts. Doch noch ein weiterer positiver Punkt zum Gladiatorenkampf.

7. Als gute Geschenkidee würde ich praktisch nie etwas empfehlen, weil ich total unbegabt bin, passende Geschenke zu finden. Egal wie nahe mir eine Person steht, ich bin immer zu spät, zu unkreativ und zu verzweifelt. Glücklicherweise haben wir bei uns in der Familie schon lange damit aufgehört, einander tonnenweise Dinge zu verteilen. Geht ja auch ohne.

Media Monday #247

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Frühling, bist du jetzt dann wirklich da? Füll diese Fragen mit Sonne und Freizeit in der Natur. Der Medienjournal macht’s vor.

1. Ob fiktiver oder realer Ort, einmal den Schuppen aus „Room“ zu besuchen, wäre absoluter Horror. Ich hasse enge Räume, aus denen ich mich nicht freiwillig entfernen kann. Der Film jedoch ist grossartig und emotional mitreissend. Schade nur, dass William H. Macy so wenige Minuten dabei ist.

2. Fernab des Media Monday gefällt mir die Blog-Aktion „Liebster Award“. Da kann man herrlich merkwürdige Fragebögen beantworten und andere Blog-Schreiber dazu zwingen, seine eigenen Ergüsse tiefgründig zu analysieren. Leider jedoch verpasse ich wohl viele Nominationen, also nehmt es mir nicht übel sondern schreibt ein Kommentar und weist darauf hin. Und wenn nicht, dann nominiert mich gefälligst.

3. Michael Shannon hätte ich ja länger schon den großen Durchbruch gewünscht, schließlich ist er einer der talentiertesten und besten Schauspieler der letzten Jahre. Seine Charakterdarstellungen sind immer extrem fesselnd, seine Präsenz hebt sogar Blockbuster-Gekrache wie „Man Of Steel“ auf eine neue Ebene.

4. Erstaunlich, wie wenig sich meine Begeisterung für gezeichnete Filme und Serien seit meinem Netflix-Wahn verändert hat, denn immerhin bietet der rote Riese eine Vielzahl solcher Produktionen. Doch leider war mein letzter Versuch mit „F Is For Family“ eher mittelmässig gut. Anstrengend laut, leider nicht wirklich lustig und voller Füllfiguren – da wäre mehr möglich gewesen.

5. Dem Franchise der „Young Adult“ Filme kann ich ja kaum noch etwas abgewinnen, denn nachdem sich „The Hunger Games“ selber immer weiter in die Lächerlichkeit brachte, folgen nun die noch schlechteren Abklatsche. Schön, dass die Studios hier einen weiteren Geldhaufen gefunden haben, der ohne Kreativität und Aufwand ausgenommen werden kann. Scheinbar besitzen Teenager ja keinen Anspruch, denken die Macher dahinter zumindest. So ein Verhalten ist einfach nur scheisse.

6. Lange hat mich kein Film mehr so von den Socken gehauen wie die Geschichtensammlung „Black Mirror“. Mit viel Ideenreichtum und kritischem Blick in die Zukunft gehen die Macher das komplexe Thema Mensch und Technologie an. Wie schnell wir uns selber auf falsche Wege bringen könnten wusste nicht nur George Orwell. Netflix will die Sendung 2016 mit zwölf neuen Folgen erweitern, ich hoffe nur, dass dies nicht etwas zu viel ist. Bisher funktionierten drei Folgen pro Staffel wunderbar.

7. Zuletzt habe ich mit der zweiten Staffel von „Daredevil“ begonnen und das war erstaunlich brutal und hart, weil mit dem Punisher nun eine der gnadenlosesten Figuren von Marvel aufs Spielfeld zurück gekehrt ist. Wie gewohnt, bieten die neuen Folgen aber auch wieder wunderbar menschliche Momente, tolle Dialoge und beste TV-Unterhaltung.

Media Monday #246

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Die Mitte des Monats ist erreicht, doch ein Ende bei den Lückentexten vom Medienjournal ist nicht abzusehen. Gut so.

1. Meine größte Passion ist ja zurzeit die Mitarbeit bei ArtNoir, dem Online-Musikmagazin. Dank dieser Plattform erhalte ich nicht nur Zugang zu vielen neuen Alben und tollen Konzerten, sondern lerne immer wieder neue und super Menschen kennen. Die Musik beschränkt sich somit nicht mehr nur auf den eigenen Konsum, sondern viel stärker auf den Austausch und die Weitergabe der Emotionen. Und bald kommt etwas Tolles auf euch zu, seid gespannt.

2. Gerade „Cooked“ finde ich ja ungemein faszinierend, weil Netflix hier nicht einfach eine weitere Dokumentationsserie über das Kochen produziert hat, sondern einen sehr tiefen Blick in Ernährung allgemein bietet. Michael Pollan untersucht Essen und Nahrungsmittel anhand der vier Elemente und scheut dabei auch nicht vor politischer Kritik zurück. Hier lernt man keine neuen Rezepte, sondern was es heisst, sich als Mensch zu ernähren.

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3. Die Saga „The Dark Tower“ hat mich dahingehend enttäuscht, dass Autor Stephen King ab dem vierten Band der Reihe sich völlig in unnötigen Nebengeschichten, langweiligen Wiederholungen und schlechter Sprache verliert. Momentan hadere ich mit „Wolves Of The Calla“ und bin dabei in das Schema des Querlesens abgedriftet. Hoffentlich steigert sich die Qualität bei den übrigen zwei Büchern wieder, auch wenn die Würze wohl nie mehr in der Kürze liegt.

4. Ein erstes Highlight im noch jungen Jahr war für mich aus filmtechnischer Sicht der Besuch des FIFF (Festival International de Films de Fribourg). Obwohl meine Freundin und ich nur einen Tag in der Stadt verweilten und uns zwei Filme zu Gemüte führten, war die Präsentation und das Thema „Frau“ wunderbar. Besonders eindrücklich war der Dokumentarfilm „He Named Me Malala“, über die junge Aktivistin Malala Yousafzai aus Pakistan. Ihr Kampf für Schulbildung für alle Mädchen auf dieser Welt ist faszinierend und mitreissend. Was für eine intelligente und gütige Person.

5. Will Arnett hat bis jetzt eine vielversprechende Karriere hingelegt, schließlich überzeugte er als wunderbar doofer Magier in „Arrested Development“, als Batman in „The Lego Movie“ und jetzt auch als Chip in seiner eigenen Serie „Flaked“. Dabei mischt er die Themen und Stimmung von „Bojack Horseman“ mit der Sonne von Venice Beach. Diesen Humor mag ich sehr. Und Arnetts Stimme sowieso!

6. Wenn Zeit/Geld kein Problem wäre(n), wäre es ja mein Traum, die Welt noch viel mehr zu erkunden. Städte und Länder zu bereisen, über die ich bisher nur gelesen habe, dazu meinen Blog weiterführen und die Musik in diesen Gebieten erforschen. Vielleicht sollte ich mir dazu ein Reisebüro als Sponsor suchen. Oder einfach eine Band auf ihrer Tour begleiten.

7. Zuletzt habe ich „99 Homes“ gesehen und das war überraschend gut, weil der Film das Thema der Immobilienkrise in den USA aus einer interessanten Perspektive zeigt. Und dank Michael Shannon und Andrew Garfield zwei wunderbare Hauptdarsteller auffährt. Ein Film der wohl bei allen unter dem Radar vorbeizog.

Media Monday #245

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Auch wenn diese Woche das Internet bei mir nicht so mitmachen wollte, gab es doch einige Dinge, die Medienjournals Lücken schliessen.

1. Als ich „Love“ auf Netflix geschaut habe, war das wie eine Frischzellenkur, denn die Serie zeigt endlich mal ungeschminkt, wie kaputt Dating und Sex sein kann. Mit tollen Ideen und unverbrauchten Schauspielern zeigt Judd Apatow wie schwierig es in der Welt sein kann ein passendes Gegenstück zu finden, das sich mit allen Macken und Ticks abfindet. Und der Vorspann ist grossartig.

2. „Loaded Weapon“ sollte ich dringend mal wieder einer Sichtung unterziehen, denn diese Parodie auf „Lethal Weapon“ fand ich als Junge grossartig und sah den Film wohl öfters, als das Original. Ob die Witze immer noch funktionieren? Nostalgie gewinnt hier wohl.

3. Es ist echt schwer, Gleichgesinnte zu finden, wenn es um das Thema Superman geht. Allerdings muss ich auch sagen, dass mir dieser Strahlemann nie so gefallen hat, wie der dunkle Ritter aus Gotham. Trotzdem freu ich mich wie ein kleiner Junge auf „Batman v Superman“ und habe diese Woche endlich einmal „Superman II“ geschaut. Der „Richard Donner Cut“ ist erstaunlich kurz und anders, aber irgendwie inhaltlich ziemlich seicht. Sicherlich ein Zeugnis seiner Zeit, heute aber nur noch mit Abstrichen geniessbar.

4. Eins meiner liebsten Zitate bietet wohl „The Big Lebowski“, oder gleich mehrere:
– Yeah, well, you know, that’s just, like, your opinion, man.
– Shut the fuck up, Donny.
– You are entering a world of pain!
– You said it, man. Nobody fucks with the Jesus.
– Shomer fucking Shabbos.
– Well, sir, it’s this rug I had. It really tied the room together.

5. Ich glaube ja nicht, dass „The Following“ einen derartigen Erfolg gehabt hätte, wenn nicht Kevin Bacon die Hauptrolle übernommen hätte. Denn die Geschichte driftet mit jeder Folge weiter in die Absurdität ab. Die Serie macht zwar auf kaputte Weise Spass, aber Logik wird selten gefragt.

6. Von den gängigen Angeboten für Kinokarten ausgehend, hatte ich mir ja bei Kinokarte.ch etwas völlig anderes erwartet, schließlich bieten die alternativen Kinos RiffRaff, Houdini, Burbaki und Arthouse damit nicht nur eine schicke Kundenkarte, sondern bei jedem Eintritt 5 CHF Reduktion. So viel Vergünstigung erhält man selten – besonders bei einer solch interessanten Filmauswahl, fern vom Massengeschmack.

7. Zuletzt habe ich „Spotlight“ im Kino angesehen und das war mitreissend und erschütternd, weil die wahre Geschichte um Kindesmissbrauch durch die katholische Kirche leider weiterhin ein grosses Thema ist. Der Film von Thomas McCarthy ist nicht nur perfekt besetzt und geschrieben, sondern auch wunderbar unaufgeregt. Aber in seiner Ausführung total fesselnd und überzeugend. Hier waren beide Oscar-Gewinne gerechtfertigt. Und Mark Ruffalo überstrahlt alle.

 

Media Monday #244

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Da schummelt uns der Februar noch einen weiteren Montag ins Haus. Wie frech, aber da müssen wir uns wohl beugen. Sagt zumindest der Medienjournal.

1. Es ist/war wieder Zeit für die Oscars. Meine Meinung: Ehrlich gesagt gehen die Oscars immer an mir vorbei. Sicherlich, ich werde die Gewinner im Internet nachlesen und mich bestimmt über gewisse Vergaben freuen, doch das wäre es dann auch schon wieder. Ein Film wird schliesslich nicht besser, nur weil er eine goldene Statue gewonnen hat. Schön aber sind die Bilder von den hübschen Schauspielerinnen, verführerisch auf dem roten Teppich.

2. Eine Werkschau der Produktionen von/mit den Coen Brothers wäre doch mal ganz was tolles, besonders da mit „Hail Caesar!“ nun der neuste Film von ihnen in den Kinos gezeigt wird. Dieser reicht leider nicht an die Genialität ihrer älteren Streifen heran, hat mich aber dank den herrlich überzeichneten Figuren und Kostümen sehr unterhalten. Erstaunlich auch, welche grosse Namen sich für sehr kurze Auftritte engagieren liessen.

3. Filme und Serien haben vieles gemein, unterscheiden sich aber auch in mindestens ebenso vielen Punkten. Tendenziell bevorzuge ich momentan moderne Serien. Meist bieten diese genau so viele Schauwerte wie Hollywoodstreifen, verfügen aber über mehr Wagemut und Entwicklung. Besonders dank den Streaming-Anbietern, hat sich die Landschaft im TV stark verändert. Schliesslich ist sogar Marvel bei Netflix mitreissender, als mit ihren eigenen Filmen.

4. Der März steht vor der Tür und da freue ich mich am meisten auf die Vorpremiere von „Batman V Superman“, das wird ein grosser Kinomoment. Und dann geht meine Jobsuche in eine weitere Runde mit dem ersten Vorstellungsgespräch. Läuft.

5. Wenn ich es nicht besser wüsste hätte ich „Close Encounters Of The Third Kind“ niemals so alt eingeschätzt, wie der Film wirklich ist. Die Effekte und Bilder sind bis heute beeindruckend, der Umgang mit dem Thema Aliens und Kommunikation toll gelöst. Und endlich bricht mal kein Krieg zwischen den Welten aus. Damals war Spielberg halt noch gut.

6. Der Sonntag 28.02.16 wird mir immer für den Sieg der Menschlichkeit über den Rassismus im Gedächtnis bleiben, schließlich hat das Stimmvolk den rechten Idioten in der Schweiz endlich gezeigt, dass es langsam reicht mit der Hetze. Die Durchsetzungsinitiative wurde abgelehnt, Faschismus abgewendet. Danke!

7. Zuletzt habe ich Ellie Goulding zum vierten Mal in meinem Leben live gesehen und das war grossartig, weil das Publikum in Zürich unglaublich freudig mitfeierte. Die Stimmung und das Konzert waren besser als der Auftritt der Sängerin in Barcelona. Unglaublich aber wahr! Mehr dazu bald auf ArtNoir und später hier in diesem Theater.

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