Marvel

Media Monday #253

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Neue Arbeitsstelle, neues Glück. Zuerst aber ein paar Lücken vom Medienjournal.

1. Wenn mal jemand auf die Idee käme einen Film zu drehen, der etwas völlig neues darstellt, dann wäre ich wohl sehr positiv überrascht. Wenn ich diese tolle Idee hier nun hätte, dann würde ich sie bestimmt nicht euch allen verraten. Aber schlussendlich muss man sich wohl mit den immer selben Muster bei Geschichte und Präsentation begnügen. Oder wer kennt völlig abgefahrene Ausreisser? (Siehe „Enter The Void“, „Holy Monsters“ etc.)

2. Innerhalb der Blogosphäre an sich könnte ruhig mal alles los bleiben wie es ist – für mich jeden Falls. Ich habe meine Nische und mein gemütlicher Platz gefunden, meine Texte werden gelesen und das Hobby macht immer noch Spass. Wieso also grössenwahnsinnig werden?

3. Carey Mulligan braucht sich sicherlich nicht hinter gestandenen Schauspielgrößen zu verstecken, wie eine Tabelle von Vox.com eindrucksvoll beweist, schließlich führt sie hier die Liste der am besten bewerteten Schauspielerinnen an. Eindrucksvoll und meiner Meinung nach auch verdient. So lässt es sich gut grinsen.

4. Hätte ich vorher geahnt, auf was ich mich einlasse, ich hätte wohl noch mehr Vorfreude auf „Captain America – Civil War“ gehabt. Der Film übertraf all meine Erwartungen und schaffte es perfekt die Action und Charaktermomente zu verbinden. Egal wie viele Helden hier um Gerechtigkeit und Ideale kämpfen, am besten funktioniert der Streifen immer dann, wenn die Figuren diskutieren. Und endlich wurde Spider-Man perfekt vom Comic auf die Leinwand übertragen, Nebenfiguren wie Ant-Man in wenigen Minuten glänzend portraitiert, die Geschichte komplex und spannend gestaltet und das gesamte Marvel Cinematic Univers verändert. Danke Russo-Brüder, dies war der beste Marvel-Film seit.. allen. Und wie cool und liebenswert ist denn Scarlet Witch?

5. Wenn ich mich einmal nicht meinen medialen oder popkulturellen Hobbies widme reise ich gerne in der Schweiz oder Welt umher, unterhalte mich mit anderen Menschen oder versuche meine Gedanken etwas zu ordnen. Viele Ideen liegen seit Jahren herum, etwas brach, und wollen nun endlich voran getrieben werden. Ran an die Visionen.

6. Es könnte ruhig mehr Ausstellungen wie „Total Records“ geben, schließlich kann man im Umfeld der Musik noch viele visuelle Aspekte stärker betrachten. Was genau denn an dieser Fotografie-Präsentation so toll war, oder wieso sich der Besuch in Winterthur lohnt erfährt ihr noch diese Woche.

7. Zuletzt habe ich „Special Correspondents“ auf Netflix geschaut und das war ganz unterhaltsam, weil sich hier um eine Komödie handelt, die wieder einmal ein klassisches Szenario aufführt. Der Netflix Original Film ist kein Meisterwerk, es macht aber Spass Rick Gervais und Eric Bana zuzuschauen – und besonders toll zu sehen, wie Vera Farmiga in der geltungssüchtigen Ehefrau aufblüht. Für grosse Lachattacken bleibt der Film aber etwas zu vorausschaubar.

Media Monday #232

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Hier ist er wieder, der wöchentliche Lückentext vom Medienjournal.

1. Mein Wochenende war zu einem grossen Teil im Zeichen von Star Wars. Nebst dem Lego Star Wars Adventskalender, der mir jeden Tag galaktische Spielfreude bereitet, haben meine Freundin und ich unseren Film-Countdown zu Episode 7 begonnen. „A New Hope“ und „The Empire Strikes Back“ machten am Sonntag den Anfang und ich war überrascht, wie lange ich diese Filme nicht mehr gesehen habe. Und wie genial „Empire“ doch ist, und wie viele tolle Sprüche in diesen Streifen abgefeuert werden. Schade, dass die Qualität der weiteren Filme nun nur noch abnimmt.

2.Obwohl „w/ Bob & David“ ja noch relativ neu ist, habe ich ihn im besten Sinne als altmodisch empfunden, denn in dieser Sketch-Show werden nicht nur die moralischen Werte über Bord geworfen und der Sarkasmus ausgepackt, dass es oft an Monty Python erinnert, auch wurde die Serie vor eine Live-Publikum aufgezeichnet und beginnt immer mit der Begrüssung von Bob Odenkirk und David Cross. Zwar hat Netflix nur vier Folgen produziert, doch jede Minute lohnt sich. Ich fühlte mich wunderbar unterhalten.

3. Adrianne Palicki ist auch eine dieser Schauspielerinnen, wo ich mir jedes Mal denke: Ist die jetzt nur bekannt wegen ihrem Aussehen? Denn auch als Bobbi Morse bei SHIELD trumpft sie vor allem damit auf, in engen Klamotten zu glänzen. Aber irgendwie hat sie es dann doch geschaft, mir ans Herz zu wachsen. Gerade wohl auch, weil das Ensemble super funktioniert.

4. Weihnachten rückt langsam näher, am Sonntag war Nikolaus. Ich persönlich habe keine grosse Verbindung mit dieser Zeit, habe die Chance aber doch genutzt, in Zofingen den Weihnachtsmarkt zu besuchen. Der überzeugt damit, dass es viele Ess- und Glühweinstände gibt und man an jeder Ecke Freunde trifft. Natürlich fehlt auch der Kitsch nicht, doch dieser liess sich umgehen. Wie auch der Mittelaltermarkt, voller echter Felle und Leder. Yuck!

5. Sollte es jemals ein Remake zu einem der vielen Filme die ich kenne geben, werde ich wie jetzt schon darüber fluchen und Hollywood anschnautzen. Remakes sind doof, funktionieren meist überhaupt nicht und wissen dem Original nichts neues hinzuzufügen. Also, lieber neues Material und Kreativität. Schliesslich schau ich mir eh wenige Filme zwei Mal an.

6. Aus dem Stegreif drei Filme empfehlen, ob ungewöhnlich oder Mainstream, alt oder neu? Nun, da fielen mir spontan „Steve Jobs“, „Tree Of Life“ und „Stories We Tell“ ein. Weil alle drei mit den Konventionen ihrer Genres zum Teil brechen, und dabei intelligent den Zuschauer unterhalten und zum denken anregen.

7. Zuletzt habe ich die zweite Staffel von „Marvel’s Agents Of SHIELD“ gesehen und das war wunderbar flott, weil die Macher mit der Geschichte um die Inhumans nicht nur weitere tolle Aspekte des MCU hinzugefügt haben, sondern auch endlich einen passenden Ton in der Serie gfunden haben. Dass die ersten zehn Folgen noch den Kampf gegen Hydra aufzeigen ist auch ganz cool, erschien mir aber doch etwas zu repetitiv. Dafür ist Skye einfach saucool.

Media Monday #230

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Eine Abwechslung in meinen Musikkonsum bietet euch weiterhin der Media Monday. Bei Unklarheiten, bitte an den Medienjournal wenden.

1. Einer der Zeichentrickfilme meiner Kindheit/Jugend ist „The Lion King“. Damals im Kino gesehen, überwältigt. VHS gekauft, immer wieder geschaut. Von meiner Grossmutter die Filmmusik als überspielte MC erhalten, tausend Mal angehört. Mit Spielfiguren und Lego den Film zusammen mit meiner Schwester nachgespielt, erweitert. Als Erwachsener den Film zum ersten Mal im englischen Original und in 3D im Kino, immer noch berührt. Dieses Jahr die Musicalversion in Basel erlebt, total mitgerissen. Wie schön, kann sich eine Verbindung und Faszination so lange halten. Was kommt als nächstes?

2. Der neue Bond und/oder das Bond-Franchise an sich verliert sich wieder einmal in einem Strudel aus Erwartungshaltung, Erfolgsgier und Weltmacht. Man wollte so viel mit „Spectre“, erreicht aber nur eine Müdigkeitserscheinung in Hochglanzoptik. Sicherlich nett, versucht man den Geist der alten Zeiten wieder aufzuerstehen, doch mit einem gelangweilten Daniel Craig und einer Möchtegern komplizierten Geschichte um Nichts klappt dies nicht.

3. Überall das „Star Wars“ Logo darauf zu pappen wirkt auf mich wie ein recht plumper Kunstgriff, um mit dem neuen Film möglichst viele Milliarden zu scheffeln. Und ja, es funktioniert. Auch bei mir. Und es war bei dieser Saga ja schon immer so. Aber was freue ich mich darauf, die Türchen von meinen Lego Star Wars Adventskalender zu öffnen. Fast wäre ich auch in die Falle getappt und hätte die PS4 im Darth Vader Look gekauft, inklusive „Battlefront“. Doch dann kam mir wieder in den Sinn, dass ich nie spiele und 400.- CHF doch nicht sehr wenig ist.

4. Von der anfänglichen Faszination für „The Hunger Games“ ist bei mir nicht mehr viel übrig geblieben. Waren Film eins und zwei noch unterhaltsam, gut gemacht und spannend, vermieste mir das Zweiteilen des dritten Bandes ein wenig die Stimmung. Nach den durchwachsenen Kritiken zu „Mockingjay Part 1“ hab ich mir den Kinobesuch gespart. Und den zweiten Teil zieht wohl genau so schnell an mir vorbei. Schade um Jennifer Lawrence, und Philip Seymour Hoffman.

5. Die Bücher zu „A Song Of Fire And Ice“ würden mich ja schon reizen, doch die vielen Figuren, Schauplätze und Hinweise auf vergangene Geschehnisse, machen das Lesen eher zu einer Arbeit. „A Game Of Thrones“ ging einigermassen leicht, da ich das Buch nach der ersten Staffel der TV-Serie durchgemacht habe. Aber für alle weiteren Romane ist mir die Zeit irgendwie zu schade, besonders da ich diese klassische Fantasy eigentlich überhaupt nicht mag.

6. David Tennant hat ja schon in zahlreichen Serien mitgewirkt, jedoch in „Jessica Jones“ als Bösewicht Kilgrave konnte ich ihn mir zum ersten Mal genauer betrachten. Und er macht seinen Job absolut grossartig. Wie alle anderen beteiligten an der Serie. Netflix und Marvel haben es nach „Daredevil“ bereits zum zweiten Mal geschafft, ein frisches und düsteres Kapitel mit intelligenter Geschichte und glaubwürdigen Charakteren zu erschaffen. So machen „Helden“ Spass.

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7. Zuletzt habe ich mein erstes Interview mit einem Musiker in echt geführt und das war unerwartet angenehm, weil sich der Künstler gut gelaunt und redefreudig zeigte. Da wir nicht mit den üblichen Fragen ein kurzes Hin und Her veranstaltet haben sondern ein Gespräch zum losen Thema „First Contact“, war es sehr interessant. Auch toll,  den Typen wenigen Stunden danach auf der Bühne zu erleben. Das Konzert erhielt nun plötzlich eine persönlichere Ebene. Ach ja, es war Chris Corner von IAMX.

Media Monday #229

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Ein Montag ist nicht unbedingt der beste Tag der Woche. Doch nach diesem Wochenende darf man sich glücklich schätzen, in der Lage zu sein, einen solchen Blog zu führen. Anstoss der Gedanken wie immer durch den Medienjournal. Trotzdem muss man auch in solch schwarzen Zeiten versuchen, die positiven Seiten des Lebens zu finden. Sonst haben die Übertäter ihr Ziel bereits erreicht.

1. Angesichts der unerklärlichen Szene in Paris, wusste ich am Samstag nicht, wie das Wochenende nun anzugehen. Der Bericht über das am Freitagabend besuchte Rangleklods Konzert zu schreiben fühlte sich falsch an, den Alltag anzugehen auch. Doch wir dürfen uns nicht in dieser traurigen und kranken Welt verlieren, sondern müssen gemeinsam für alles Leben und alle Menschen antreten.

2. Nachdem ich gehört hatte, dass die U2-Konzerte in Paris abgesagt wurden, war ich erleichtert. Eine solche Massenveranstaltung stattfinden zu lassen, wäre zu gefährlich gewesen. Etwas schade ist es natürlich schon, dass die geplante Ausstrahlung des Konzertfilmes durch HBO nun nicht passieren wird. Allerdings ist dies eindeutig das unwichtige Problem. Letzte Nacht schlichen sich die Ereignisse dann in meine Träume, ich fand mich plötzlich in einer Halle mit der irischen Band.

3. Wenn all diese verdammte Arschlöcher und Idioten die momentane Situation wieder für ihre politische Hetzerei ausnutzen fehlen mir die Worte, denn dies zeigt nicht nur Unmenschlichkeit und Rassismus auf, sondern zeugt von totaler Dummheit. Wer jetzt immer noch gegen Asylanten flucht, der soll sterben gehen. Wer jetzt immer noch gewisse Völkergruppen verurteilt und in einen Topf wirft, der soll sich nie mehr in meiner Nähe aufhalten. Ich habe die Schnauze voll von euch.

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4. Zum Wochenende musste man sich auch ein wenig Aufmunterung suchen, und die fand ich bei „Wayne’s World“. Zwar empfand ich diesen Kultfilm als sehr langsam, aber nicht ohne Reiz. Gerade das debile Grinsen von Meyers, oder die vielen Bandzitate machten den Streifen sehenswert. Und dann noch Rob Lowe.

5. Bei „Office Space“ hätte ich mir gewünscht, dass Jennifer Aniston die Rolle nicht erhalten hätte. Die Frau sieht zwar gut aus, kann aber nicht viel. Ausser dastehen und einen Gesichtsausdruck auflegen. Aber ansonsten war der Film eine herrliche Persiflage auf den Büroalltag. Viele Szenen spielen sich in ähnlicher Form leider auch bei uns ab, nur kann ich dann weniger darüber lachen. Und wie wahr diese Aussage doch ist:

6. Schon in der Vergangenheit hatte ich immer meine Bedenken bei Steve Jobs, besonders, da er oft von vielen Menschen als Heiliger dargestellt wurde. Im neuen Film von Danny Boyle sieht man nun hinter die Kulissen in einzelnen Schlüsselszenen, ohne ein langweiliges 08/15 Biopic vorgesetzt zu bekommen. Das Drehbuch von Aaron Sorkin ist brillant, die Schauspieler grossartig (allen voran Michael Fassbender als Jobs), und die Bilder wunderbar anzusehen. Genial werden die Szenen ineinander geschnitten, und obwohl der Film eigentlich nur aus Streitgesprächen besteht, ist er kurzweilig und faszinierend. Was war dieser Mann für ein Kotzbrocken.

7. Zuletzt habe ich die zweite Staffel von „Marvel’s Agents Of Shield“ begonnen und das war sehr unterhaltsam, weil die Serie ihren Ton nun gefunden hat und mit einer spannenden Geschichte auftrumpfen kann. Nur schade, dass alles immer sehr grau in schwarz daherkommt. Dafür wurde das Team aufgestockt, dies sorgt für Abwechslung und amüsante Konstellationen.

Media Monday #220

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Schon bald die Schnappszahl: Folge 220 des Medienjournal gemachten Lückentextes.

1. Die Serienepisode ____ wird mich vermutlich noch lange beschäftigen, denn — Da kann ich nicht wirklich ein Beispiel nennen, denn tief berührt oder geschockt hat mich in letzter Zeit selten etwas. Serien sind für mich auch weniger einzelne Episoden, sondern ein wandelndes Ganzes. Da hat das Binge-Watching nicht gerade wenig schuld, schliesslich verschmelzen in der Erinnerung so einzelne Folgen. Obwohl…

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2. Paul Rudd kann ja wirklich nicht gerade herausragend schauspielern, aber seit „Ant-Man“ und „Wet Hot American Summer“ bin ich Fan von ihm. Er schafft es, in komischen Rollen mit wenigen Mitteln unterhaltsam Figuren zu spielen, die eigentlich nur nervig sind. Er besitzt Timing und Charisma. Trotzdem, in ernsten Rollen oder anderen Genres kann ich mir den Mann nicht vorstellen.

3. Als Fan der ersten Stunde von der Marvel Studios & Netflix Kooperation, freue ich mich total auf „Jessica Jones“. Obwohl ich da die Comicvorlage überhaupt nicht kenne, verheissen Hauptdarstellerin Kristen Rytter und die bereits veröffentlichte erste Staffel von „Daredevil“ nur Gutes. Glücklicherweise muss man nicht mehr lange warten.

4. Fernsehen kann man ja dank Streaming etc. mittlerweile quasi überall, doch muss ich sagen, dass ich nur zu Hause meiner Netflix-Sucht fröne (klassischen TV-Empfang besitze ich nicht und interessiert mich nicht). Ich besitze kein Tablet, schaue auf meinem Handy keine Sendungen und bin unterwegs immer mit anderen Dingen beschäftigt als dem Vernichten von Serien. Bei mir muss das Bild genügend gross sein, der Klang satt. Somit lieber auf dem Sofa im Wohnzimmer einkuscheln als unterwegs das Pad mühsam auf den Knien zu balancieren.

5. Bei der Lektüre von der Musikzeitschrift „Visions“ muss ich immer mehr feststellen, dass mich die meisten Berichte und Album-Kritiken nicht mehr interessieren. Entweder hat sich der Fokus des Magazins in eine unpassende Richtung verlagert, oder mein Geschmack sich zu stark verändert. Wie dem auch sei, als primäre Informationsquelle dient „Visions“ immer noch, aber vieles wird nur noch von mir überflogen.

6. Von „The Usual Suspects“ hätte ich mir ja doch deutlich mehr erwartet, denn der Film wird ja seit seinem Erscheinen über alles gelobt und gewann mehrere Preise. Aber irgendwie konnte mich die Geschichte nicht wirklich packen und der Film plätscherte zu Beginn doch sehr gemächlich dahin.

7. Zuletzt habe ich mit Freunden in Bern den Adventure Room besucht und das war total unterhaltsam, weil das Rätselraten sehr Spass macht. Zwar gewann unsere Gruppe nicht, aber schon alleine der Beginn war wunderbar. Angekettet muss man sich zuerst aus Handschellen befreien und danach mit unzähligen Kombinationsrätsel die rettende Türe öffnen. Gibt es auch in Deutschland, lohnt sich.

Media Monday #216

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Wie jede Woche, den aktuellen Fragebogen vom Medienblog.

1. Kein Anspruch, kein Niveau, kein gar nix; trotzdem finde ich ja Wet Hot American Summer richtig klasse, denn hier kann man sich hemmungslos dem Geblödel und hirnverbrannten Getue hingeben und schelmisch grinsen. Wie doof ist denn die Idee, ein Sommercamp mit 16 jährigen Kindern mit Erwachsenen Schauspielern darzustellen? Grossartig, genau wie die oft grenzwertigen Witze. Toll auch, dass Netflix nun die Vorgeschichte als Kurzserie produziert hat.

2. „2001: A Space Odyssey“ ist einer dieser zeitlosen Klassiker, schließlich ist der Film immer noch eine der wichtigsten Standpfeiler des Sci-Fi-Genres und wird bis heute in solchen Diskussionen erwähnt. Und wie auch vor fast 40 Jahren bleibt der Film heute genau so bedrückend, faszinierend und kryptisch. Zum Teil unaushaltbar langsam, aber immer wichtig und gewaltig.

3. Aus der Figur der Black Widow könnte man eigentlich viel mehr machen wie ich finde, denn mit ihrer mysteriösen Vergangenheit, komplexen Beziehungen zu anderen Charakteren im MCU und interessanten Fähigkeiten, wäre sie eine perfekte Figur für einen tiefgründigen Film. Schauwert ist dank Scarlett Johnasson zu Hauff vorhanden, also wo bleibt der Streifen?

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4. sense8 konnte meine Erwartungen leider überhaupt nicht erfüllen, weil die Serie auch nach acht Folgen in Klischeefiguren, abstrusen Handlungsbögen und extrem langsamen Tempo dahin siecht. Meine Hoffnung, aus den acht Figuren und ihrer Fähigkeit was komplett neues zu zaubern, haben die Wachowskis leider unter einem glänzenden Produkt vergraben, das sich hinter den Schauwerten versteckt. Aber vielleicht wird das Ende der ersten Season ja noch besser.

5. Aus einem Animations- einen Realfilm zu machen oder anders herum ist meist nicht so mein Ding, da ich praktisch nie Animationsfilme schaue und somit auch Vorlagen nicht kenne. Allgemein bevorzuge ich ja neue Ware, anstelle konstatem Aufwärmen bekannter Materie.

6. Emily St.John Mandel schreibt eigentlich durchweg großartige Bücher, auch wenn sie bis jetzt nur vier veröffentlicht hat. Trotzdem, ihr Schaffen ist voller Liebe, Verständnis und zeugt von einem meisterhaften Umgang mit der englischen Sprache. Besonders „Station Eleven“ begleitet mich immer noch im Hinterkopf, Monate nach dem Lesegenuss. So eine Wuchte hatten Bücher selten auf mich.

7. Zuletzt habe ich wieder in viele Tanzhits aus den 90ern reingehört und das war sehr unterhaltsam, weil man total in die Kindheit und Erinnerungen eintaucht. Klasse hat nicht immer Qualität, oder so.

Media Monday #215

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Und aller guten Dinge sind drei, wieder ein Media Monday mit meiner Teilnahme. Wenn auch dank festivaltechnischen Komplikationen einen Tag zu spät.

1. Liebe wird eigentlich in Filmen/Serien immer dermaßen unrealistisch dargestellt, dass man schnell den Glauben daran verlieren kann. Oder liegt das eher an der Menschheit selber? Wie auch immer, „her“ war eine wunderschön feinfühlige Ausnahme.

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2. „Die Nackte Kanone“ ist in meinen Augen eine der besten Parodien, denn selten ist ein Film mit eher debilem Humor auch Jahrzehnte danach noch unterhaltsam. Sofern man dies als Parodie auf Polizei / Agentenfilme sehen darf.

3. Praktisch allen Superhelden-Verfilmungen hätte ein wenig mehr erzählerischer Feinschliff gut getan, denn Krawall und unendliche Explosionen erwärmen das Herz halt immer weniger als tolle Dialoge und wunderbare Charaktere. Man vergleiche nur mal „Ant-Man“ mit „Avengers: Age Of Ultron“.

4. So praktisch jede Vorlage ist als Buch(reihe) noch weitaus überzeugender als das filmische Nebenprodukt, schließlich ist die eigene Fantasie immer stärker und faszinierender als die vorgekaute Adaption. Und die Schauspieler sehen sowieso nie aus wie die Figuren im Buch waren.

5. „GTA: Vice City“ schlug mich als Spiel lange Zeit in seinen Bann, denn nebst der offenen Spielwelt stimmt hier vor allem die Atmosphäre und das Setting. 80er Jahre Schick, Hawaiihemden, geiler Kuschelpop im Radio. Da lohnt es sich auch einfach mal herum zu kurven und den Sonnenuntergang zu betrachten. Oder mit dem Taxi Geld zu verdienen.

6. Von den ganzen Netflix, Amazon- und sonstwas-exklusiven Serien liebe ich „Bloodline“, „Daredevil“, „Arrested Developtment“, „House Of Cards“ und neu „Wet Hot American Summer: First Day Of Camp“. Da bleibt keine Zeit mehr noch andere Anbieter auszutesten.

7. Zuletzt habe ich ein wenig zu viel schlechtes Bier getrunken und das war schade, weil die Schweiz doch viel bessere Brauerzeugnisse zu bieten hat als Eichhof. Warum also dieser ewig lange Sponsor-Vertrag beim Heitere Open Air?

10 perfekte Momente von Songs in Filmen

Wieder einmal ein neues Thema einer Blogroll, das mich auch im musikalischen Bereich tangiert. FriedlVonGrimm war so freundlich, mir das Thema der perfekte Momente von Liedern in Filmen aufzubrummen. Lange habe ich nun gebraucht, um genügend Beispiele zusammen zu tragen. Perfekte Momente von Liedern in Filmen, ein Thema, das für mich schwierig zu erfassen ist. Meist schaue ich mir Filme nur ein bis zwei Mal an, selten bleiben da solche Szene im Langzeitgedächtiniss. Trotzdem gibt es ein paar Bild-Ton Kombinationen, die mich begeistern.
Reihenfolge zufällig und ohne Rangliste.


Sunshine // „Mercury“ von Underworld & John Murphy
Ok, eigentlich ist es kein Song, sondern ein Lied vom Soundtrack selber, darum gilt es nur als 10.5. Doch die Verbindung der wunderbaren und andächtigen Bilder und der emotional gespielten Gitarre, ist und bleibt für mich einer der wundervollsten Momente in diesem grandiosen Film von Danny Boyle. Berührend und schön.


Back To The Future // „Power Of Love“ von Huey Lewis And The News
Über den Film muss ich hoffentlich keine Worte verlieren, zählt er doch weiterhin zu den allerbesten und schönsten Abenteuer, die mal vor der heimischen Glotze erleben darf. Einen grossen Anteil am Feel-Good Gefühl trägt der Soundtrack, dominiert von Huey Lewis And The News. Ihr Lied „Power Of Love“ ist nicht nur Teil der Szene, sondern definiert die Musik über weite Strecken des Films.


Watchmen // „99 Luftballons“ von Nena
Der Streifen ist in meinen Augen ein grossartiges Stück Comicverfilmung, wenn auch nicht ohne Überlänge. Nebst den beeindruckenden Bildern und der passend adaptierten Geschichte, bleiben vor allem die interessant eingeflochtenen Lieder hängen. So auch das Anti-Atomkrieg Lied von Nena, leider nur angespielt aber trotzdem einbrennend.


Southland Tales // „Memory Gospel“ von Moby
„Southland Tales“ ist ein überfrachtetes und wirres Abenteuer voller Szenen mit doppeltem Boden. So laut und überdreht der Film meist ist, so ruhig und sanft wird er am Schluss. Genial unterlegt mit einer B-Seite von Moby, tanzend in den Weltuntergang.


Donnie Darko // „Mad World“ von Gary Jules
Auch der Kultfilm über Zeitreisen, Familie und böse Hasen platzt fast vor Song-Szenen. Extrem mitreissend und tieftraurig ist aber der Schluss mit „Mad World“, hier in der Version von Gary Jules. Ich könnte jedes Mal weinen.


The Boat That Rocked // „A Whiter Shade Of Pale“ von Procol Harum
Wenn ein Film über die Musik funktioniert und wahrgenommen wird, dann „The Boat That Rocked“. Die Geschichte über die Piratenradiostation in England enthält so viele Klassiker aus den 60er, dass man sich fast nicht entscheiden kann, welche Szene nun die beste ist. Wirklich unter die Haut geht aber der Moment, in dem das Schiff sinkt, und alles verloren scheint. Und mit welch anderem Lied sollte man seinen Untergang sonst begleiten?


Children Of Men // „Court Of The Crimson King“ von King Crimson
King Crimson geben ihre Musik selten für Samples oder Filme frei, umso beeindruckender darum der Moment in „Children Of Men“. Die dystopische Geschichte passt zum Fanfarengeblase und hoch auftrumpfenden Lied des scharlachroten Königs. Und wer entdeckt den perfekten Pink Floyd Moment?


Sucker Punch // „Sweet Dreams (Are Made Of These)“ von Emily Browning
Man hasst den Film, oder liebt ihn. Ich liebe das Werk von Zack Snyder für all seinen Wahnsinn und Übertriebenheit, und die grossartigen Cover von bekannten Liedern. So startet der Film auch gleich wie ein Musikvideo, und Hauptdarstellerin Emily Browning singt sich durch den Klassiker von Eurythmics.


Iron Man 3 // „Blue (Da Ba Dee)“ von Eiffel 65
Auch wenn dieser Hit aus den 90er nur kurz angespielt wird, er passt wie die Faust aufs Auge. Text, Stimmung, Aufbau, alles fügt sich wohlwollend in das bisher verrückteste Intro eines Marvel-Filmes. Tony wusste schon 1999 wie man feiert, und schliesslich war das Lied in der Schweiz damals auch wirklich ein Hit.


Into The Wild // „Big Hard Sun“ von Eddie Vedder
Was hatte mich der Film beschäftigt und geprägt, die Romantik des Entsagen, der Einsamkeit und Abenteuerlust. Und natürlich der umwerfende Soundtrack von Eddie Vedder. Mit dem Cover von „Big Hard Sun“ erreicht der Film einen frühen Höhepunkt und geht sofort tief unter die Haut. Eddie singt wie kein zweiter, egal ob Solo oder mit Band.


Spring Breakers // „Everytime“ von James Franco / Britney Spears
Der bunte und grelle Film über die heutige ausufernde Zustände der Selbstwahrnehmung und des Realitätsverlust bietet viel elektronische Partymusik, und eine erstaunlich introvertierte Szene. „Everytime“ von der jungen Britney Spears untermalt stumme Bilder voller Gewalt und Wahnsinn. Das Genie von Harmoni Korine zeigt sich hier endlich.

Nominieren darf sich jeder selber, ich bin sowieso wieder viel zu spät für diese Blogroll.