Kiste

Live: Jeans For Jesus, Kiste Baden, 15-02-21

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Jeans For Jesus
Samstag 21.02.2015
Kiste Club, Baden

Die Jeans aus Bern sind wieder unterwegs und erlebten am Samstag gleich eine Premiere: Das erste live gespielte Konzert im Kiste Club in Baden, präsentiert von Inox Live. Eine spannende und doch passende Wahl des Lokals, bewegt sich die Musik der jungen Künstler stark im Umfeld der Club-Musik. In der Kiste wurden für den Auftritt einige Umstellungen im Raum vorgenommen und eine provisorische Bühne eingebaut. Diese bot gerade knapp genügend Platz für die fünfköpfige Band und deren Material. Und wenig war es nicht, was Jeans For Jesus da auf die Bühne geschleppt hatten. Massig Keyboards und Synths, Chaospads und Effektgeräte, Sampler und so weiter. Aber ihre Musik muss mit all diesen Klangspielereien und elektronischen Färbungen live produziert werden, ohne dabei das Lied aus den Augen zu verlieren.

Pünktlich starteten die Mannen in ein Set voller Hits, denn mit „Estavayeah“ oder „L.A.“ wird die Band nun oft im Radio gespielt. Meine Highlights waren aber „Matrix“ und das Abschliessende „Kapitalismus Kolleg“. Dazwischen spielte sich die Truppe voller Energie und Lust durch ihr Debütalbum und das eben erst erschienene Remixalbum. Dank dieser neusten Veröffentlichung wagen sich die Jeans nun auch live ihre Stücke auszubreiten, gegen den Schluss in eine heftige D’n’B oder Techno-Nummer umzuwandeln und instrumental zu toben. Das gefällt sehr und fügt sich wiederum auch herrlich in den Spielort ein. Bei diesen Passagen wurde das Publikum meist am lautesten, wobei es sonst vor allem damit auffiel, konstant lautstark zu schwatzen. Sorry Leute, aber das war echt scheisse. Wieso kreuzt ihr an einem Konzert auf, um dann währen 90 Minuten mit euren Freunden zu plaudern? Klappe zu und mithören. Dann macht auch eine unbekannte oder kleine Band mehr Spass, als mit einer vorgefertigten Antihaltung im Raum zu stehen.

Die Band liess sich aber nichts von diesem Missstand anmerken und gab alles. Rave und Indie fügten sich zusammen, untermalt von Mundartgesang und Gitarrenmelodien. Sehr schön war auch – wie immer – „Toucher“, das grandios umkomponierte Züri West Cover, hier in Begleitung mit einem Umbau eines Stückes von Youth Lagoon. Diese Lieder fügten sich nicht nur gut in den Klangkosmos der Jeans ein, sondern strahlten genau so wie ihre Eigenkompositionen. Bei denen musste ich wieder einmal merken, wie grossartig die Texte sind. Seit der kurzlebigen Kunstfigur Blusbueb, gab es im Mundart-Bereich keine Musikgruppe mehr, die so treffend und beissend die aktuelle Situation in der Schweiz beschreibt. Ich bin wieder einmal neu, und immer noch konstant, von ihnen begeistert.

Sorry für den Bilderklau liebes Inox-Team, aber meine Fotos waren etwas subobtimal.