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King Gizzard & The Lizard Wizard – Polygondwanaland (2017)

Band: King Gizzard & The Lizard Wizard
Album: Polygondwanaland
Genre: Psychedelic Rock / Acid Rock

Label/Vertrieb: Eigenveröffentlichung
VÖ: 17. November 2017
Webseite: kinggizzardandthelizardwizard.com

Hier sind wir also, Album Nummer zwölf seit der Bandgründung 2010, Scheibe Nummer vier in diesem Jahr alleine. Die verrückten Acid Rocker und Psychedelic-Magier aus Australien sind wieder da und King Gizzard & The Lizard Wizard schaffen es erneut, uns alle komplett zu überraschen. Das hat beim wundervoll benannten Werk „Polygondwanaland“ aber weniger mit der Musik zu tun, sondern vielmehr mit der Art der Verteilung und Präsentation – denn das Album ist komplett gratis und gehört der Öffentlichkeit. Auf der Webseite der Band erhält man die Masterfiles und kann sich daraus eigene CDs, Schallplatten oder Kassetten basteln.

So wunderbar frei und antikapitalistisch diese Veröffentlichungsstrategie ist, so locker und beschwingt klingt auch die Musik auf „Polygondwanaland“. King Gizzard & The Lizard Wizard unternehmen weitere Wanderungen auf den eingeschlagenen Pfaden und umgeben sich mit offenen Kompositionen, die sich mit klaren Gitarren, Flöte und Keyboard wie goldene Schlingpflanzen um unser Ohr legen. Wie schon bei den vorangegangenen Alben sind auch hier die Lieder weniger einzelne Stücke, sondern Teile eines Gesamtbildes. Mit „Crumbling Castle“ wird zwar ein losgelöster und langer Beginn geboten, danach steigt man wie auf Treppenstufen mit den Tracks von Moment zu Moment.

Was teilweise wie ein lustiger Drogentrip im Wald, dann wieder eine entspannte Runde beim besten Freund und schlussendlich eine erfolgreiche Jamsession im Keller wirkt, ist ein organisches Album voller Folk-, Acid- und Alternativ Rock-Einflüsse. King Gizzard & The Lizard Wizard beweisen erneut, dass ein Ziel nicht so wichtig ist wie die Ereignisse unterwegs – und so blubbern die Synthies bei „Loyalty“, der Satzgesang übernimmt „The Castle In The Air“, und „Searching…“ fliegt im All davon. Die kleinen Schwächen von „Sketches Of Brunswick East“ sind eindeutig überwunden!

Anspieltipps:
Crumbling Castle, Deserted Dunes Welcome Weary Feet, Searching…

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.