Compilation

Various Artists – Greenosophy Chapter II (2017)

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Various Artists – Greenosophy Chapter II
Label: Ultimae Records, 2017
Format: Download
Links: Facebook, Mizoo
Genre: Ambient, Downtempo

Eigentlich mag ich Zusammenstellungen und DJ-Mixe nicht besonders, ich bin halt ein Album-Hörer. Doch wenn Ultimae Records dazu einladen, das Angebot an Ambient und Downtempo mit einem neuen, von Mizoo gemischten Set zu durchforsten – dann sage ich nicht nein. Und auch ihr solltet ein Ohr voll riskieren, ist „Greenosophy Chapter II“ schliesslich vorzüglich kompiliert. Mit neun Tracks darf man in elektronische Welten entfliehen, die so manchen Stressmoment angenehmer machen – und sogar auf den Ausgang einstimmen.

Hinter dem Namen Mizoo verbirgt sich der Schweizer DJ und Musikliebhaber Cyril Miserez, der seit den Neunzigern vor allem durch minimalen Electro und Progressive Trance bekannt wurde. Seit 2007 vertritt er unser Land beim Label in Lyon und durfte bereits vor fünf Jahren eine Compilation erstellen. Mit der Fortsetzung erhält man ein klangliches Bilderbuch, das mit jeder neuen Seite weitere Tiefen und Möglichkeiten offenbart. Alles ist perfekt geordnet und abgestimmt, mit jedem Durchgang findet man ein neues Lieblingsstück. „Metaworld“ von I Awake könnte auch auf einer ruhigen Scheibe von Jean-Michel Jarre zu finden sein, „Parsec“ von Scann-Tec stört auch auf einer Technoparty nicht.

Natürlich ist „Greenosophy Chapter II“ in erster Linie ein Mix, der zum Schweben und Träumen animiert – aber man erhält auch Hunger nach diversen Künstlern und Alben. Hier hört man sich also eine Compilation an, die den Geldbeutel schnell leer machen könnte. Macht aber nichts, denn solange man dabei Musik erhält wie „Black Flowers“ von Ascendant, kann man dafür seine Schiller-CDs verstauben lassen. Fans von Downtempo, vereinigt euch.

Anspieltipps:
Parsec (Live Edit) – Scann-Tec, Security – Cell, Grassland – Aes Dana

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

Moby – Porcelain (2016)

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Moby – Porcelain
Label: Little Idiot, 2016
Format: 2 CDs in Digipak
Links: Discogs, Künstler
Genre: Techno, Dance, Hip-Hop

Zusammenstellungen der bekanntesten Lieder sind eine gute Möglichkeit, einen vergessenen oder inspirationsarmen Künstler wieder bekannter zu machen. Moby hätte dies eigentlich nicht nötig, der amerikanische Pionier der elektronischen Tanzmusik ist bis heute in aller Munde und überrascht immer wieder mit neuen Aussagen und Songs. Mit seinem Buch „Porcelain“ gibt es nun aber viele gute Gründe, die musikalischen Anfänge seiner Karriere noch einmal genauer zu betrachten. Und da bietet die gleichnamige Best-Of einige Rechtfertigungen, um die eigene Sammlung mit dem Set zu erweitern.

Moby taucht in seinem Buch tief in die 90er-Jahre ein und erzählt von seinen Anfängen als DJ und Musiker, erklärt die damalige Szene und bleibt dabei immer sehr persönlich. Schnell entsteht beim Lesen somit die Lust, selber an den Partys teilzunehmen und die beschriebenen Songs anzuhören. „Porcelain“ macht dies nicht nur möglich, es versammelt sogar zum ersten Mal bestimmte Mixe und Lieder des Künstlers auf einer Scheibe. Endlich gibt es „Natural Blues“ neben „Go! (Woodtick Remix)“, dazwischen poltert der frühe House und sogar der Gabber. Man fühlt sich versetzt auf Raves, direkt neben dem jungen Moby am Keyboard. Sicherlich hört sich manches heute etwas angestaubt an, die Tracks machen aber immer noch sehr viel Spass.

Um die Zeitreise perfekt abzurunden, bietet die zweite CD eine Auswahl an Stücken, die Moby damals gerne in seinem Studio, seiner Wohnung oder im Club gehört hat. Daraus hört man nicht nur Inspiration und Ansporn, sondern auch einen Querschnitt durch die damalige Szene in New York. Trance und Dance geben Hip-Hop und Punk die Hand, Hauptsache eine starke Attitüde. Hier gibt es vieles zu entdecken und noch mehr zu geniessen, denn die damalige Zeit ist einem selten so nahe wie mit dieser herzvollen Zusammenstellung von Moby.

Anspieltipps:
Go! (Woodtick Remix), Rock The House, Feeling So Real
Pacific State (808 State), Pause (Run DMC), Dream Frequency (Feel So Real)

Spock’s Beard – The First Twenty Years (2015)

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Spock’s Beard – The First Twenty Years
Label: InsideOut, 2015
Format: Download
Links: Discogs, Band
Genre: Progressive Rock, Symphonic

Wie gut steht einem mit zwanzig ein Bart? Schwierig und je nach Typ zu beantworten, die Prog-Veteranen aus den Staaten tragen einen solchen aber bereits seit 1992 mit Stolz. Zu Recht auch, haben sie es Mitte der 90er Jahre doch geschafft, die scheintote Szene des Progressive Rock neu zu beleben. Sicherlich jubelte nicht jeder, gerade weil die Musik von Spock’s Beard schon immer für sehr viel Melodie stand. Doch die neuste Zusammenstellung „The First Twenty Years“ beweist, die Mannen konnten und können was.

Wie es sich für den Prog gehört, erwarten den Hörer auf zwei CDs viele Longtracks und überschwängliche Melodienbögen, Taktwechsel und Satzgesänge. Mit einer Mischung aus Chronologie und klanglich passender Zusammenstellung leben Retro-Prog, AOR und sinfonischer Kitsch aus Amerika neu auf. Die erste Phase der Geschichte von Spock’s Beard erinnerte mich immer an Genesis. Eine Band haut eine grosse Platte nach der anderen heraus, dann folgt ein Doppelalbum und der Frontmann und Tonangeber nimmt den Hut. Was Peter Gabriel kann, macht Neal Morse im Schlaf. Bevor sich der Sänger, Gitarrist und Keyboarder aber gänzlich der Religion zuwandte, steuerte er den Prog-Kreuzer durch Meere grossartiger Songs. Wie wunderschön dies in den besten Momenten klang, zeigen „June“ oder das euphorische „At The End Of The Day“. Wie toll komplex und mit nettem Gruss an Gentle Giant damals der Auftakt von „Thoughts“ doch war. Und was für eine Strahlkraft die erste Begegnung „The Light“ bis heute hat! Da verzeiht man der Band sogar, dass nach dem Ausstieg von Morse vor allem der durchschnittliche AOR und Hardrock herrschte. Die Kompilation umgeht zwar die Falle der nichtssagenden Songs, fügt auch auf der zweiten Scheibe Lieder mit Neal ein – kann die Veränderung aber nicht verstecken. Spocks‘ Beard befanden sich in den 90er klar in ihrer Hochphase und konnten bis heute nicht daran anschliessen. Dies belegt auch die Dokumentation auf der DVD, welche dem Set beiliegt.

Wenn sich am Ende alle ehemaligen und aktuellen Mitglieder der Bärte beim neuen Lied „Falling To Forever“ die Instrumente in die Hand geben, hat dies schon eine freudige Wirkung. Man erkennt klar die Handschrift von Neal Morse, all seine Markenzeichen sind vorhanden. Trotzdem gefallen auch die neuen Elemente und mischen sich zu einem flotten Longtrack voller Spielfreude und wilden Wechsel zwischen lauten und melodischen Stellen. Wie halt die Bandgeschichte auch. Zwanzig Jahre sind geschafft, mit neuem Mut und Ideen ist die Zukunft wieder ein offenes Blatt und Spock’s Beard sind bereit, es voll zu schreiben.

Anspieltipps:
The Light, June, At The End Of The Day, Falling For Forever

Steven Wilson – Transience (2015)

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Steven Wilson – Transience
Label: Kscope, 2015
Format: Doppelvinyl im Gatefold, mit Download
Links: Discogs, Künstler
Genre: Art-Rock, New-Prog

Wer hätte dies jemals gedacht, dass 2015 ein nerdiger Progmusiker plötzlich zu einem Star werden kann und sein Genie auf der gesamten Welt anerkannt wird? War der progressive Rock nicht einmal die Spielfläche für Aussenstehende und technische Bastler? Und jetzt dies: Ausverkaufte Konzerte in der ganzen Welt, hohe Verkaufszahlen und ein Publikum, das nicht nur aus alten und langhaarigen Typen besteht. Herr Wilson hat seinen Traum wahr gemacht und die Erde mit qualitativ hochstehender Musik erobert. Nimm dies, Retortenpop!

Somit verwundert es eigentlich nicht, dass Kscope als Label diese Begeisterungswelle mitreiten will und noch im Veröffentlichungsjahr des neusten Studioalbums „Hand. Cannot. Erase.“, eine Zusammenstellung von Wilsons zugänglichem Material heraushaut. Bevor man nun aber die Hände in den Himmel wirft und „Ausverkauf!“ schreit sei bedacht, dass „Transience“ einige Mehrwerte zur Schau stellt. So wird die Compilation nur als Vinylausgabe veröffentlicht, hübsch verarbeitet im Gatefold und mit Download. Dann finden sich auf der Platte zwar nur bekannte Stücke, aber manche in neuen Versionen und sogar eine komplette Neuaufnahme des wunderbaren Porcupine Tree-Lieds „Lazarus“. Wer das Lied seit „Deadwing“ kennt und liebt, wird einige Unterschiede bemerken und auch bei dieser Variante wieder vom Song verzaubert werden. Ebenso ist es doch wahrlich interessant, einzelne Stücke aus Wilsons Soloschaffen in neuer Zusammenstellung zu erleben. Wer bisher dachte, die Lieder funktionieren am besten in ihrer gedachten Umgebung und als Konzept, der wird überrascht werden. Hinter der Musik des Proggottes lauert unglaublich viel Hitpotential und eine Weisheit, die der meisten modernen Musik vermisst wird. Steven Wilson hat nicht nur die Mechanismen des Pop durchschaut, sondern sich diese zu eigen gemacht. Er führt mit leichter Hand vor, wie wenig doch nötig wäre, um Musik interessant, komplex und ergiebig zu gestalten. All dies ohne den Hörer anzubiedern. Lieder wie „Hand Cannot Erase“, „Postcard“ oder „Insurgentes“ verführen mit Melodien, Abwechslung und Einfall. Die traditionelle Struktur von Radiosongs wird dabei nie verleugnet, sie wird geschickt ergänzt. Dass dabei auffällt, dass die Musik aus Wilsons Schaffen immer einer ähnlichen Klangfarbe folgt, und oft auch dieselben Mittel wie Laut-Leise Wechsel anwendet, ist kein negativer Punkt. Dieser Umstand offenbart auf „Transience“ eher eine Konstanz, die von dem Genie des Mannes zeugt und sich über alle vier Soloalben zieht.

Wer sich bisher nicht an die Konzeptwerke und Scheiben von Steven getraut hat, der findet mit „Transience“ eine wunderbare Möglichkeit des Einstiegs. Die Musik zeigt sich von ihrer besten Seite, ist eingängig und doch vielfältig. Auch Fans und Liebhaber erhalten eine neue Betrachtungsweise ihres Idols. Somit lohnt sich die Platte eigentlich für alle, die sich ernsthaft mit aktueller Musik auseinandersetzen. Einen besseren und talentierteren Künstler findet man so schnell nicht. Besonders einer, der nichts falsch machen kann. So gelingt auch das Cover von Alanis Morisettes „Thank You“.

Anspieltipps:
Harmoni Korine, Insurgentes, Hand Cannot Erase

Porcupine Tree ‎– Stars Die: The Delerium Years 1991 – 1997 (2002)

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Porcupine Tree ‎– Stars Die: The Delerium Years 1991 – 1997
Label: Snapper, 2002 / Remaster Kscope 2007
Format: Doppel-CD
Links: Discogs, Band
Genre: Art-Rock, Psychedelic, Space Rock

Es begann als erfundene Psychedelic-Space-Band im Kopf eines jungen Mannes, wurde ein Nebenprojekt mit Plattenvertrag und endete als eine der wichtigsten modernen New-Prog / Art-Rock-Bands in den 2000er Jahren. Die Geschichte hinter Porcupine Tree ist genau so interessant wie der musikalische Output. Steven Wilson hat sich mit der Band einen der ersten Grundpfeiler seiner Unsterblichkeit geschaffen, und diesen vor einigen Jahren zugunsten seiner Soloprojekte stillgelegt. Zeit, wieder einmal zurückzuschauen, auf die Anfänge der Gruppe und deren kuriose erste Veröffentlichungen.

2002 legte das Label Snapper eine Best Of vor, auf der das Frühwerk der Band in gesammelter Version zugänglich gemacht wurde. Dabei überspannt „Stars Die“ die Zeit vom ersten Album „On The Sunday Of Life“ bis „Signify“, und umklammert somit die psychedelische erste Phase. 1998 wurde dann mit „Stupid Dream“ zum ersten Mal alles anders, aber dies ist eine Geschichte für eine spätere Zeit. Zuerst stand die Band, oder besser gesagt das Projekt von Steven Wilson, für fröhlichen und rauschhaften Psychedelic. Der junge Musiker versuchte sich an Klangspielereien und eiferte Leuten wie Syd Barrett nach. Schon früh aber liess er diverse Einflüsse bei seiner Musik zu, es entstand eine aufregende Mischung in Richtung Art-Rock. Das ganz alte „Radioactive Toy“ steht hier als bestes Beispiel, verbindet es doch bereits die ausufernde Art späterer Longtracks mit einem harten Gitarrenriff und der Experimentierfreudigkeit. Da Wilson zu dieser Zeit die meiste Musik selber schrieb und aufnahm, klingen die Songs oft etwas flach oder künstlich, dieses Klangbild passt aber sehr gut zum Inhalt und der Art. Wer die Augen schliesst und sich der Musik hingibt, schwebt alsbald davon, am besten nachvollziehbar mit „Voyage 34“, einem in Musikform dargebotenen LSD-Trip.

Je weiter man sich durch die Jahre nach vorne arbeitet, desto mehr wird aus Porcupine Tree eine vollwertige Band. Die Mitmusiker werden wichtiger, das Volumen voller. Mit dem frühen Meisterwerk „The Sky Moves Sideways“ erschuf Wilson sein persönliches „Shine On You Crazy Diamond“. Nun sollte wohl auch dem Letzten klar sein, wie wichtig Pink Floyd und Konsorten für seine musikalische Entwicklung waren. Ab diesem Album mischt sich immer mehr Düsterheit und Melancholie in den Kontext, die Konzepte hinter der Musik werden beissender und Wilson bringt seine Gedanken über die Missstande der Welt mit lauten Gitarren und Taktwechsel aufs Blatt. Gerade „Signify“ macht es damit dem Hörer nicht immer einfach, sprüht aber nur so vor Ideen.

Die Compilation „Stars Die“ ist eine sehr gut zusammengefasste Werkschau der ersten Phase von Porcupine Tree. Es eignet sich nicht nur für Neueinsteiger, die sich bisher nicht an das Delirium des Anfangs gewagt haben, sondern auch für langjährige Liebhaber der Band. Auf den beiden CDs finden sich doch einige unveröffentlichte Versionen von bekannten, oder aber gänzlich unbekannte Songs. Bleibt nur zu hoffen, dass Steven diese Gruppe in naher Zukunft reaktivieren wird.

Anspieltipps:
Radiactive Toy, And The Swallows Dance Above The Sun, Up The Downstair, Stars Die, The Sky Moves Sideways – Phase One

Genesis – R-Kive (2014)

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Genesis – R-Kive
Label: Virgin, 2014
Format: Dreifach-CD mit Booklet im Digipak
Links: Discogs, Band
Genre: Progressive Rock, Art-Rock, Pop, Rock

Eine komplette Übersicht und Werkschau der Progrock-Legende Genesis und der Solokarrieren von jedem Mitglied? Auf drei CDs? Ein Projekt, das zum Scheitern verurteilt scheint – die Masse an Musik ist schliesslich gewaltig. Aber BBC, die Musiker und Virgin haben sich zusammengesetzt, um ein der Legende würdiges Produkt zu erschaffen und damit pünktlich zum Weihnachtsgeschäft und der Ausstrahlung der neuen Dokumentation „Sum Of The Parts“ eine stattliche Best Of kreiert. Verpackt in einem hübschen Digipak macht die Sammlung doch einiges her, besonders auch dank dem informativen Booklet, in dem jedes Albumcover abgebildet wird.

Die Musik von Genesis benötigt hoffentlich keine Einführung mehr. Die Band startete 1970 mit „Trespass“ einen bis heute schillernden Siegeszug durch die Welt des abenteuerlichen Prog Rock. Alben wie „Selling England By The Pound“ oder „The Lamb Lies Down On Broadway“ sind bis heute Referenzpunkte für viele Bands und gelten zu Recht als Meisterwerke. Die Band verstand es, solch grundverschiedene Menschen wie Peter Gabriel, Phil Collins oder Tony Banks auf eine Wellenlänge zu bringen und gemeinsam nicht nur Lieder, sondern Epen und Geschichten zu erschaffen. Nach den Ausstiegen von Gabriel und Steve Hackett bog die Band in Richtung Pop ab. Diese extreme Umstellung verärgerte nicht nur viele Altfans, die Neuausrichtung machte aus den Bandmitgliedern weltweit bekannte Stars und die Songs standen überall an der Spitze der Charts. „Mama“, „Invisible Touch“ oder „I Can’t Dance“ zeugen bis heute aber davon, dass es hier nicht um das schnelle Geld, sondern um die künstlerische Wandlung ging. „R-Kive“ gelingt es dabei gut, die interessanten und bedeutenden Lieder auszuwählen – das unvermeidliche „Hold On My Heart“ vergessen wir jetzt einfach mal. Und auch wenn viele Alben von Genesis besonders als Gesamtwerk ihre Wirkung entfalten, verfügen die Lieder auch separat präsentiert genügend Tiefgang um als Compilation zu überzeugen.

Der interessanteste Aspekt von „R-Kive“ ist aber die chronologische Integration der Lieder aus den Soloalben. Jeder Musiker durfte selber drei Songs auswählen, welche in seinen Augen die wichtigsten oder passendsten darstellen. Erstaunlich ist dabei, dass oft nicht die klassischen Hits sondern eher unbekanntere Lieder gewählt wurden. „The Living Years“ von Mike + The Mechanics, „Easy Lover“ von Phil Collins oder „Signal To Noise“ von Peter Gabriel hätte wohl nicht jeder erwartet, es gibt schliesslich einige erfolgreichere Lieder. Dadurch erhält die Sammlung aber einen Mehrwert und bietet einige überraschende Momente: So erstaunt es doch wie gut sich beispielsweise „Signal To Noise“ und „Calling All Stations“ (vom allerletzten, mit Ray Wilson am Mikrofon stehenden Genesis-Album) nebeneinander machen. Oder das Hackett schon immer seinen eigenen Weg mit der Musik ging.

Somit lohnt sich „R-Kive“ auch für Leute, die alle Alben der Band besitzen und sich gerne mal einen chronologischen Überblick verschaffen wollen. Perfekt funktioniert dieses Set vor allem für Neulinge, werden doch alle Facetten der Band abgebildet. Und Komplettisten greifen sowieso zu. Kritikpunkt meinerseits: Eine Best Of ist immer eine Best Of, ich mag dieses Format per se nicht wirklich da oft zu viele Aspekte und Wirkungen der Alben verloren gehen. Aber als Fan der Band und Vergötterer von Peter Gabriel habe ich natürlich trotzdem zugegriffen.

Anspieltipps:
I Know What I Like (In The Wardrobe), In The Air Tonight, Silent Running (On Dangerous Ground), Invisible Touch, Signal To Noise

Das passende Getränk dazu:
Ein altbewährtes Fuller’s, englisch und gereift.

I only want to be here when you‘re by my side – Playlist 4//14

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Part 4//14 – I only want to be here when you‘re by my side
April 2014

Kula Shaker – Mystical Machine Gun (Peasants, Pigs & Astronauts, 1999)
Sork – Rewind (Horseflies Flies, 2014)
Crosses – Blk Stallion (Crosses, 2014)
Amatorski – Soldier (TBC, 2011)
Faithless – Take The Long Way Home (Sunday 8pm, 1998)
Underworld – Born Slippy (Nuxx) (Born Slippy, 1996)
Katy B – Next Thing (Little Red, 2014)
Moby – The Perfect Life // Live (Almost Home – Live At The Fonda, 2014)
Marillion – Fantastic Place // Live (Best Life, 2012)
Nick Cave & The Bad Seeds – Jubilee Street (Push The Sky Away, 2013)
Thee Silver Mt. Zion Memorial Orchestra – What We Loved Was Not Enough (Fuck Off Get Free We Pour Light On Everything, 2014)

Nicht verwunderlich, dass sich grösstenteils Lieder der rezensierten Platten auf der Monatsliste finden. Schliesslich höre ich diese Alben auch regelmässig um dann eine Kritik zu schreiben. So trifft man im April auf Crosses, Sork, Katy B, Moby und Thee Silver Mt. Zion Memorial Orchestra. Spannend ist es hier zu sehen, welche Lieder mir momentan am meisten im Ohr geblieben sind und darum auf der Playlist landen. Es ist immer ein abwägen, denn die Zusammenstellung muss einen fliessenden Ablauf erhalten und die Lieder sollten aufeinander passen. Oft kommt es deshalb auch vor, dass ich Songs wieder streiche oder mehrmals umplatziere bis sie fest stehen. Besonders der Post-Noise mit Thee Silver.. war nicht so einfach reinzukriegen, darum dient er jetzt als krönenden Schluss.

Die Lücken füllen diesen Monat Lieder die im Austausch wichtig waren. Musik wird wirklich gut wenn man sie teilen kann, schliesslich will man seine Gedanken und Gefühle versuchen weiter zu geben, auch ein Grund für diesen Blog. Amatorski und Kula Shaker habe ich auf diesem Weg kennen gelernt, grandioser Post-Rock und Retro-Rock mit indischem Einfluss. Ich bin gespannt was als nächstes auf mich wartet. Wie immer sind auch ein paar Dauerbrenner auf der Liste. Marillion, Faithless und Underworld höre ich eigentlich jeden Monat, manchmal verbinde ich auch ganz spezifische Momente oder Gefühle mit den Songs. Und Jubilee Street von Nick Cave & The Bad Seeds ist einfach nur grandios.