Captain America

Media Monday #253

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Neue Arbeitsstelle, neues Glück. Zuerst aber ein paar Lücken vom Medienjournal.

1. Wenn mal jemand auf die Idee käme einen Film zu drehen, der etwas völlig neues darstellt, dann wäre ich wohl sehr positiv überrascht. Wenn ich diese tolle Idee hier nun hätte, dann würde ich sie bestimmt nicht euch allen verraten. Aber schlussendlich muss man sich wohl mit den immer selben Muster bei Geschichte und Präsentation begnügen. Oder wer kennt völlig abgefahrene Ausreisser? (Siehe „Enter The Void“, „Holy Monsters“ etc.)

2. Innerhalb der Blogosphäre an sich könnte ruhig mal alles los bleiben wie es ist – für mich jeden Falls. Ich habe meine Nische und mein gemütlicher Platz gefunden, meine Texte werden gelesen und das Hobby macht immer noch Spass. Wieso also grössenwahnsinnig werden?

3. Carey Mulligan braucht sich sicherlich nicht hinter gestandenen Schauspielgrößen zu verstecken, wie eine Tabelle von Vox.com eindrucksvoll beweist, schließlich führt sie hier die Liste der am besten bewerteten Schauspielerinnen an. Eindrucksvoll und meiner Meinung nach auch verdient. So lässt es sich gut grinsen.

4. Hätte ich vorher geahnt, auf was ich mich einlasse, ich hätte wohl noch mehr Vorfreude auf „Captain America – Civil War“ gehabt. Der Film übertraf all meine Erwartungen und schaffte es perfekt die Action und Charaktermomente zu verbinden. Egal wie viele Helden hier um Gerechtigkeit und Ideale kämpfen, am besten funktioniert der Streifen immer dann, wenn die Figuren diskutieren. Und endlich wurde Spider-Man perfekt vom Comic auf die Leinwand übertragen, Nebenfiguren wie Ant-Man in wenigen Minuten glänzend portraitiert, die Geschichte komplex und spannend gestaltet und das gesamte Marvel Cinematic Univers verändert. Danke Russo-Brüder, dies war der beste Marvel-Film seit.. allen. Und wie cool und liebenswert ist denn Scarlet Witch?

5. Wenn ich mich einmal nicht meinen medialen oder popkulturellen Hobbies widme reise ich gerne in der Schweiz oder Welt umher, unterhalte mich mit anderen Menschen oder versuche meine Gedanken etwas zu ordnen. Viele Ideen liegen seit Jahren herum, etwas brach, und wollen nun endlich voran getrieben werden. Ran an die Visionen.

6. Es könnte ruhig mehr Ausstellungen wie „Total Records“ geben, schließlich kann man im Umfeld der Musik noch viele visuelle Aspekte stärker betrachten. Was genau denn an dieser Fotografie-Präsentation so toll war, oder wieso sich der Besuch in Winterthur lohnt erfährt ihr noch diese Woche.

7. Zuletzt habe ich „Special Correspondents“ auf Netflix geschaut und das war ganz unterhaltsam, weil sich hier um eine Komödie handelt, die wieder einmal ein klassisches Szenario aufführt. Der Netflix Original Film ist kein Meisterwerk, es macht aber Spass Rick Gervais und Eric Bana zuzuschauen – und besonders toll zu sehen, wie Vera Farmiga in der geltungssüchtigen Ehefrau aufblüht. Für grosse Lachattacken bleibt der Film aber etwas zu vorausschaubar.

Captain America: The Winter Soldier – Kritik

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Captain America: The Winter Soldier
Vereinigte Staaten, 2014
Regie: Anthony Russo, Joe Russo
Darsteller: Chris Evans, Sebastian Stan, Anthony Mackie, Scarlett Johansson, Robert Redfort, Samuel L. Jackson
Links: Website, Trailer

Marvel hat es endgültig geschafft. Nach dem Riesenerfolg mit Avengers begann die Phase 2 des cinematografischen Universums mit voller Breitseite. Iron Man 3 und Thor 2 boten unter dem Strich aber vor allem mehr vom Gleichen. Der zweite Teil der Captain America Reihe ist nun aber der überraschende Befreiungsschlag aus bekannten Marvel-Pfaden. Stelle das erste Abenteuer des patriotischen Helden noch ein aufgeblasener Trailer zur Avengers Zusammenkunft dar und enttäuschte, macht der Nachfolger nun alles richtig.

Das beginnt bei der Story, ist diese doch nicht ein weiteres plumpes Action-Abenteuer in dem der Held gegen einen zuerst übermächtigen Gegner kämpft, sondern ein spannendes Verwirrspiel im Stile alter Spionagethriller. Captain America muss zusehen wie seine Welt um ihn herum zusammenbricht und er niemandem mehr trauen kann. Wer von SHIELD hat böse Absichten, wer ist ein Freund? Als dann noch der mysteriöse und kräftige Winter Soldier auftaucht muss es Cap mit einem Gegenspieler aufnehmen, dem er alleine nicht gewachsen ist. Mehr will ich zur Geschichte gar nicht verraten, würde dies doch mehrere spannende Wendungen vorne wegnehmen. Soviel nur: Am Ende des Filmes ist im Marvel Universum einiges nicht mehr wie zuvor. Dies wird auch Auswirkungen auf kommende Filme wie Avengers 2 oder Thor 3 haben. Und die Geschichte schafft es, auch aktuelle Themen wie Überwachungspolitik aufzugreifen.

Inszenatorisch ist wie von Marvel Studios gewohnt alles auf extrem hohem Niveau. Die Action ist vielfältig und die Tricksereien super gemacht, die Besetzung perfekt. Nebst bekannten Gesichtern wie Evans, Johansson, Smulders oder Jackson glänzen auch Mackie und Redford in ihren Rollen. War dies schon bei den Iron Man und Thor Filmen der Fall, beweisen die Macher auch hier eine sichere Hand. Wie es sich für einen Marvel Film gehört, kann der Fan auch in CA2 jede Menge Anspielungen auf andere Filme entdecken. Namen wie Stark, Banner oder Strange fallen, es werden Ereignisse angesprochen oder aufgegriffen und manche geliebte Figuren haben sogar Kurzauftritte. Der Eindruck es mit einem zusammenhängenden und wachsenden Universum zu tun zu haben wird verstärkt. Schade hingegen ist auch hier der zu lockere Umgang mit dem Tod. In Superheldenfilmen ist es leider spätestens seit Man Of Steel üblich, dass die Menschen zu Tausenden sterben und dies niemand wirklich kümmert. Muss Zerstörungswut immer so extrem zelebriert werden?

Sehr toll war es vor dem Film die Trailer für X-Men Days Of Future Past und Guardians Of The Galaxy zu sehen. Es ist echt unglaublich, wie stark sich Marvel in Hollywood ausgebreitet hat und wie viele Filme auf uns zukommen. Solange sie das momentan bestehende Niveau halten können soll’s mir nur recht sein. Aber bitte Marvel wenn ihr schon unbedingt 2 Post Credit Szenen in den Film packen musst dann dreht auch zwei relevante. Hier lohnt es sich nicht den kompletten Abspann durch sitzen zu bleiben, auch wenn die Musik wie im ganzen Film topp ist.