Buch

Bruce Dickinson – What Does This Button Do? (2018)

Was für ein Tausendsassa der werte Herr Bruce Dickinson doch ist! Er hat als ausdrucksstarker Sänger nicht nur die Heavy-Metal-Band Iron Maiden zu einem Luxusdampfer der harten Rockmusik gemacht und mehrere Soloalben veröffentlicht, nein er ist auch Pilot, Autor, Moderator und ehemaliger Weltklassefechter. Ein Leben, das für ein Buch wie gemacht ist und oft sogar ein wenig erfunden klingt. In „What Does This Button Do?“ nimmt sich der Engländer der Aufgabe des Erzählens auch gleich selbst an und präsentiert seine Autobiografie, die weit über das gewohnte Schema eines Buches über Musiker hinausgeht.

Das zeigt sich nämlich nicht nur um flotten und kumpelhaften Umgangston und der lockeren Schreibform, sondern auch beim Fokus des Inhalts. Das repetitive Leben zwischen Albumproduktion, Konzertreise und kurzen Erholungspausen wird meist in kurzen Sätzen und wenigen Abschnitten zusammengefasst. Sicher, auch Bruce Dickinson hat einige abstruse und leicht skandalöse Geschichten auf Lager und schämt sich auch nicht, diese hier Schwarz auf Weiss zu offenbaren. Schön dabei ist aber, dass diesen Eskapaden weder viel Gewicht gegeben, noch seine eigene Naivität und Dummheit ausgespart wird. Dieses Buch dient niemals dazu, andere Leute schlecht zu machen und alte Fehden wieder aufleben zu lassen.

Viel spannender wird „What Does This Button Do?“ immer dann, wenn sich die Erzählung weg vom typischen Metal-Alltag hin zu Dickinsons anderen Leidenschaften wendet. Sei es sein jahrelanger Versuch, einen Film über Aleister Crowley auf die Beine zu stellen, seine nicht ganz ernst gemeinten Übungen Romane zu schreiben oder die haarsträubenden Vorfälle in seiner Pilotenkarriere – alles wird leicht verständlich und mit genügend Selbstironie angegangen. Diese Autobiografie ist immerzu unterhaltsam und positiv, sogar die schwere Zeit der Krebserkrankung löscht den Optimismus nicht aus dem Mann und dem Buch. Nur sein persönliches Privatleben bleibt für grosse Teile im Dunkeln – was so ganz gut passt.

„What Does This Button Do?“ ist nämlich keine Glorifizierung und Erklärung der Person Bruce Dickinson, sondern seiner Taten und Errungenschaften. Man muss sich mit dem Autor nicht über Politik streiten, keine seitenlange Sinnierungen über einzelne Tonlagen und Gitarrenriffs ertragen, man wird alleine zum Staunen eingeladen. Und dies passt eigentlich perfekt zu der Bühnenfigur Dickinson, die man seit vielen Jahren zwischen riesigem Eddie und gewaltigen Songs kennt. Ein Buch, das also nicht nur Iron Maiden Fans unterhalten wird.

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

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Burrows, Terry – MUTE, die Geschichte eines Labels (2017)

Nicht nur die Musik macht aus einem Label das, was wir wahrnehmen und ins Herz schliessen. Spannend ist der Umgang mit Produzenten von Platten doch immer dann, wenn eine direkte Kommunikation mit dem visuellen Erscheinungsbild stattfindet. Doch wie klar wird eine solche Linie, wenn sich ein Label über 40 Jahre im sehr wechselhaften Geschäft der populären Musik befindet? Erstaunlich stringent in seiner Vielfalt und handgemachten, experimentalen Darstellung – wie „Mute – Die Geschichte eines Labels“ von Terry Burrows und Daniel Miller nun in bunter Pracht darlegt.

1978 in England von Daniel Miller gegründet, wurde aus dem kleinen DYI-Label schnell ein grosser Name für Musik aus dem Bereich Post-Punk, New Wave und Synthie-Spässe. Weltbekannte Namen wie Depeche Mode, Nick Cave & The Bad Seeds, Fad Gadget, Goldfrapp oder Moby durften hier früh ihre ersten Schritte wagen und prägten mit ihrer Musik viele Kindheiten. Die dazugehörigen Covermotive, Single-Designs oder Plakate wurden teilweise ikonisch und lassen sich nun in „Mute – Die Geschichte eines Labels chronologisch entdecken. Terry Burrows begleitet die Evolutionen, Versuche und Mutationen der bildnerischen Gestaltung mit informativen Texten und erklärt damit so einige Rätsel.

Das beste an „Mute – Die Geschichte eines Labels“ ist aber, wie liebevoll und offen mit dem Material umgegangen wird. Man erhält als Leser Einblicke in die Entstehungsprozesse der Designs, darf zwischen frühen Entwürfen und nicht verwendeten Skizzen blättern und sogar alle Tochterlabels begrüssen. In klarem Layout und auf über 300 Seiten wird hier also die Musikgeschichte noch einmal herrlich aufgezeichnet und bietet für Techno-Freaks (Plastikman) wie auch für kaputte Seelen (Wire) Interessantes. Mute – ein Name, der auch heute noch für Qualität steht und hier von Terry Burrows gebürtig gefeiert wird. Und schnell wird klar: Am eigentlich Konzept der Veröffentlichungen hat sich während 40 Jahren nichts geändert: Noch immer gilt das Raue, das Seelenvolle, die ehrliche Intention. Auch im Design.

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

Jeanette Leech – Fearless. The Making Of Post-Rock (2017)

Autor: Jeanette Leech
Titel: Fearless. The Making Of Post-Rock
Verlag: Jawbone
ISBN: 978-1-911-03615-9
VÖ: 15. Juni 2017
Webseite: Jeanette Leech auf Twitter

„Fearless. The Making of Post-Rock“ ist keine Entstehungsgeschichte, sondern ein Requiem, ein Rückblick und Abschluss. Das Buch endet nämlich genau an dem Punkt, an dem aus einer experimentellen und immerzu etwas unfassbaren Stilrichtung ein Produkt der Masse wurde, austauschbar und gleichförmig. Denn im Gegensatz zu der verbreiteten und journalistisch immer wiedergekauten Meinung, Post-Rock sei als Genre klar mit instrumentalen Stücken mit aufschwellenden Gitarren und langen Laufzeiten zu definieren, handelt es sich vielmehr um einen Abenteuerritt ohne Konventionen oder Sicherheitsnetze. Jeanette Leech tat also gut daran, ihr Buch „angstlos“ zu nennen – und liefert die Antwort, wieso „Kid A“ von Radiohead theoretisch mehr Post-Rock ist als „All Is Violent, All Is Bright“ von God Is An Astronaut.

Die Autorin, DJane und Musikhistorikerin hat mit diesem Sachbuch nämlich nicht nur versucht, mehrere Jahrzehnte Musikgeschichte komprimiert anhand vieler Interview- und Textpassagen zu rekonstruieren, sondern auch die Essenz von Post-Rock zu destillieren. Kein einfaches Unterfangen, ist doch bist heute schwierig zu erklären, was denn genau diese Rock-Unterart ausmacht. 1994 von Kritiker Simon Reynolds erschaffen, ist die Wortkreation vor allem ein Sammelbegriff für Bands und Künstler, die sich gegen die Regeln und die Kunst vor Konsum stellten. Dabei werden Einflüsse aus Dub, Electronica, Krautrock und Punk genauso zugelassen wie das Ignorieren einer Bandhirarchie und der Abbau des Ego.

Frühe Bands des Post-Rock waren weder weit bekannt noch wirklich gewillt, viele Konzerte zu geben. So tüfelten Bands wie Slint, Disco Inferno, Codeine oder Tortoise lieber tagelang an Klängen und Präsentation, als sich vor Leuten aufzuspielen und ihre Namen in die Welt zu tragen. Somit ist es interessant, dass Jeanette Leech in grosser Arbeit viele alte Zitate und Gespräche mit diesen Musikern zusammengetragen hat und man nun in „fearless.“ auf eine sehr informative Zeitreise gehen darf. Die Menge an Informationen und Namen machen zwar den Lesegenuss nicht immer leicht, oft verspürt man aber eine grosse Lust, die erwähnten Alben und Bands aufzustöbern und in aller Ruhe zu entdecken.

Somit ist „fearless.“ nicht unbedingt für alle Leser geeignet, wer sich aber detailliert mit der Stilrichtung Post-Rock und den prägenden Bands aus den Achtzigern und Neunzigern beschäftigen will, der findet hier viele Stunden voller Unterhaltung. Jeanette Leech schreibt angenehm, wechselt zu Beginn aber etwas willkürlich die Perspektive. Dies wird mit der Zeit stringenter und das Buch ist in thematisch geordnete Kapitel eingeteilt. Und um alles etwas fassbarer zu machen, sind zwei Bildstrecken inkludiert. Damit ist diese Veröffentlichung eine Feier für einen Begriff, der heute nur noch als Abklatsch existiert und vor allem eine Orientierungshilfe darstellt. Aber jetzt alle in die Plattenläden, die Diskografie von Talk Talk will gekauft werden.

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

Aubrey Powell – Vinyl. Album. Cover. Art. (2017)

Aubrey Powell – Vinyl. Album. Cover. Art.
Verlag: Thames & Hudson, 2017
Autor: Aubrey Powell
Seiten: 320, Hardcover
ISBN: 978-0500519325
Link: Goodreads

Es gab wohl selten ein Designstudio, das sich innerhalb kürzester Zeit einen solch grossen Namen gemacht hat wie Hipgnosis aus England zwischen 1967 und 1984. Kaum eine bekannte Rockband aus dieser Zeit kann nicht mindestens ein Album- oder Single-Cover dieser Schmiede vorweisen – gewisse verdanken den grafischen Künstlern sogar einen Grossteil ihres Vermächtnisses. So wären die Platten von 10cc, Wishbone Ash oder natürlich Pink Floyd wohl nie so auffällig gewesen, wie sie es auch heute immer noch sind. Und mit „Vinyl. Album. Cover. Art.“ erhält man nun endlich die Gelegenheit, das komplette Schaffen von Hignosis in einem Band zu betrachten.

Zusammengestellt und kommentiert von Aubrey Powell, dem einzig überlebenden Gründer des Studios, darf man hier tief in das Schaffen der Meister eintauchen und auf 480 Abbildungen alle Kunstprojekte bestaunen. In schlichtem, aber funktionalem Layout werden nicht nur die Cover aufgelistet, sondern auch aufgeklappte Bilder von Gatefolds, Label der Schallplatten oder Inlays gezeigt. Neugierig und voller Heisshunger auf kunstvolle Gestaltung blättert man von einer Ikone zur anderen – man denke nur an das Prisma von „Dark Side Of The Moon“ oder das geschmolzene Gesicht von Peter Gabriel.

Dieser Musiker hat dem wunderbaren Bildband auch gleich ein Vorwort beigesteuert, verdankt er den Herren Powell, Storm Thorgerson und Peter Christopherson nicht nur einen visuellen Leitfaden in seinem Soloschaffen, sondern auch einen Gegenpol zur progressiven Musik. Denn Vorreiter in der Bildbearbeitung und der Komposition war Hipgnosis immer. Toll, dass man bei „Vinyl. Album. Cover. Art.“ auch noch einen Making-Of-Text und einen kurzen geschichtlichen Überblick erhält. Man blickt also nicht nur erneut auf die Äusserlichkeiten von Led Zeppelin, T. Rex oder Genesis, sondern taucht hinter die Schichten aus Fotografie und Malerei.

Das Buch ist somit nicht nur ein Muss für Sammler von Vinyl, sondern auch eine perfekte Ergänzung des Sachbuchregals und Kulturhistoriker. Und auch wenn das Studio Hipgnosis so heute nicht mehr existiert, ihre Erzeugnisse werden für alle Ewigkeit auf dem Olymp des guten Musik-Designs stehen. Und dank „Vinyl. Album. Cover. Art.“ auch endlich chronologisch und komplett.

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

Interview mit Nathan Gray – Gefühle und Totenköpfe

Seine Musik und sein Album warfen grosse Schatten vor sich – und auch nach der Veröffentlichung von “Until The Darkness Takes Us” gibt es noch einiges zu bereden. Wir nutzten die Gelegenheit um vor dem Konzert in der Hafenkneipe Zürich mit Nathan Gray und Daniel E. Smith vom Nathan Gray Collective zu sprechen. Und dabei packten wir nicht nur den Teufel bei den Hörnern, sondern auch im Buch geblättert und in unser Inneres geschaut.

Michael: Wie ihr sehen könnt, sind wir hier in einer ziemlich kleinen Lokalität – besonders für dich, Nathan. Wie fühlt sich diese Tour an, nachdem ihr vorher grosse Festivalbühnen und Lokale bespielt habt?

Nathan: Es fühlt sich grossartig an. Klar, das sind natürlich nicht boysetsfire. Wir beginnen hier, eine komplett neue Fanbasis aufzubauen. Und jede Nacht ist es genau das, das Suchen von Verbindungen und Überzeugungen. Genau darum geht es mir auch, dass die Leute kommen und eine gute Zeit haben. So versuchen wir von Beginn an, eine tief persönliche Bindung zu unseren Fans aufzubauen und sie in unsere Arbeit mit einzubeziehen.

Daniel: Und am Ende jedes Auftritts sind wir auch bei den Leuten, geben Umarmungen, schreiben Autogramme und schütteln Hände. Es sind keine riesigen Hallen, in denen man von der Bühne geht, ohne dass uns jemand bemerkt.

Ihr seid dieses Projekt auch anders angegangen als sonst. Es sind sehr direkte Texte und persönliche Themen – aber wird das weiterhin hinter der Musik stehen? Werden die Besucher trotzdem die Musik hören, ohne sich um den Inhalt zu kümmern?

Nathan: Das spielt uns nicht direkt eine Rolle. Manche sind damit zufrieden, wenn sie tanzen und feiern können, den Alltag hinter sich lassen – wir geben ihnen auch diese Möglichkeit. Aber es gibt auch immer Leute, die eine tiefere Erfahrung suchen. Und auch diesen bieten wir etwas an. Ich “diskriminiere” in dieser Hinsicht niemanden.

Daniel: Sehr wichtig war es für uns, bereits zu Beginn der Arbeit am Album die Atmosphäre der Lieder so hinzukriegen, wie Nathan es sich vorgestellt hatte. Die Scheibe hat eine extreme Dynamik. Es wurde bewusst so aufgebaut, um den textlichen Inhalt zu verstärken. Aber man spürt die Botschaft auch, wenn man den Gesang nicht versteht

Ihr habt die Musik im Vergleich zu früheren Alben ziemlich verändert, besonders du, Nathan. Alles wirkt nun stärker wie Dark Wave oder Gothic, das spürt man besonders in Songs wie „Skin“. War dies eine bewusste Entscheidung?

Daniel: Diese Art von Musik war schon immer in mir drin, mein tägliches Brot sozusagen. Nathan hat es als Zuhörer immer genossen, kam aber nie als Musiker zu diesem Erlebnis. Also war sein schier popartiger Stil beim Songwriting genauso eine Grenzverschiebung für mich, wie das Elektronische bei ihm.

Nathan: Und das ist so toll an diesem Album – wir durchbrechen die Schubladisierung. Es war mehr ein “finden wir heraus ob dies funktioniert”, was in uns lauert, als ein konkretes Genre. Ich glaube, wir haben es gefunden und es ist fantastisch.

Nicht für alle, es gab ein paar ziemlich durchmischte Rezensionen.

Nathan: Ach, die gibt es immer, man kann es nicht allen recht machen. Es gab schlechte und gute Kritiken – und manche waren sogar persönlich gemein, ohne Bezug zur Musik. Aber alles, was man im Leben und in der Musik machen kann ist: Tu was du magst, was dich bewegt. Nicht mein Problem, wenn es dir nicht gefällt.

Daniel: Und wir wussten, dass es ein Album wird, das man entweder liebt oder hasst – und erwarteten somit ziemlich schlimme Kritiken. Es gab viele Erwartungen in Richtung “boysetsfire light” – aber das sollte es niemals sein. Und wer diese Erwartung bereits hatte, der wollte sich auch nicht überzeugen lassen.

Glaubt ihr, das hat auch etwas damit zu tun, dass sich die Leute nicht mehr intensiv mit der Musik beschäftigen wollen? Schliesslich kann man heute alles mit einem Klick anhören, oder man betrachtet Konzerte nur noch durch seinen Bildschirm am Smartphone.

Nathan: Die Leute wollen es manchmal einfacher. Viele wollen halt die Wiedervereinigungen, die Sachen, die man ohne Aufwand sofort begreift. Aber unsere Platte ist weniger ein Album, es ist mehr ein Audio-Film. Das haben wir bewusst so gestaltet und viele werden das auch begreifen.

Daniel: Ich glaube, dass das Album als Konzeptform eine verlorene Kunst geworden ist. Dank Dingen wie Napster oder Spotify suchen die Leute nur noch nach der nächsten Single und spielen keine kompletten Platten mehr. Nathan und ich haben das früher noch getan, man musste sich Scheiben von Pink Floyd, The Who oder The Beatles konzentriert und als Gesamtes anhören. Wenn ein Album als Ganzes keinen Sinn macht, dann muss ich mich damit auch nicht beschäftigen.

Nathan: Genau, wer will das schon? Eine Scheibe mit zwei Hits und sonst nur Füllmaterial. Was soll der Sinn sein, ihr vergeudet doch nur eure Zeit. Veröffentlicht besser nur die Single.

Ihr habt sogar ein Buch zum Album veröffentlicht, die Aussage hinter dem Werk ist also sehr wichtig. Was war denn zuerst?

Nathan: Die Idee hatte ich schon lange, doch erst mit dem Album sprang der Funken über. Wir hatten das Konzept und ich wollte die gesamte Geschichte erzählen. Die Musik sollte deutungsoffen sein, darum habe ich das Buch als Begleiter erschaffen, damit man meine Geschichte dahinter sieht. Und ich damit den Leuten zur Findung ihrer eigenen Story helfen kann – als Inspiration.

Das Buch hatte also keinen direkten Einfluss auf das Songwriting? Gerade weil du die Kapitel auch nach den Songs benannt hast.

Nathan: Das war gedacht, um die Leute durch das Album zu führen und damit sie immer sehen können, wo ich selbst an diesem Punkt war.

Daniel: Das Album hat, auch ausserhalb des Buches, einen definitiven Start und und ein definitives Ende, mit einer linearen Geschichte. Die Songtexte nehmen dich mit auf die Reise und die Musik bietet weitere Emotionen. Man kann das Album anhören und es dabei wie ein Horoskop als Leitfaden benutzen.

Allerdings ist es auch ziemlich bestimmt. Ich selber war etwas verwirrt, wie selbsthilfemässig es manchmal war und wie wenig über die Musik darin stand. Denkt ihr nicht auch, dass es etwas zu missionarisch ist und auf Leute, die euch nicht so gut kennen, etwas abschreckend wirken kann?

Nathan: Das ist für mich eine sehr verwirrende Frage – ich habe immer sehr persönliche Musik gemacht. Wenn dies also jemanden stört, dann hat er mir die letzten 20 Jahre nicht zugehört.

Sicher, aber das war doch oft auch die grösste Kritik: Der Inhalt ist zu stark bei den Aussagen der „Church Of Satan“.

Nathan: Ja, aber das Buch hat diese Diskussion doch beendet. Ich sage klar, dass ich niemanden dazu inspirieren und kein grosses Thema daraus machen will. Es war nötig, dies zu erklären, damit die Leute sagen: “Ok, ich habe dich verstanden.” Es ist mir total egal, ob es jemand mag oder nicht – es gibt bestimmt genügend Glaubensrichtungen, die dir komplett egal sind. Wir als Band forcieren dies nicht und genau darum war das Buch auch für unsere Positionierung wichtig. Ebenso habe ich mit dem Buch einige persönliche Dinge geklärt und die Geschichte von boysetsfire beleuchtet. Wenn jemand ein Problem damit hat, dann soll er sich verpissen. (lacht)

Ihr denkt also nicht daran, noch mehr Symbolik einzubauen?

Nathan: Davon haben wir uns auf dieser Tour entfernt. Das letzte Mal war alles in rotes Licht getaucht, mit Ziegenschädeln und ähnlichem Zeugs – totales Klischee. Heute wirst du nebst den Schädeln auch Blumen und eine romantische Stimmung vernehmen. Mir ist Satan egal, das hat für mich keine Bedeutung. Man braucht all diese Religionen nicht. Was für jeden spricht ist die Idee, dass wir keine externen Kräfte brauchen, um uns aufrecht zu halten. Das können wir selber aus uns erschaffen. Eine Welt ohne externe Autorität, genau das unterstützen wir. Wir sollten unser Leben in vollen Zügen geniessen, fröhlich und das Beste in allem sein. Glückliche Menschen erschaffen eine glückliche Welt, und das hilft deinen Mitmenschen, sich besser zu fühlen – eine Wechselwirkung.

Nathan, im Buch schreibst du über die Schwierigkeiten zu Beginn deiner Karriere. Habt ihr denn ein paar Tipps für junge Bands?

Daniel: Seid geduldig und gebt nicht auf. Ich wollte seit ich Kind war ein “Rockstar” sein – aber wusste spätestens mit dreissig, dass es nicht passieren wird. Ich wollte mich auf die Studioarbeit konzentrieren und fünf Jahre später kommt dieser Typ an (zeigt auf Nathan) und nimmt mich in seine Band. Hier wollte ich eigentlich schon mit zwanzig sein.

In einem Keller mit Ventilen … (lachen)

Daniel: Als ich zehn war dachte ich: “Könnte ich doch bloss in einem Verliess sein. Mein Leben wäre komplett!”. Aber ja, man muss einfach weiter probieren und darf keinen Soforterfolg erwarten. Das tolle sind aber die schier unendlichen Möglichkeiten, die das Internet für Musik und Fans bereithält.

Nathan: Aber tut es nicht! Lernt einen Beruf! Sonst macht ihr es uns nur schwieriger, der Markt ist überflutet. (lacht)

Ist denn Musik das Endziel oder ein Mittel und Ort, um sich zu finden oder zu verstecken?

Nathan: Es kann alles davon sein. Musik, die Bühne oder das Studio sind unsere psychiatrischen Liegen und darauf kannst du die Musik benutzen wie du willst. Es ist ein menschliches Ritual, etwas, das mehr als Umstand und Ausdruck ist. Es ist all deine Liebe, Hass, Freude oder Lust – alles, was du in dir trägst und selten rauslässt. Dass du dich mit diesen Teilen verbinden kannst ist wichtig, so kannst du den Ausgleich finden.

Daniel: Ich war immer jemand, der es liebte zu kreieren. Und ich war immer der Studio-Nerd. Es war jedes Mal die Erlösung für mich, nach der Arbeit fähig zu sein, aus dem Nichts etwas komplett Neues aufzubauen. Ohne Erwartungen oder Termine. Es war schon immer meine glückliche Zuflucht.

Das freut mich zu hören, und besten Dank für das Interview.

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

Nathan Gray – Until The Darkness Takes Us (Buch, 2017)

Nathan Gray – Until The Darkness Takes Us
Verlag: Dark Gospel Transmission, 2017
Autor: Nathan Gray
Seiten: 170, Softcover
ISBN: 978-0692807552
Link: Goodreads

Nathan Gray ist ein weltbekannter Musiker, der vor allem durch seine Band boysetsfire für Furore gesorgt hat. Die bandeigene Mischung aus Hardcore und intimen Texten fand schnell Fans in vielen Ländern – doch gerade gewisse Aussagen von Gray polarisierten auch stark. Er war immer ein Mensch, der sein Innerstes nach aussen kehrte und schon fast missionarisch seine Meinungen kundtat. Als Mitglied der Church Of Satan ist dies natürlich besonders brisant, da es schnell mit religiösem Eifer verglichen wird.

Trotzdem, sein künstlerisches Output mit weiteren Bands wie I AM HERESY oder, ganz neu, dem Nathan Gray Collective, konnte sich immer etwas von diesen Bindungen lösen. Die harten Gitarren und auch die stampfenden Beats übertönten so mache eher peinlichen Textzeilen oder Aussagen. Bei seinem neusten Album „Until The Darkness Takes Us“ liessen sich beim Hören auch viele Sätze in einen anderen Kontext setzen. Doch mit dem begleitend und zeitgleich erschienenen Buch gelingt dies nicht mehr.

„Until The Darkness Takes Us“ ist seine erste Autobiografie, in der er all die genannten Punkte anschneidet – aber auch gleich wieder fallen lässt. Denn das geschriebene Wort zum gleichnamigen Album ist mehr ein Manifest und wirre Gedankensammlung als kohärente Lebensrückschau. Nathan Gray wechselt ziellos zwischen persönlichen Erinnerungen, fundamentalen Überlegungen, Poesie und Zitaten. Das Buch wirkt dabei in keinem Moment wirklich schlüssig oder tiefgründig, vielmehr hatte ich das Empfinden, hier einen schlechten Selbsthilfe-Ratgeber vor mir zu haben. Besonders, wenn man zum hundertsten Mal lesen darf, wie man an sich selber glauben muss und die dunklen Dämonen überwinden soll.

Nathan Gray schafft es auf den knappen 170 Seiten auch nicht, klare Aussagen zu seiner Abkehr vom christlichen Glauben und zu seiner Position bei der „Nicht-Religion“ Church Of Satan zu machen. Einzig die Predigt, schlechte Energie in gute zu verwandeln, füllt hier die Zeilen. Es ist ja toll, wenn sich ein Mensch aus der Dunkelheit lösen und die positiven Seiten im Leben finden kann – aber dies garantiert noch keine gute und spannende Lektüre.

Was in der Musik für mich super funktioniert – wohl auch, weil es da eher metaphorisch und sprachlich zweitrangig geschieht – ist als geschriebenes Wort leider zu platt und aufdringlich. Dazu kommt, dass die Aspekte seiner musikalischen Karriere eher halbherzig eingewebt und abgetan werden und man hier scheinbar immer wieder zu einem Gebet genötigt wird. Da hatte ich mir mehr erhofft, für knallharte Fans wird aber auch diese Veröffentlichung des Mannes eine Offenbarung sein.

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

Bruce Springsteen – Born To Run (2016)

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Bruce Springsteen – Born To Run
Verlag: Simon & Schuster, 2016
Autor: Bruce Springsteen
Seiten: 528, Softcover
ISBN: 9781501141515
Link: Goodreads

„Oh-oh, Baby this town rips the bones from your back / It’s a death trap, it’s a suicide rap / We gotta get out while we’re young / `Cause tramps like us, baby we were born to run“
Für viele ist Bruce Springsteen nicht nur ein Musiker, er ist der Boss und steht über allen anderen im Bereich Rock. Aber für genauso viele ist er auch ein klischeebehafteter Stadion-Kitsch-Zampano, der in seiner Musik immer nur von den einfachen Seiten des amerikanischen Traumes singt. Doch wie so üblich, das Extrem wird der Wahrheit nie gerecht. Springsteen, aus einer ärmlichen Familie stammend und in seinem Leben immer wieder mit psychischen Komplikationen konfrontiert, ist vor allem eines: Bodenständig, ehrlich und zurückhaltend. Seine Autobiographie „Born To Run“ ist somit ein Zeugnis eines Lebens, das viel Kraft in ständiger Betrachtung des eigenen und gemeinsamen Lebens findet.

„You sit around getting older / there’s a joke here somewhere and it’s on me“
In den chronologisch angeordneten Erzählungen findet man nicht nur tiefe Einblicke in seine zwischenmenschlichen Beziehungen, seine Liebe zur Musik und seine eigenen Bühnenerfahrungen – sondern auch immer wieder Selbstzweifel und eine Auseinandersetzung mit den Grundsätzen des Daseins. Bei der Lektüre erstaunt dabei immer wieder, wie sich der Roman eher wie einen Bericht eines Arbeiters als eines millionenschweren Rockstars anfühlt.

„41 shots, cut through the night / You’re kneeling over his body in the vestibule / Praying for his life“
Und gerade deshalb war Bruce Springsteen auch immer so wichtig für die Musikwelt – er stellte sich nie über andere und liess in seinen Liedern die unterdrückten und vergessenen Stimmen der Staaten aufleben. Er bezog dabei immer klar Position gegen Ungerechtigkeit, verurteilte aber niemanden direkt. Genau darum versteht man bis heute viele seiner Songtexte falsch, und genau darum ist „Born To Run“ immer wieder ein Augenöffner.

„Down at the court house they’re ringin‘ the flag down / Long black line of cars snakin‘ slow through town“
Egal ob ein Konzert vor 100’000 Menschen, ein Auftritt in einer spärlich besuchten Bar oder Konversationen mit seinem kranken Vater – Springsteen geht alles stark emotional an. Dies packt Hörer wie Leser gleichermassen und wirkt auch in Buchform zeitlos. Man versteht den Erfolg seiner Alben besser, spürt die harte Arbeit dahinter und fragt sich auch: Was passiert, wenn der Boss keine Musik mehr machen kann? Wer gibt uns dann so selbstlos die Kraft zum Weitermachen? „Born To Run“ ist somit ein fantastisches Buch für alle, die Bruce Springsteen lieben, kennen lernen möchten oder endlich verstehen wollen. Und immerzu eine sehr unterhaltsame Lektüre.

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

Patti Smith – Just Kids (2010)

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Patti Smith – Just Kids
Verlag: Bloomsbury, 2010
Autorin: Patti Smith
Seiten: 306, Softcover
ISBN: 9780747568766
Link: Goodreads

Romantik – ein Zustand und eine Vorstellung, die so manche Erlebnisse, Wünsche und Jahre schöner erscheinen lässt als sie wirklich waren / sind. Trotzdem, wenn Patti Smith in „Just Kids“ von ihrer Jugend, ihren künstlerischen Gehversuchen und ihrer nicht immer einfachen Beziehung zu Robert Mapplethorpe schreibt, dann wünscht man sich mehrmals in das New York City der vergangenen Jahrzehnte zurück. Man möchte die Poesie der Armut spüren – wie man sich mit wenigen Cents und Dollars über Wasser hält, man möchte von der Abenteuerlust gepackt werden und mit wenigen Mitteln Kunst erschaffen. Man möchte Patti als beste Freundin in der Gruppe halten und die Welt umgestalten.

Es ist viel dem grossen Talent von Patti Smith zu verdanken, dass diese Biographie nicht zu einer Selbstlobhudelei und verklärten Sichtweise auf alte Zeiten verkommt. Die Künstlerin nimmt eine neue Position als Schriftstellerin ein und betrachtet ihre Beziehung zu Robert aus einer Perspektive, die man so sonst nur bei Romanen antrifft. „Just Kids“ ist keine lose Kette aus Erinnerungen, es ist ein wunderschönes Buch über die menschliche Sehnsucht nach kreativer Befreiung, Loslösung von den Zwängen und dem schwierigsten Zustand der Welt – gegenseitiges Vertrauen und Liebe. Mit genialer Sprache, perfekt gezeichneten Momenten und vielen alten Fotografien lebt die Vergangenheit neu auf.

Primär geht es bei „Just Kids“ nicht darum, wie Patti Smith eine weltbekannte und prägende Musikerin wurde. Es geht um ihre tief reichende Beziehung zum Fotografen Robert Mapplethorpe, um ihre Ängste und Probleme, um das Leben wie es früher war. Man kommt mit diesem Buch Patti extrem nahe und fühlt sich stark mit ihr verbunden. „Just Kids“ ist ein wunderschönes, mitreissendes und perfekt geschriebenes Buch. Romantik hin oder her, hier verschmelzen alle Lebenspunkte zu einem wichtigen und wunderbaren Erlebnis. Auch Schmerz und Tod sind wichtige Bestandteile, doch alles ist aushaltbar, da Patti am Ende die Versöhnung findet. Hoffentlich geht es uns allen auch so.

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Great Lost Albums – Billingham, Quantick, Waites, Sherez (2014)

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Mark Billingham, David Quantick, Martyn Waites, Stav Sherez – Great Lost Albums
Verlag: Sphere, 2014
Autoren: Mark Billingham, David Quantick, Martyn Waites, Stav Sherez
Seiten: 288, Hardcover
ISBN: 9780751557060
Link: Goodreads

50 Jahre Rock und Pop, wer erinnert sich da nicht an die vielen grossen Künstler und ihre legendäre Alben? Hoffentlich stehen auch alle davon bei euch im Plattenregal. Viel spannender wird es aber, wenn man die bekannten Pfade verlässt und sich auf die Suche nach vergessenen Liedern und Kreationen macht, die nie die Geschäfte erreicht haben. Mark Billingham und seine Kollegen haben in minutiöser Arbeit und während vieler Jahre Kuriositäten und verschollene Platten ausgegraben, die man in dieser Form nie kaufen können wird. Darunter befindet sich unter anderem die Kollaboration von Michael Jackson und Madonna, das IKEA-Album von Coldplay oder das Weihnachtsalbum von Kraftwerk.

Wer jetzt bereits verwundert den Kopf schüttelt liegt richtig: Alle Alben, die in „Great Lost Albums“ vorgestellt und beschrieben werden, sind erfunden. Versteckt hinter Falschaussagen und erdichteten Plattenkritiken darf man mit diesem Buch in Parallelwelten abtauchen, in denen scheinbar alle bekannten Musiker und Bands völlig den Verstand verloren haben. Denn warum sonst sollten U2 ein Lied von Kim Jong-Un singen lassen, Rod Stewart seinen langweiligen Alltag vertonen, Rick Rubin die Atemgeräusche von Johnny Cash als Musik deklarieren oder Queen ein Konzeptalbum über Optiker veropern?

Und genau da ist auch die Kritik anzusetzen. Denn obwohl diese Sammlung von kuriosen Hirngespinsten Spass macht und sich besonders als kurze Lektüre zwischendurch eignet, verlieren sich die Autoren mit der Zeit doch etwas im Absurden. Sicherlich, viele Marotten und Eigenheiten von Künstlern und Stilrichtungen werden sarkastisch entlarvt und auf die Spitze getrieben, mehr als Klamauk ist es aber oft nicht. Gewinner sind besonders die Leser, welche sich mit den Biografien der beschriebenen Musikern und Bands auskennen und somit auch kleine Seitenhiebe sofort erkennen. Für Gelegenheitshörer erschliessen sich wohl zu wenige Pointen. Somit ist „Great Lost Albums“ also genau was es ausstrahlt: Ein netter Humormoment zwischen zu ernsten Alben uns Liedern.

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Kim Gordon – Girl In A Band (2015)

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Kim Gordon – Girl In A Band
Verlag: Dey Street Books, 2015
Autor: Kim Gordon
Seiten: 273, Hardcover
ISBN: 9780062295897
Link: Goodreads

“The only really good performance is the one where you make yourself vulnerable, while pushing beyond your familiar comfort zone.”

Tja, eigentlich hat Kim Gordon damit ja sehr wohl Recht – doch leider nahm sie sich die Worte für ihre Biografie zu wenig zu Herzen. Denn „Girl In A Band“ ist kein „Just Kids“ oder „Porcelain“, sondern eher eine etwas wirre Kette aus einzelnen Situationen und Gedanken. Die ehemalige Bassistin von Sonic Youth nimmt mit diesem Buch die Gelegenheit wahr, ihre Geschichte und ihre Sicht der Dinge in der Band, als Frau von Thurston Moore und Künstlerin in Amerika aufzuzeigen. Zu Beginn gelingt dies ganz gut, doch leider verliert das Buch immer mehr die Kohärenz und somit die Berechtigung.

Denn obwohl Kim Gordon viele Worte über ihre Kindheit, ihr Umfeld und ihre ersten Versuche als Musikerin verliert, weiss sie der späteren Phasen in ihrem Leben um so weniger beizufügen. Sicherlich wurde schon mehr als genug Papier mit Texten über die Noise-Rocker Sonic Youth bedruckt, doch eine direkte Einsicht ist immer spannender als der Blick von aussen. Kim beschränkt sich aber darauf, einzelne Lieder und Momente anzuschneiden. Was dabei etwas sauer aufstösst, sind die konstanten Angriffe und Hiebe gegen Kolleginnen und Kollegen, ihren Ex-Mann und alle Personen, die ihr vor das Gesicht laufen. Wenn ich missmutige Sprüche über andere Menschen hören will, dann lästere ich selber. So etwas brauche ich nicht in einem Buch.

Dieser Umstand wirft leider etwas viel Schatten auf die Seiten von „Girl In A Band“, somit legt man das Buch am Ende mit stark gemischten Gefühlen zur Seite. Irgendwie wäre die Lust da, noch mehr zu dieser vielseitigen und talentierten Person zu erfahren – leider hegt man nun aber auch eine gewisse Abneigung gegen Kim Gordon. Immerhin ist die Frau ehrlich und verstellt sich nicht, doch eine runde Biografie ist dies auf keinen Fall geworden. Das Ende ist zu schnell da, die Lücken zwischen den Kapiteln zu gross. Man lässt hier besser die Musik sprechen, und davon gibt es ja genügend unter der Mitwirkung von Frau Gordon.

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