Autisti

Live: Autisti, Oxil Zofingen, 18-02-09

Autisti
Support: Twoonacouch
Freitag 9. Februar 2018
Oxil, Zofingen

Sei der Lärm auch noch so extrem, irgendwann verklingt er und zwischen sonischen Ergüssen und krachenden Membranen kehrt wieder Stille ein. Und obwohl sich das Projekt von Emilie Zoé und Louis Jucker erst 2016 gegründet hat, ist bereits jetzt wieder Moment gekommen, in dem es heisst: Adieu Autisti, c’était un moment merveilleux! Die Monate mit euch vergingen wie im Flug und waren immer eines: Unberechenbar, wild und herzensgut.

Es war darum eine grosse Ehre, das zweitletzte Konzert für eine lange Zeit, oder vielleicht für immer, im Oxil in Zofingen erleben zu dürfen. Autisti wiederholten dabei nicht nur, was sie im Bogen F noch ganz frisch, im Royal zum Saisonschluss, an der Badenfahrt mit zwei Schlagzeugern oder in Bulle gnadenlos zelebriert hatten – nein, sie holten erneut frische Experimente aus ihren Liedern heraus und feilten bis zuletzt am Wahnsinn. Denn ihr Lo-Fi-Noise-Rock ist nicht nur sehr entschlackt und beschränkt sich meist auf zwei Gitarren und das Schlagzeug, sondern besitzt genügend Leerstellen, um live immer wieder anders zu klingen.

Louis Jucker verwandelte seine Texte in schamanische Gesänge, legte sich mit dem Mikrofon vor die Bühne oder schrie einzelne Laute voller Inbrust in den Raum. Emilie Zoé dagegen zeigte keine Gnade mit ihren Gerätschaften und versuchte mit Tasten und Saiten im Rauschen des Kosmos neue Erlösungen zu finden – was immerzu treffend und wuchtig von Schlagzeuger Steven Doutaz unterstützt wurde. Ob „Peaches For Planes“ oder „The Dower“, hier wurde voller Verzerrung und Lautstärke die Gitarrenmusik neu erfunden.

Und wie immer waren Autisti auch ein Paradebeispiel dafür, wie wenig man die Musik mit dem eigenen Geltungsdrang und der Suche nach Perfektion verbinden muss. Diese entschlackte und experimentelle Form von Rock will niemanden bezirzen, sie kommt direkt aus dem Innern der Künstler und ist ein roher Ausdruck an Emotion und Lust. Und genau darum waren die Auftritte dieses Trios immer faszinierend und fesselnd, und genau darum tut es weh, sich vorerst davon zu trennen. Aber immerhin durfte Zofingen dies noch erleben.

Dass nicht jeder Lärm gleich toll ist, das wissen auch Twoonacouch aus Luzern. Wahrscheinlich froh, dem Getümmel der Fasnacht entfliehen zu können, gaben die jungen Mannen an diesem Freitag ihr erstes Konzert ausserhalb ihres Heimatkantons. Mit ihrem frischen Debütalbum „And I Left“ unter den Armen zeigten sie, dass Emo und Post-Hardcore auch in der Innerschweiz zu packenden Songs führen können. Lars führte mit seinem Bass und zwischen Gesang und urplötzlichem Geschrei das Trio durch intensive Songs, Nicolas versank hinter seinem Schlagzeug tief in den Rhythmen. Und wenn Lauro an seiner Gitarre dazu zauberte war schnell klar, hier steckt viel Talent und Potential drin! Das eine endet, etwas Neues beginnt – so dreht sich die Musikwelt.

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

Live: Autisti, Badenfahrt Baden, 17-08-22

Badenfahrt 2017
Bands: Autisti
Dienstag 22. August 2017
Website: badenfahrt.ch

Es ist nicht zum ersten Mal, dass man an dieser Stelle über die neue Band von Emilie Zoé und Louis Jucker lesen darf. Doch ihr Auftritt an der diesjährigen Badenfahrt war etwas Aussergewöhnliches, zeigten sich Autisti nämlich mit gleich zwei Schlagzeugern. Konnte ihr lauter Lo-Fi Noise-Rock dadurch noch wilder werden, oder haben nun alle Zuschauer blutige Ohren? Auf jeden Fall wurde die Polygon-Bühne beim Tränebrünneli an ihre Grenzen gebracht und erzitterte unter dieser musikalischen Wucht.

Kein Wunder, schliesslich haben sich Autisti von Lausanne aus wie eine riesige Krake über die Schweiz ausgebreitet und mit nur einem Album voller tobender Rock-Nummern so manches Festival für sich gewonnen. Das durfte natürlich auch in Baden nicht anders sein und gleich von der ersten Sekunde an gab es nur eine Möglichkeit für die Zuschauer: Den eigenen Körper komplett diesen lärmenden Schallwellen hingeben und den Kopf abschalten. Steven Doutaz und Pascal Lopinat liessen jeden Song mit ihrer Kraft an den Drums zu einem Urknall werden, Jucker und Zoé rissen ohne Gnade an ihren kratzenden Gitarrensaiten.

Ob jetzt „Peaches for Planes“ oder „The Dower“, Ruhepausen kennen Autisti eigentlich nicht. Viel lieber werden die Musiker selber zu reiner Energie und zittern an ihren Plätzen. Tief in der rauen Musiker der Neunziger verankert, wären hier auch Bands wie Dinosaur Jr. gerne zum Tanz gekommen. Wobei dieses Quartett dann doch wieder extrem eigen ist. Der fehlende Bass, dieser merkwürdige kleine Synthie und die extreme Scheiss-Drauf-Einstellung – als dies vermengte sich hier zu einem ungeahnten Monstrum. Da war es fast perfekt, dass diese Truppe nicht den Tagesabschluss auf der Polygon spielen durfte, denn dies hätten wohl nicht alle überlebt.

Wohl nicht ganz so abgefahren, dafür auch immer mit tollen Konzerten, einem hübschen Ambiente und komplett am anderen Ende des Festgebietes gelegen ist die Parzelle 5554. Hier präsentiert der Verein Leviathan nicht nur interregionale Bands, sondern auch Kulinarik und ein wortwörtlich steiles Gebäude mit faszinierender Lichtinstallation. Wer aber nun den Kampf entscheidet, 5554 oder Polygon, das müsst ihr selber bestimmen. So waghalsig wie die Auseinandersetzung zwischen Autisti und den Schallwellen wird es hoffentlich nicht.

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

Pabst / Autisti – Split (2017)

Pabst / Autisti – Split
Label: Crazy Sane Records, 2017
Format: Download
Links: Pabst, Autisti
Genre: Noise-Rock, Lo-Fi

Zwei Seiten, zwei Bands, zwei Lieder, zwei Mal lärmiger Lo-Fi – diese Split trifft genau so schnell deine Synapsen, wie sie umgedreht werden muss. Aber das schöne an einer 7inch-Vinyl ist ja, dass dieses Umkehren eigentlich unendlich weitergehen kann, einen wirklichen Schluss gibt es nicht. Und die hier frisch gepressten Songs verdienen es auch, mehrfach angehört zu werden. Crazy Sane Records haben mit Pabst und Autisti schliesslich zwei gleiche Geister zusammengebracht.

Beide Bands existieren erst seit kurzer Zeit und haben sich vor allem mit wilden Konzerten bei der Masse beliebt gemacht, als viele Veröffentlichungen. So ist „Exciter“ ein tolles Aufblitzen neuster Kompositionskunst des Trios aus Deutschland. Pabst haben ihre Saiten tief gestimmt und ihre Musik groovt stark verzerrt durch die knappen drei Minuten. Nahe bei Verdena aus Italien, wird dieser alternative Rock lärmig und dank Gesang von Erik Heise nie zu kaputt. Seine Melodienführung verleiht der Stoik des Songs eine wunderbar attraktive Geste.

Auch bei den Westschweizern Autisti tragen die Stimmen eine grosse Rolle, wobei Emilie Zoé und Louis Jucker weniger auf Gefühl als auf Ausdruck und Ausbruch setzen. So darf auch alles in „Dealbreaker“ übersteuern, davonhetzen und explodieren. Ausgestattet mit zwei kratzenden Gitarren und dem leicht cholerischen Schlagzeugspiel fand das Lied nach diversen Livedarbietungen nun endlich den Weg auf eine Platte. Wobei dieser Noise-Rock immer kurz davorsteht, von alleine von der Plattenrillen zu springen und diese auf 300 Stück limiterte und eingefärbte Pressung dreckig und verbraucht zurück zu lassen. Also gut festhalten und mittoben.

Anspieltipps:
Exciter, Dealbreaker

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

Live: Fête Royal, Royal Baden, 17-05-26

Fête Royal
Bands: Egopusher, Faber, Autisti
Freitag 26. Mai 2017
Royal, Baden

Welch Wonne dieser Anblick, ein altes Kino voller freudiger Menschen, eine Bühne voller talentierter Künstler und ein Zusammensein für alle Altersklassen – und dieser wunderbare Kulturort soll Ende Jahr zum Baubüro umgenutzt werden? Politik und Wirtschaft geben sich manchmal schon der puren Idiotie hin, nur um die Kontozahlen hoch zu halten. Umso wichtiger war es, dass der diesjährige Saisonabschluss im Royal in Baden richtig kräftig gefeiert wurde. Dank einem grossartigen Programm und ausverkauftem Haus war dies am ersten Abend auch überhaupt kein Problem.

Denn schon früh füllten sich die Ränge und Tanzflächen im ehrwürdigen Gebäude, und vor dem Haus wurde angestanden und fröhlich geplaudert. Hoffentlich nicht zu lange, denn wer die erste Band verpasst hat, der wird nie wissen, wie sich ein Wirbelsturm anfühlt. Autisti aus der Westschweiz sind nicht nur die neue Gruppe von Louis Jucker und Emilie Zoé, sondern auch eine Neutronenbombe des kaputten und unnachgiebigen Lo-Fi-Rock. Schweiss, Verzerrungen und umgeworfenes Schlagzeug – wenn dieses Trio spielt, dann gibt es nur die Vorwärtsbewegung. Ein solches Durchdrehen kann nur gesund sein.

Kein Wunder fühlte sich die Luft im Saal danach wie in einer Sauna an – und die Stimmung heizte sich nur noch weiter auf, betrat schliesslich Faber als nächster die Bühne. Mit etwas umstrukturierter Band und auch neuen Songs zeigte der Zürcher Musiker, dass man kernig gesungene Texte und hart angeschlagene Saiten perfekt mit Balkan-Beats und Klavierzaubereien verbinden kann. Schnell war auch klar, dass viele Besucher vor allem für diesen Auftritt nach Baden pilgerten, denn nun platzte der Kulturort wahrlich aus allen Nähten.

Glücklicherweise konnte man sich immer wieder draussen an der frischen Luft abkühlen und somit genügend Energie für den Abschluss mit Egopusher aufsparen. Das Duo, bestehend aus Violinist Tobias Preisig und Schlagzeuger Alessandro Giannelli, zeigte in langen, eskalierenden und immer perfekt tanzbaren Songs, dass Kammermusik und lauter Techno sehr wohl zusammengehören. Gleichzeitig bewiesen sie, dass ihre Musik live einfach viel wuchtiger daherkommen darf als ab Platte, und auch der neuste Track „Patrol“ wuchs zu einem kolossalen Wesen heran.

Dank perfekt passender Untermalung mit Visuals auf der Leinwand und vielen bewegungsfreudigen Gästen fand der erste Abend des zweitägigen Fête Royal somit ein schönes und durchnässtes Ende. Und jetzt soll mir noch einmal jemand sagen, Kultur sei unwichtig und dieser Raum könne für sinnvollere Zwecke genutzt werden! Diese Krone bleibt, wo sie ist.

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

Autisti – Autisti (2017)

Autisti – Autisti
Label: Hummus Records, 2017
Format: CD
Links: Band
Genre: Noise-Rock, Indie

Projekte können schnell in eine verkrampfte Angelegenheit ausarten, bei der die Planung mehr Gewicht erhält als das Resultat. So aber nicht bei „L’Altro Mondo“ – den fünf unterschiedlichen Kollaborationen von Künstler Louis Jucker mit befreundeten Musikern. Für die zweite Episode seiner Verwirklichung hat der ehemalige Gitarrist von The Ocean zusammen mit Emilie Zoé und Steven Doutaz Verstärker umgebaut und Instrumente darüber geschrammt. Dabei sind bei Autisti acht Lieder entstanden, die den Lo-Fi und Noise Rock spontan und ungezügelt passieren lassen.

Wer seine Musik auf nur vier Spuren aufnimmt, der schert sich nicht wirklich um Schönklang und klare Bilder – und genau das macht Autisti so spannend. Songs wie „Curb“ locken mit sanften Akkorden, Orgel und leisen Gesängen, nur um die Platte dann alsbald in Lärm und Gepolter ausbrechen zu lassen. Man könnte meinen, das Stimmen der Gitarren vor „The Downer“ führe zu perfekt gespielten Läufen, aber hier regiert Dreck und rohe Lust an der Musik. Ob dabei nun die Neunziger oder Neil Young zitiert werden spielt keine Rolle, Jucker tobt sich ohne Verluste aus.

Autisti sind darum nicht nur eine weitere Seite von „L’Altro Mondo“, sondern auch eine vollwertige Band und starten mit diesem Debütalbum gleich in die Vollen. Das Songwriting ist reizvoll, die Darbietung voller Ecken und Kanten. Man merkt so nicht einmal, dass eigentlich ein Bass fehlt oder die Stimmen sich gerne beim Gesang gar nicht treffen. Aber solche alternative Musik wird ja auch nicht gemacht, zum aus Porzellan Tee zu trinken – sondern um eine wilde Nacht im Industriegebiet zu feiern. Angst vor Blessuren darf man dabei aber echt nicht haben.

Anspieltipps:
Peaches For Planes, L’Altro Mondo, Down To The Minimum

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

Live: Czar Fest Tag 1, Kaserne Basel, 17-04-14

Czar Fest
Bands: Scratches, Zeal & Ardor, Sum Of R, Autisti, Khaldera, The Universe By Ear
Freitag 14. April 2017
Kaserne, Basel

Es wird in den alten Büchern als Plage beschrieben, das massenhafte Einfallen der Heuschrecken. Doch tausende Jahre später jubelt man, wenn diese Wesen Basel besetzen. Denn bereits zum zweiten Mal feierte das Czar Of Crickets Label aus der Rheinstadt seine Bands, sein Bestehen und natürlich die grossartige Musik. Und davon gibt es momentan unglaublich viel, was bereits nach wenigen Minuten des ersten Abends gezeigt wurde.

Denn wer ein Festival mit einer solch fesselnden Gruppe wie The Universe By Ear beginnen kann, der muss sich echt nicht verstecken. Die Lokalmatadoren stürzten sich in ein kurzes, aber voluminöses Set voller Progressive Rock, hitverdächtigen Stücken wie „Seven Pounds“ und rauchenden Instrumenten. Sogar ein neues Lied wurde präsentiert und schnell waren alle Besucher bekehrt. Dies liessen sich auch Khaldera nicht entgehen und liessen mit ihrem instrumentalen Post-Stoner die Säulen zittern. Sogar ein streikender Bass brachte diese Dampfwalze nicht aus der Bahn.

Doch man kann sich merken: Wer einen Abend voller harter Musik gestaltet, der benötigt eigentlich nur ein Trio aus der Westschweiz. Autisti, die neue Band von Louis Jucker und Emilie Zoé, ging mit ihrer Aurüstung nämlich roher und wilder um als alle anderen Musiker in der Kaserne an diesem Abend. Ihr Noise-Rock liess Bier fliegen und Körper zusammenprallen. Da war es wahrlich nötig, dass man bei Sum Of R eher etwas meditativ in den doomigen Post-Metal eintauchen konnte. Zwei Herren, viel Dunkelheit und eine betörende Schalleruption.

Und danach war auch klar, wieso die meisten Leute an diesem Abend das Czar Fest besuchten – die Live-Premiere von aktuellem Wunderkind Zeal & Ardor fand zwischen Lichtgewitter, Nebelschwaden und unzähligen Zuschauern statt. Dabei wirkte die immer noch erstaunliche Mischung aus Sklaven-Gospel und Black Metal auch mit Band gespielt erfrischend anders. Etwas härter als auf Platte, dafür eindringlich und vereinnahmend – so ein selbstsicheres Bühnendebüt sieht man selten.

Bevor man danach glücklich, müde und mit ergattertem Shot-Glas in die Nacht hinaus stolperte, gab es noch den verführerischen Abschluss mit der Basler Band Scratches. Mit ihrem alternativen Rock liessen sie die Dunkelheit wie einen schützenden Mantel über alle Anwesenden fallen und die wunderbare Kombination aus tiefschwarzem Soul, melancholischer Strahlkraft und schneidenden Gitarrenriffs war formvollendet. Genau wie auch der erste Abend des Czar Fest selber – die Schweizer Szene lebt!

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

Live: BirdPen, Bogen F Zürich, 17-03-21

BirdPen
Support: Autisti
Dienstag 21. März 2017
Bogen F, Zürich Hardbrücke

Eines ist sicher, wenn man BirdPen live erleben will: Die Musiker sieht man nicht, oder zumindest nur spärlich. Das liegt aber nicht daran, dass sich die Gruppe um Andrew Bird und Dave Pen (Archive) hinter Masken oder Vorhängen versteckt, sondern dass sie ihre Auftritte von viel Trockennebel und Lichtgewitter begleiten lässt. Somit war auch ihre Rückkehr in den Bogen F nach Zürich Hardbrücke wieder ein fulminantes Spektakel an Klangteppichen und Farbflächen. Und wie schon 2015 geriet der Auftritt zu einem Feuerwerk, welches noch lange nachhallen wird. Da vergass ich sogar, dass ihre neuste Scheibe „O’Mighty Vision“ mich eigentlich gar nicht so überzeugte.

Die Musik von BirdPen lebt live vor allem von den ausufernden Instrumentalstellen, von den Explosionen aus Gitarren, Gesang und Keyboard – begleitet von sich immer steigernden Rhythmen. Auf ein Quartett vergrössert gaben sich die Musiker diesen vereinnahmenden Liedern hin und liessen aus „Lifeline“ oder „O’Mighty Vision“ Riesen werden. Lange Stücke wie „The Solution Is the Route of All My Problems“ oder das abschliessende „Only The Names Change“ sind sowieso prädestiniert für eine Konzertwiedergabe.

Zwar setzten BirdPen den Fokus ihrer kurzen Setliste klar auf das neuste Album, doch auch die Vergangenheit kam mit Momenten wie dem fantastischen „Off“ in den Genuss des hypnotisch tanzenden Bogen F. Erstaunlich, dass diese mitreissende Liveband auch an diesem Abend das Lokal nicht komplett füllte – doch solch epische Musik in kleinerem Rahmen geniessen zu können, hat schliesslich auch seinen Reiz. Die Gruppe klingt sowieso immer nach grossem Stadion und rettet mit ihren Auftritten wohl so manche verlorene Seele.

Eher verstörend gaben sich Autisti als Support, denn das Trio um Louis Jucker und Emilie Zoé suchte keinen Schönklang oder wunderbare Klangteppiche. Mit den Liedern von ihrem kommenden Album wurde die Wahrheit in krachend lärmendem Noise-Rock gesucht – und auch gefunden. Denn wenn sich Gitarren duellieren, das Schlagzeug sich selber verprügelt und alles durch umgebaute Verstärker kreischt, dann gewinnen alle Freunde der rohen Urgewalt in der Musik. Laut, dreckig und doch immer mit verführerischen Melodien unter dem Lärm – hier braute sich etwas zusammen.

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.