Anna Von Hausswolff – Dead Magic (2018)

Wer nach „Ugly And Vengeful“ immer noch glaubt, unser Dasein haben einen tieferen Sinn und werde in alle Ewigkeit weiterscheinen, der ist wahrlich im Optimismus verloren. Viel grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass man sich nach diesem viertelstündigen Monstrum zwischen Gothic Rock, Drone und experimentellem Ambient irgendwo im Schatten verkriecht und auf das schleichende Ende der Welt hofft. Mit ihrem vierten Album „Dead Magic“ beschreitet die schwedische Künstlerin Anna Von Hausswolff also keine neuen Wege, sondern führt meisterhaft ihren Kosmos voran und umgarnt erneut die alles verschlingende Dunkelheit.

Mit nur fünf, dafür meist lange treibenden Kompositionen zeigt sich „Dead Magic“ in extrem starker und schwarzmagischer Form. Wiederum steht über allem eine Orgel, dieses mal in der Marmorkirken in Kopenhagen aufgenommen. Doch Anna Von Hausswolff mischt die sakrale Tonfolgen in eine Musik, die irgendwo zwischen den dystopischen Fantasien von Swans („The Mysterious Vanishing of Electra“) und dem erhabenen Soundtrack von „Interstellar“ liegt („The Marble Eye“). Immerzu fesselnd, mysteriös, wachsend und wunderschön – so viel Leidenschaft und Passion findet man sonst selten in solch destruktiven Kompositionen.

Egal wie stark uns Anna Von Hausswolff mit ihrer Musik hypnotisiert, ihr Gesang, ihre markerschütternder Schreie und ihr scheinbar versöhnliches Flüstern locken uns immer wieder in die Falle und lassen den vernichtenden Schwertstoss in das Herz noch brutaler erscheinen. „Dead Magic“ ist kein normales Album, es ist ein Heiligtum der Hölle, das schon lange unter der Oberfläche brodelte und endlich die oberste Erdschicht durchbrechen konnte. Und bald merkt man, dass hier nicht normale Lieder erklingen, sondern Leben und Tod in klanglicher Form zu unseren Begleitern werden – und das menschliche Wirken plötzlich auf den Kopf gestellt wird. Einfach nur wunderschön!

Anspieltipps:
The Truth The Glow The Fall, The Mysterious Vanishing of Electra, Ugly And Vengeful

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s