Dita Von Teese – Dita Von Teese (2018)

Lasziv auf dem Sofa räkelnd, in Seidenhemd und Spitzenunterwäsche, der Blick immer erotisch und die Lippe rot geschminkt – Dita Von Teese ist nicht erst seit Kurzem dafür bekannt, Sexualität stilvoll und genüsslich unter die Leute zu bringen. Dass die Amerikanerin nun aber plötzlich mit einem Album voller sinnlicher Popmusik in unser Leben tritt, das verwundert doch etwas. Sie ist zwar Model, Designerin, Autorin, Schauspielerin und Unternehmerin, mit Musik verband sie bisher aber wenig. Auftritt Sébastien Tellier, der französische Musiker suchte schon lange eine hübsche und einzigartige Frau für neue Kompositionen. Und genau das hat er bei „Dita Von Teese“ gefunden.

Und wie nicht anders zu erwarten, gibt es auf diesem Album nun elf Lieder, die zwischen verträumter Popmusik, an die Achtziger erinnernde Electronica und Kuschelverlockungen wechseln. Dita Von Teese hatte mit der Musik selber nicht viel zu tun, leiht aber jedem Stück ihre Stimme und versucht sich nebst wirklichem Gesang vor allem an gehauchten Wörtern, betörenden Aussagen und reizenden Bewegungen, die auch ohne Bilder plötzlich sichtbar sind. Alles wirkt zusammen immer etwas durchscheinend und ätherisch, als würde man dem Album in einem Traum begegnen. Leider zerpuffen diese Fantasien aber immer wieder dann, wenn sich Dita am Französischen versucht, wie bei „Parfum“ oder “ La Vie Est Un Jeu“.

Dass dieses Experiment (Burlesque-Star trifft auf weichen Dreampop) doch funktionieren kann beweisen Stücke wie „Rendez-Vous“ oder „Dangerous Guy“, welches sogar in den modernen R&B-Pop zielt. Und mit „The Lunar Dance“ wird am Ende noch die Disco in Unterwäsche gestürmt. Trotzdem ist nicht von der Hand zu weisen, dass diese Songs auch mit einer anderen Sängerin gleich gut (oder besser) funktioniert hätten. Dita Von Teese macht hier vor allem Werbung für sich selber und ihre Marke und gibt weniger eine berauschende Vorstellung als Frontfrau ab. Und Tellier ist Tellier, seine Musik ist nicht für jedermann.

 

Anspieltipps:
Rendez-Vous, Bird Of Prey, The Lunar Dance

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

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