Tobias Carshey – Semicolon (2017)

Tobias Röthlin hat zwar unter dem Namen Tobias Carshey ein neues Projekt gestartet und nimmt damit Abstand von den Bands Strozzini und What Josephine Saw, ein abschliessender Punkt ist dies aber noch lange nicht. Denn mit „Semicolon“ verbindet er nun, gemäss der Bedeutung des Satzzeichens, verschiedene Teile seiner musikalischen Karriere. Was bei Singer-Songwriter beginnt, bleibt nicht immer leise und landet zwischenzeitlich beim epischen Folk-Rock, oder gar etwas bei Bruce Springsteen („Skin“).

Der Geruch der Wüste, der Eindruck der Weite und die Schwere des Lebens lasten auf jedem Lied von Tobias Carshey. Mit Klavier, Gitarre und Mundharmonika werden die, in Worte gefasste Gedanken unterstrichen und „Semicolon“ immer dann laut, wenn es ein Song nötig hat. Der Künstler hat seinem Album einen wunderbar funktionierenden Spannungsbogen auferlegt und scheut sich nicht, rohe Emotionen zu zeigen. Nach Zürich klingt es dabei selten, viel eher amerikanischen Roadtrips.

Schnell spürt man, dass jeder Takt und jeder Ton auf „Semicolon“ bewusst platziert wurden und auch die Sanftheit nicht falsch ist, wie bei „I’m Not Done Yet“. Somit ist das zweite Album von Tobias Carshey genau so verletzlich, wie es auch erstarkt und selbstbewusst klingt. Und wer sich schon immer besonders freute, wenn ein Schweizer Musiker den Americana und Folk-Rock für sich entdeckt, der wird hier einige Male laut Klatschen – und bei „Soil“ vor Staunen alles um sich herum vergessen.

Anspieltipps:
Kind-Hearted Men, Soil, Late Night Aftermath

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

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