Obacht Obacht – Some Ghosts (2017)

Sich im eigenen Schlafzimmer gemütlich einkuscheln und entspannen, wer macht dies schon nicht gerne. Bei Tobias Rüetschi Zuhause in Frauenfeld wird aber fleissig gebastelt, gelärmt und aufgenommen. Unter dem Namen Obacht Obacht sorgt er alleine dafür, dass extrem entschlackter Alternative Rock tief in die Welten des Lo-Fi getaucht wird und minimalistisch an deinen Synapsen kratzt. Und um die Wartezeit zum zweiten Album zu überbrücken, gibt es mit „Some Ghosts“ nun eine introvertierte EP.

Die Musik wagt im Gegensatz zu den oft schwierig wahrnehmbaren und verhuschten Texten gerne mal den Schritt nach draussen und Obacht Obacht lässt seine Gitarre laut knurren und schwingen. „Monsoon Song“ gibt sich gar heissblütig mit Bluesriffs, meist bleibt es auf „Some Ghosts“ aber kühl und nahe am Krawall. So gibt „I Haunt This Place“ den zuerst unscheinbaren, dann aber tosenden Einstieg, „You’re My God, Man“ kapert die Psychedelica der Sechziger und stülpt ihr ein zerzaustes Kleid und lallende Rhythmen über.

Wenn sich Obacht Obacht also etwas aus seiner schützenden Höhle wagt, dann erreicht er fast das Kostüm, welches die Künstler des Garage-Trash gerne tragen. Die Lieder auf „Some Ghosts“ bleiben aber gerne da, wo Alleinesein und Stille ebenso viel bedeuten dürfen. Dass alle fünf Tracks dabei gleich übersteuert und verrauscht klingen, das ist schon fast Ehrensache.

Anspieltipps:
I Haunt This Place, Monsoon Song, You’re My God Man

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

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