Xul Zolar – Fear Talk (2018)

Wenn sich Sohn komplett der Elektronik hingibt, wenn sich James Blake minimalistisch durch R’n’B-Gerüste schmerzt, dann geschieht dies alles unter dem modernen Gewand des Indie-Pop. Die Kölner Band Xul Zolar positioniert sich mit ihrer Musik auch in diesem Genre, weiss aber, dass organische Qualitäten immer am stärksten wirken. Das Debütalbum „Fear Talk“ ist darum eine Mischung aus verträumt gespielten Instrumenten und Synthie-Ergänzungen – immer mit grosser Hoffnung in die Romantik.

Seit vier Jahren musizieren Ronald Röttel und Marin Geier bereits zusammen und haben nun endlich ihr komplettes Quartett zusammengestellt. Für Xul Zolar bedeutet dies, dass es ernst gilt und der angenehm leichte und gerne etwas flauschige Pop sich auf Albumlänge bewähren darf. Und kann: Denn hier findet man Lieder wie „Pursuit“, die mit ihren Rhythmen und Melodien überzeugen, Hits wie „Fear Talk“ oder Rückblicke in die Achtziger mit Slap-Bass („Cloth“). Da werden sogar die Hipster-Stolperfallen plötzlich ungefährlich klein.

„Fear Talk“ ist sicherlich nicht über alle Zweifel erhaben und wirkt manchmal etwas zu klebrig – Xul Zolar wissen aber ihre Songs immer mit spannender Instrumentierung, emotionalem Gesang und der sehr gelungenen Produktion wieder glitzern zu lassen. Wer also nach einer Scheibe sucht, die sich sowohl auf dem verführerischen Teppich vor dem Kaminfeuer wie auch in der kalten Stunde nach dem Clubbesuch gut anfühlt, der darf sich Lieder wie „Combat“ vollends einverleiben.

Anspieltipps:
Vacuum, Pursuit, Combat

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

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