Blood And Champagne – Wine In Space (2018)

Es braucht im Aargauer Städtchen Zofingen kein Sturm um kalte Winde durch die Gassen der Altstadt wehen zu lassen – dazu reicht auch ein kreativer Kopf aus. Und mit „Wine In Space“ wird nicht nur dem kalten Post-Punk gefröhnt, sondern in vier Liedern auch eine gewisse Dekadenz ins Spiel gebracht. Das macht aus der ersten EP von Blood & Champagne eine kurzweilige und beeindruckende Sache. Denn alles an diesen Songs wurde von einem Künstler gefertigt.

Mischa Horn hat sich viel Inspiration bei den kaputten Helden der Achtziger geholt und unter dem brandneuen Projektnamen Blood & Champagne eine Richtung eingeschlagen, die in Westeuropa immer mehr auf fruchtbaren Boden stösst. Ob man nun den eleganten Punk, den nihilistischen Cold Wave oder die stoische Herangehensweise an die Rhythmen mag, „Wine In Space“ bietet von all diesen Elementen eine reizvolle Portion. Genüsslich lässt man sich „The Cold Void“ auf der Zunge vergehen, spürt das vollmunde „I Just Want To See The World Burn“ und hält den Abgang mit dem Titelstück noch lange in Gedanken.

Mit viel Hall auf dem Gesang, griffigen Gitarrenriffs und einzelnen Keyboardflächen hat sich Blood & Champagne hier eine EP zusammengestellt, die nicht nur das Talent des Musikers unter beweis stellt, sondern aus dem Post-Punk noch neue Reizmomente holen kann. Es bleibt nur zu hoffen, dass diese EP nicht die einzige Veröffentlichung bleiben wird – Zofingen verträgt eine solch kühle Untermalung schliesslich immer wieder.

Anspieltipps:
The Cold Void, I Just Want To See The World Burn, Wine In Space

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

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