Bombers – M\W (2018)

Man sollte sich nicht von „M\W“ auf die falsche Fährte locken lassen, denn hinter dem gleichnamigen Album verbirgt sich bei weitem keine sanfte Platte voller Indie-Pop. Nein, das erste Werk der Bombers aus Lausanne ist ein experimentelles, abwechslungsreiches und wagemutiges Stück Musik zwischen Krautrock, Disco, Rock und Pop.  Irgendwo zwischen Zukunft und Vergangenheit gelandet, doch weiter als die Gegenwart und voller Ideen mit Ansteckungsgefahr.

Ob nun die Synthies laut blubbern, die Gitarren den Ton angeben oder das Schlagzeug unerbittlich die Songs vorantreibt, Bombers suchen nie den leichten Ansatz sondern folgen ihren Gefühlen und geben der Musik viel Raum. Das kann wie bei „Good Colors, Bad Shape“ in einer Richtung enden, die auch LCD Soundsystem so gross gemacht hat, oder sie landen eben doch wieder gesanglich veredelt mit dem Raumschiff im Wohnzimmer („Overblowing“). Wunderbar auch, wie sich diese Gegensätze perfekt ergänzen und gegenseitig vollenden.

„M\W“ ist also zugleich eine organische Technoparty, die bereits in den Siebzigern für lachende Gesichter gesorgt hat, Art-Rock mit perkussiver Wucht, Tanzmusik für Abenteurlustige und Entspannungsmusik für Schatzsucher. Nur zu dritt haben Bombers hier eine Platte zusammengestellt, die bereits jetzt ganz hell am Firmament leuchtet und wohl noch viele Jahre kein bisschen an Strahlkraft verlieren wird – und mit jedem Durchgang noch viel mehr Freude bereitet.

Anspieltipps:
L’Hippocampe, Good Colors Bad Shape, Overblowing

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

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