Nathan Gray – Feral Hymns (2017)

Vom Post-Hardcore zur alleinigen Darbietung mit der Gitarre – ein Weg, den bereits viele bekannte Musiker gemacht haben, und nun folgt ihnen Nathan Gray. Der charismatische Sänger von Boysetsfire, der letztes Jahr mit seinem Nathan Gray Collective für stampfende Dark-Wave-Stücke sorgte, kehrt nun mit seiner ersten Soloplatte „Feral Hymns“ zurück. Was darauf fehlt, sind Bandmitglieder und laute Klangwände; dafür hat sich der Künstler die Intensität und persönlichen Einblicke weiterhin beibehalten.

Was man Nathan Gray auf keinen Fall absprechen kann, sind seine packende Stimme und das Gespür für mitreissende Melodien. So gibt es auch auf „Feral Hymns“ mit Songs wie „Echoes“ oder „Alone“ wieder Momente, die man mit offenem Herzen geniesst. Textlich bleibt sich der Amerikaner treu und behandelt intime und bewegende Gedanken, immer gerne etwas hedonistisch und oft auch überzeichnet. Das passt zu seiner Person und Musik, reicht hier aber nicht für einen kompletten Sieg. Mit Neuaufnahmen von Songs von Boysetsfire und Casting Out schaut er zwar zurück, kommt aber nicht viel weiter.

Singer-Songwriter müssen mit ihrer Gitarre und Stimme die ganze Last der Musik tragen, Nathan Gray macht dies mit verstärkten Akkorden, Pathos und einigen kleinen Hilfestellungen von Freunden. Dies reicht leider nicht über die gesamte Spielzeit aus, um immer fesselnd zu bleiben. Die Essenz scheint oft nicht angetastet zu werden, mit der Zeit fühlt man sich in einer Schlaufe gefangen. Auf jeden Fall findet man hier tolle Lieder wie „Wayward Ghosts“, zur wirklichen Begeisterung fehlt aber dann doch das Volumen. So etwas nennt man wohl ein „Fan-Album“.

Anspieltipps:
Echoes, Wayward Ghosts, Alone

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

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