Uncanny Valley – Chain Store (2017)

Bei der ersten EP von Uncanny Valley habe ich eigentlich Musik erwartet, die sich stärker auf die elektronische Seite legt und tiefer in den Club lockt. „Chain Store“ ist mit seinen drei Songs und zwei Remixes aber ein dreckiger und angeschlagener Geselle, der sich zwischen Post-Punk, Krautrock und Proto-Techno bewegt und dabei immer kurz vor der Stolperfalle anhält. Das Quartett aus London verneigt sich somit vor den Pionieren des Industrial und bleibt dabei immer attraktiv.

Ob beim Titelsong „Chain Store“ die Synthies fast unter dem Lärm und scheinbar ausgehenden Batterie untergehen, oder die Perkussion bei „Nowhere To Nowhere“ zwischen zwitschernden Keyboards und ungewöhnlichen umherwankt, die Musik von Uncanny Valley ist immer leicht angeschlagen aber präsent. Schnell wird man in diese Zwischenwelt gesogen und fühlt sich monochrom wohl. Fehlt eigentlich nur noch der rote Devo-Hut auf dem Kopf.

Mit zwei längeren und endgültig clubtauglichen Bearbeitungen von Manfredas und Frenchman Mondowski erhalten Uncanny Valley dann doch das Gewand, das ich zuerst erwartet hatte. Doch die wahre Versuchung liegt hier in der Kombination aus altem Erfindergeist und neuen Perspektiven. Kein Wunder also, erinnert „Popcorn“ also nicht nur mit dem Namen an den weltbekannten Track, treibt das Spiel aber mit polyphonen Klängen und stoisch pochenden Beats viel weiter.

Anspieltipps:
Chain Store, Nowhere To Nowhere, Popcorn

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

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