Dagoba – Black Nova (2017)

Wenn es an etwas nicht mangelt, dann ist es die Bereitschaft von Dagoba, konstant zu Prügeln und Ballern. Ihre Musik ist eine stete Orgie an Beats, Blasts und Riffs – im Hintergrund der Songs zieht sich ein konstantes Doublebass-Gepolter durch, Keyboard und Gitarren legen Lärmteppiche. Trotzdem vergassen sie in all dieser Wildheit nicht, ihre Lieder mit Dynamik zu versehen und zeigen auch mit „Black Nova“ erneut, dass Frankreich für den groovenden Death Metal immer noch wichtig ist. Besonders in Verbund mit den hier verwendeten, sehr modernen Elementen.

Denn Dagoba, welche hier bereits ihr siebtes Werk vorlegen, scheuen sich nicht vor digitaler Verstärkung ihrer Musik. Industrial Metal als würzende Prise über dem Sturm der Gewalt, bereits „Inner Sun“ kokettiert sich damit und gewinnt. Stücke wie „Lost Gravity“ gehen gar soweit, dass wichtige Melodienanteile davon zehren und sich die Band auch mal in die fast balladesken Gebiete wagt – meist erhalten die leisen Stellen auf „Black Nova“ wenig Chance. Lieber wird laut geschrien, ganze Planeten mit Riffs geschreddert und massive Soundwände aufgezogen.

Wenn sich Dagoba dann mit „Phoenix & Corvus“ gleich noch an einem fast sieben Minuten langen Epos laben, dann ist klar: „Black Nova“ ist ein Album, das sowohl für Hörer wie auch die Musiker selber eine Wohltat ist. Voller Kraft und Energie spielt sich die Band von grossen Gesten zu vernichtenden Attacken und formt aus dem entstandenen Staub neue Kreationen und Geschichten. Ihr Metal ist immer aktuell, nie altbacken und die Musiker auch 20 Jahre nach ihrer Zusammenkunft bereit dazu, sich gegenseitig an die Grenzen zu treiben.

Anspieltipps:
Inner Sun, Stone Ocean, Phoenix & Corvus

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

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