Eskimo Callboy – The Scene (2017)

Band: Eskimo Callboy
Album: The Scene
Genre: Metalcore / Trancecore

Label/Vertrieb: Century Media
VÖ: 25. August 2017
Webseite: eskimocallboy.com

Seit vier Alben durchpflügen Eskimo Callboy nun mit ihrem Trancecore die Szenen und spalten dabei nicht nur die Meinungen – hier fliesst auch viel Alkohol. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Bands im Bereich des Metalcore und Post-Hardcore vertritt diese deutsche Truppe keine wirklichen politischen Meinungen, sondern lässt in ihren Liedern lieber die Lust zur Party und zum Sex freien Lauf. Das passt zum Klanggerüst, treffen hier doch Trance-Riffs auf harte Blasts und wildes Geschrei. Es stellt sich aber auch sieben Jahre nach der Bandgründung die Frage: Wie ernst darf man „The Scene“ nehmen?

Mit ihrer gleichnamigen Single zeigten Eskimo Callboy schon sehr gut, was auf ihrem vierten Album geboten wird. In einem Hochglanzclip marschieren attraktive Frauen in Zeitlupe, die Band feiert sich dazu auf der perfekt ausgeleuchteten Bühne. Tiefgang und wirkliche Überraschungen gibt es keine, dies findet man auch in den zwölf weiteren Stücken von „The Scene“ nicht. Zwar pendelt die Band zwischen eher direkten Prüglern wie „New Age“ oder „Shallows“ und Komikmaterial wie „Nightlife“ und „MC Thunder“, Genre-Revolutionen finden aber nie statt. Und obwohl immer alles heftig reinknallt, der Metal von Techno-Elementen ausgefräst wird und die Band locker aufspielt – es wirkt etwas mühselig.

Aber schlussendlich ist wohl jeder selber Schuld, der sich mit diesem Album zum Nachdenken anregen will. Eskimo Callboy (ein übrigens auch etwas fragwürdiger Name) haben nur ein Ziel: Let’s Party! Und damit erreichen sie im oft brutal harten Gebiet des Metalcore dieselbe Wirkung wie Good Charlotte oder Avril Lavigne im Punk. Wenn bei „Rooftop“ plötzlich noch Rap dazukommt oder „Frances“ von weiblichem Gesang umgarnt wird, dann lockt die Band sogar Pop-Fans in ihre Fänge. Also Bier kaltstellen, Lautstärke aufdrehen und am nächsten Morgen mit Kater wieder aufwachen.

Anspieltipps:
The Scene, Shallows, Rooftop

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

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