Spock’s Beard – Snow Live (2017)

Band: Spock’s Beard
Album: Snow Live
Genre: Progressive Rock

Label/Vertrieb: Radiant / Metalblade
VÖ: 10. November 2017
Webseite: spocksbeard.com

Es geschehen tatsächlich noch Wunder – wobei diese Aussage in einem Text zu Neal Morse ja vorsichtig einzusetzen ist. Dass allerdings das komplette „Snow“-Album von Spock’s Beard einmal in seiner schillernden Gänze aufgeführt würde, und das erst noch mit allen originalen Mitgliedern und neuen Musikern zusammen, das war lange nur ein kleiner Hoffnungsschimmer am Proghorizont. 2016 war es dann aber wirklich soweit, am jährlichen Morsefest in Nashville wurden Träume erfüllt und ein riesiges Geschenk an die Fans der amerikanischen Progressive Rock-Truppe verteilt: „Snow Live“, ungekürzt, sieben Mannen, eine Geschichte.

Die Geschichte um den begabten Albino, Aufstieg und Fall, dessen Werdegang und die religiösen Anleihen machen das Werk auch 15 Jahre nach seinem Erscheinen interessant und immer wieder hörbar. Musikalisch wandten sich Spock’s Beard mit diesem Doppelalbum zwar etwas weg vom komplexen Melodic Prog und hin zum Hard Rock, erschufen aber auch extrem mitreissende Passagen, wunderschöne Melodienbögen und zeitlose Songs. Dass Bandgründer und Frontmann Neal Morse nach dieser Platte die Truppe verliess und nun damit die kurze Versöhnung fand, passt zur inhaltlichen Tragweite und verleiht „Snow Live“ eine weitere Prise Magie.

Erstaunlich ist an dieser Aufnahme aber noch etwas weiteres: Spock’s Beard klingen immer noch genau so frisch und spielfreudig wie in ihren ersten Jahren. Das Zusammentreffen der ehemaligen Mitglieder und neuen Recken wie Jimmy Keegan und Ted Leonard lässt ein Funkenflug an Freude und Talent entstehen, sodass aus Stücken wie „Devil’s Got My Throat“, „Carie“ oder „All Is Vanity“ pure Lebensfreude entsteht. Satte Riffs, ausufernde Keyboardstellen und die ergreifenden, mehrstimmigen Gesänge – die Künstler holen das Beste aus dem Material und geben mit den Zugaben „June“ und „Falling For Forever“ noch das Sahnehäubchen (inklusive Schlagzeugduell) obendrauf.

Wie es sich für neue Veröffentlichungen von Neal Morse und Konsorten gehört, gibt es auch „Snow Live“ in diversen Ausführungen. Ob Vinyl oder CD, mit visueller Begleitung und Dokumentation auf DVD oder Bluray: Hier findet jeder sein passendes Paket. Und schlussendlich ist es doch egal, mit welchem Medium man hier der grössten Version von Spock’s Beard entgegentritt – was zählt, ist das wirklich wunderschöne, fesselnde und berauschende Resultat. Da liebt man sogar den Kitsch von „Wind At My Back“ inbrünstig!

Anspieltipps:
Long Time Suffering, Carie, All Is Vanity, June

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

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