Liam Gallagher – As You Were (2017)

Band: Liam Gallagher
Album: As You Were
Genre: Rock / Britpop

Label/Vertrieb: Warner
VÖ: 6. Oktober 2017
Webseite: liamgallagher.com

Es verwundert nicht weiter, macht ehemaliges Oasis-Grossmaul und Britrock-Legende Liam Gallagher das Gegenteil von dem, was er behauptete. Jahre nach der Aussage, niemals ein Soloalbum zu veröffentlichen, erschien mit „As You Were“ nun genau dieses. Aufgenommen mit einer grossen Zahl von Musikern und Freunden, steht hier aber vor allem das Ego – besser gesagt der einzelne Künstler – im Fokus. Und dieser Wechsel war auch nötig, wollte die Musik von Liam mit seiner letzten Band Beady Eye nie wirklich überzeugen, während sein Bruder Noel mit seinen High Flying Birds die Welt erneut eroberte. Sind die beiden nun wieder gleichauf?

Fast, oder zumindest teilweise. Denn Liam Gallagher hat es in der Zwischenzeit nicht verlernt, Lieder zu schreiben, die sowohl den Beatles huldigen wie auch die englischen Rock-Traditionen der Moderne weiterführen. Nicht ganz so rau wie bei den wildesten Zeiten von Oasis, aber auch nicht zu poliert – „As You Were“ bietet schneidige Rocker und schunkelnde Popsongs. Während der Einstieg mit „Wall Of Glass“ und „Greedy Soul“ launig gestaltet ist und Gefühl mit Ausdruck kombiniert, stolpert das Album leider in der Mitte stark. Die meisten Lieder wollen nicht ganz überzeugen, viele Ideen wirken halbgar ausgearbeitet.

Im Gegensatz zu Noel fehlt Liam Gallagher, in meinen Augen zumindest, die Sympathie, die mitreissende Stimme und das Händchen für die perfekten Melodien – so gibt es neben den wirklich tollen Momenten bei „Chinatown“, „Wall Of Glass“ und „I’ve All I Need“ nicht vieles, das hängen bleibt. Ob es an der etwas sehr glatten Produktion oder dem Handwerk liegt, ist schwierig zu beurteilen, aber ich werde auch nach „As You Were“ weiterhin den anderen Bruder anhimmeln. Schön aber, dass England immer noch zu Liam hält und ihm Rekordzahlen bei den Vinylverkäufen ermöglicht hat.

Anspieltipps:
Wall Of Glass, Chinatown, I’ve All I Need

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

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Ein Kommentar

  1. Ich finde es sehr interessant, dass gefühlt in jeder Bestenliste „For What It’s Worth“ auftaucht. Ich finde das Lied schon arg drüber und pathetisch. Ansonsten muss ich sagen, dass ich das Album mochte, aber wie du erwähntest an mancher Stelle arg plätschert. Der Sound ist warm, aber eben nur retro, nur auf Nostalgie aus und mein Argument pro Noel ist ja eh, dass er wirklich alles ausschließlich selbst schreibt. Bei Liam haben da schon mehr Leute dafür gesorgt, dass es hübsch passt.
    Mein Lieblingstrack ist übrigens „I Never Want To Be Like You“, also einer der Bonustracks. Wie bei Noel das Jahr, der mich mit „Dead In The Water“ sehr verzauberte.

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