Marilyn Manson – Heaven Upside Down (2017)

Band: Marilyn Manson
Album: Heaven Upside Down
Genre: Industrial / Rock / Alternative Metal

Label/Vertrieb: Loma Visa / Caroline
VÖ: 6. Oktober 2017
Webseite: marilynmanson.com

Er trägt wieder die Linsen in den Augen, er singt wieder über den Typen, der für irgendwelche, aber nicht meine Sünden gestorben ist, und er lässt sich wieder laute Musik von Tyler Bates auf den Leib schneidern – Marilyn Manson ist zurück. Es sollte somit auch klar sein, dass „Heaven Upside Down“ kein bisschen zurückhaltend und angenehm daherkommt. Viel eher setzt der amerikanische Künstler und Provokateur weiterhin auf krachende Industrials-Beats, verzerrte Gitarren und seine übersteuerte Stimme. Vorhang auf für einen weiteren Akt in der Horrorshow also? Ja, aber es werden hier auch Groove und Gefühle zugelassen.

So blass wie sein Gesicht war Brian Hugh Warner, wie Marilyn Manson damals bei seiner Geburt benannt wurde, in seiner Musik ja nie, dies beweist auch sein zehntes Album voller Musik zwischen modernem Metal, alternativem Rock und Industrial, der von Stromschlägen lebt. Von all diesen Seiten holt der Einstieg „Revelation #12“ gleich die schrillsten Zutaten und schraubt die Lautstärke in die Höhe. Moderner wird es dann mit „Tattooed In Reverse“, das auf eindringliche Beats und halb gesprochenen Gesang setzt. Das erste Anzeichen dafür, dass Manson auf diesem Werk seine Einfälle konzentriert präsentiert und auf unnötige Wiederholungen verzichtet, tut seiner Musik mehr als gut.

So darf man reisserische, aber unterhaltsame Songs wie „Say10“ (laut aussprechen, dann macht der Titel plötzlich Sinn) oder „JE$U$ CRI$I$“ geniessen und sich leicht verrückt in krummen Bewegungen durch die dunkle Wohnung bewegen. Die Themen Gewalt, verstörende Romantik und fetischartiger Sex sind dabei bekannte und ständige Begleiter, trotzdem driftet Marilyn Manson hier nicht in die langweilige Provokation ab. Stücke wie „WE KNOW WHERE YOU FUCKING LIVE“ machen viel Spass, gewisse platte Textzeilen versinken zum Glück im Krach. Es ist also wieder an der Zeit, sich mit diesem andersartigen Musiker zu befassen und ein wenig Blut zu trinken. 

Anspieltipps:
Tattooed In Reverse, SAY10, JE$U$ CRI$I$

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

Advertisements

3 Kommentare

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s