Monophona – Girls On Bikes Boys Who Sing (2017)

Band: Monophona
Album: Girls On Bikes Boys Who Sing
Genre: Trip Hop / Alternative Rock

Label/Vertrieb: Kapitän Platte
VÖ: 20. Oktober 2017
Webseite: monophona.com

Nein, der Titel steht hier nicht für verklärte Popmusik aus den Achtzigern, er steht für Empörung und Protest. Als Zeile im Song “Hospitals For Freedom” ist er, zusammen mit den restlichen Sätzen, eine erstaunlich direkte und zielgerichtete Aussage gegen den Krieg in Syrien. Wovor sich andere Bands wohl eher fürchten würden und die Wut in Metaphern verallgemeinern, dient beim Luxemburger Trio Monophona für Musikverstärkung und politische Neupositionierung. Zurück mit dem dritten Album “Girls On Bikes, Boys Who Sing” ist die Band nämlich düsterer und wütender als je zuvor.

Sängerin Claudine Muno bringt bei vielen Songs ihre Stimme an die Grenzen, schreit und verliert sich in der Verständnislosigkeit. Monophona weiten auf ihrem dritten Studioalbum den Klangkosmos zwar nicht direkt aus, stellen sich aber aktuellen politischen und humanitären Fragen und verlegen ihre Melodien noch weiter in die Dunkelheit. Schwere Beats, tiefe Bässe und einzelne Westerngitarren findet man immer noch zuhauf, auch legt das Trio seinen gewichtigen Trip Hop bei Stücken wie dem herzlichen “Lada” beiseite. Trotzdem, die grosse Wucht erfährt man bei Krachern wie “Tick Of A Clock” oder dem tanzbaren “I Will Be Wrong”. Und dieser starke Ausdruck steht der Band extrem gut.

Ob sich Monophona mit “Folsom Prison Blues” bei Johnny Cash bedienen und auch damit in den Untergrund steigen oder bei “Hospitals For Freedom”, wie eingangs erwähnt, die Brutalität der aktuellen Kriege verurteilen – eindringlich und treffend sind ihre Melodien und Hooks immer. Da tut es fast mehr als gut, wurde der letzte Song mit “We’ll Be Alright” betitelt, ist die Musik auf  “Girls On Bikes, Boys Who Sing” nämlich gerne tonnenschwer, aber nie ohne Schönheit. Zusammen mit solch talentierten und toleranten Künstlern gehen wir gerne weiter, auch wenn die Zeiten teilweise etwas ausweglos erscheinen.

Anspieltipps:
Tick Of A Clock, Lada, Hospitals For Freedom

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

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