The Knife – Live At Terminal 5 (2017)

The Knife – Live At Terminal 5
Label: Rabid Records, 2017
Format: Download
Links: Discogs, Band
Genre: Electronica, Pop, Leftfield

Beim eklektischen Duo The Knife lief immer alles in unberechenbaren Bahnen, sei es ihre Veröffentlichungen, ihre Selbstdarstellung und natürlich auch ihre Musik. Die eigenartige Mischung aus elektronischen Tanzhits, Leftfield-Experimenten und langen, gar avantgardistischen Stücken war einzigartig. Somit war es schade, als vor einigen Jahren das Aus verkündet wurde. Als Zückerchen erhält man nun aber mit drei Jahren Verspätung eine Live-Aufnahme der letzten Tour dieser Truppe. „Shaking The Habitual“ live in New York, eine schwedische Version von Kunstperformance mit klanglichem Gewicht.

Als The Knife 2013 zu ihrer zweiten und schlussendlich auch letzten Tour aufbrachen, packten sie nicht nur die Songs vom damals neusten Album „Shaking The Habitual“ in ihre Koffer, sondern eine halbe Kompanie aus Tänzern, Musikern und Darsteller. Zwischen den Menschen auf der Bühne fand man ausserirdisch anmutende und selbstgebaute Instrumente – riesige Harfen, neonfarbene Glocken. Im Verbund mit Synthies wurden so die Songs zu einem Zwischending aus Tanznummern und Performance. „Live At Terminal 5“ lässt all dies noch einmal passieren, zusätzlich zu der Musik erhält man sogar den Konzertfilm für das vollendete Vergnügen.

Sicherlich ist dies aber keine normale Musik, kein klar schubladisiertes Vergnügen. Bei The Knife ging es immer um die Gratwanderung zwischen Genie und düsterem Wahnsinn, so arten Stücke wie „Stay Out Here“ in lange Monster aus oder werden zu reinen Spoken-Word Beiträge wie „Collective Body Possum“. Alles macht aber immer Spass und bietet auch heute noch viel zu entdecken, „Live At Terminal 5“ ist also weit mehr als ein Pflaster für die immer noch offene Wunde. Und vielleicht ein Hoffnungsschimmer, dass dieses Duo doch einmal wieder zurückkehrt.

Anspieltipps:
We Share Our Mother’s Health, Full Of Fire, Stay Out Here

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

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