Kamikaze Girls – Seafoam (2017)

Kamikaze Girls – Seafoam
Label: Big Scary Monsters, 2017
Format: CD
Links: Discogs, Band
Genre: Punk, Rock

Sicherlich, laut und wild kann seine Wirkung haben – doch wirklich eindringlich wird Musik dann, wenn in langsamen Tempo berührende Texte vorgetragen werden. Und somit macht es Sinn, dass „Seafoam“ von zwei gemächlichen aber niemals positiven Liedern umrahmt wird. Denn das erste Album des Duos Kamikaze Girls aus England entstand in einer Zeit, in der es für Frontfrau Lucinda Livingstone und Schlagzeuger Conor Dawson nebst dem Tourleben nichts mehr gab, nur noch die Musik um sich daran zu klammern. Somit sind die Botschaften in Liedern wie „I Don’t Want To Be Sad Forever“ ganz klar verzweifelt, aber immer pro Kunst und pro Leben.

Es half, dass Kamikaze Girl schnell von der DIY-Punk-Szene aufgenommen wurden und bereits mit ihrer Debüt-EP „Sad“ Furore machten. Mit ihrem ersten vollwertigen Album schaffen es die zwei nun aber, ausserhalb der alternativen Riot-Gruppierungen für Bewegung zu sorgen. Dies ist kein Wunder wenn man die leidenschaftliche und grossartig kratzende Musik auf „Seafoam“ hört. Sei es schneller Indie-Punk wie bei der Single „Berlin“ oder schleppende und tief gestimmte Gitarren in „Good For Nothing“, die schon fast im Stoner landen. Und natürlich Livingstones mit viel Hall geschmückter Gesang, der Emotionen mehr als echt rüber bringt.

Allgemein ist das Album ein grosser Gewinn für die Szene, lebt die Musik von Kamikaze Girls doch von flirrenden Gitarren, einem im richtigen Mass verspielten Schlagzeug und der perfekten Mischung aus Härte, Lärm und Schönheit. „Seafoam“ erinnert dabei manchmal an die böse Schwester von Alvvays oder verlorene Freundin von The Winter Passing – und immer unwiderstehlich verlockend wie bei „Deathcap“, oder jedem anderen Stück auf dieser Platte. 2017, und die Traurigkeit fühlt sich gut an.

Anspieltipps:
Berlin, Deathcap, I Don’t Want To Be Sad Forever

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

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