Live: U2, ArenA Amsterdam, 17-07-29 & 30

Foto von Juliana Kaldowski

U2
Support: Noel Gallagher’s High Flying Birds
Samstag 29. Juli 2017 + Sonntag 30. Juli 2017
Amsterdam ArenA, Amsterdam

Suchen wir das Glück zum Schluss doch in Amsterdam – und wenn schon ein Doppelkonzert stattfindet, dann werden auch gleich beide Karten gekauft. Mit diesem Vorsatz machte ich mich also nach Holland auf, um meine diesjährige U2-Reise durch Europa mit alten und neuen Freunden abzuschliessen. Und wie schon in Dublin war auch in dieser Stadt schnell klar: Die meisten Touristen sind für die irische Rockband angereist. In der Stadt sah man immer wieder Band-Shirts, in den Hostels teilte man sich mit anderen Freaks die Zimmer. Doch war mein Ende der Jubiläumstour zu „The Joshua Tree“ auch musikalisch ein Erfolg?

Wie zu erwarten, gab es auch in der Amsterdam ArenA beim ersten Konzert keine grossen Überraschungen. U2 spielten ihre Setliste ohne Änderungen und zeigten sich allgemein eher zurückhaltend – der Kontakt mit dem Publikum war beschränkt. Das tat der Stimmung aber keinen Abbruch, auch wenn sich das Konzert wegen des geschlossenen Hallendachs etwas zu laut anhörte. Aber weiterhin war es wunderschön, Bonos stimmliche Gewalt bei „Red Hill Mining Town“ zu fühlen, von „Exit“ durchgeschüttelt zu werden und bei „Ultraviolet“ die illuminierten Ikonen, welche von den schneidenden Gitarren begleitet wurden, zu betrachten. Die Songzusammenstellung zeigte einmal mehr, dass die Iren hier wahrlich Hit an Hit reihten.

Dass ich aber nach diesem Abend zweifelte, ob es eine gute Entscheidung war, beide Konzerte zu kaufen, war unnötig. Denn wie durch eine glückliche Fügung des Universums war das Konzert am Sonntagabend nicht nur wilder, sondern bot auch den perfekten Abschluss. Endlich wurde im ersten Teil „Bad“ durch „A Sort Of Homecoming“ abgelöst, ein wunderbares Lied von „The Unforgettable Fire“, welches ich auf dieser Tour noch nicht erleben durfte. Und nach einem schweisstreibenden und extrem energetischen Auftritt liessen U2 den Abend nicht wunderbar melancholisch mit „One“ ausklingen, sondern legten einen krachenden Rocksong nach. „I Will Follow“ liess nicht nur die Arena erzittern, auch die Leute drehten noch ein letztes Mal kollektiv durch.

Kein Wunder, war ich danach wie hin und weg und musste zugeben, dass sich U2 einfach immer lohnen. Klar, als Fan zehrt man natürlich von den filigranen Unterschieden an den Konzerten – doch genau zu wissen was passiert, dies sorgte auch bei „The Joshua Tree Tour“ 2017 wieder für wunderbar kribbelnde Momente. Besser und grösser gibt es keinen Stadionrock, tiefer und intensiver bringt mich keine Band an die Emotionen. Und auch wenn vier Konzerte derselben Tour für manche wohl eher wahnsinnig erscheinen, für mich ist es ein wichtiges Lebenselixier.

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