Radiohead – OK Computer OKNOTOK (2017)

Radiohead – OK Computer OKNOTOK
Label: XL Recordings, 2017
Format: Download
Links: Discogs, Band
Genre: Alternative Rock

Es ist tatsächlich bereits 20 Jahre her, seit „OK Computer“ die Musik- und Indie-Welt komplett durchgerüttelt hat. Das dritte Studioalbum der britischen Art-Rocker Radiohead stülpte nicht nur den Klang der Band kopfüber in bisher ungehörte Sphären und Experimente, sondern setzte einen Meilenstein im Alternative Rock der Neunziger. Bis heute hat das Werk nichts von seiner Strahlkraft verloren und darf sich immer wieder an die Spitze von Bestenlisten und Rückblicke stellen. Kein Wunder, bei solch fantastischen Songs wie „Subterranean Homesick Alien“, „Let Down“ oder „No Surprises“.

Zum Jubiläum wird die Scheibe noch einmal herausgebracht, frisch poliert und klanglich verbessert. Das Beste an „OK Computer OKNOTOK 1997 2017“ sind aber die zusätzlichen Lieder, welche fast ein gleichwertiges Bruder-Album bilden. Elf Tracks, welche damals von Radiohead aufgenommen wurden, aber doch nicht in das Konzept gepasst haben – hier erhält man nun alle gesammelt. Obwohl schon die Collector’s Edition von 2008 praktisch dasselbe Material aufweisen konnte, gibt es mit „I Promise“, „Lift“ und „Man Of War“ drei mitreissende, bisher unveröffentlichte Perlen. Formvollendet, kompositorisch dicht wie das Hauptmaterial und sogar mit angriffigen Gitarren versehen – das gefällt.

Sicherlich ist es wie immer etwas fragwürdig, solche Sammler-Editionen zu veröffentlichen, in denen praktisch alle Musik schon anderweitig verkauft wurde. „OK Computer OKNOTOK“ rechtfertigt dies aber mit der Klasse – wo sonst klingen die zusätzlichen Lieder schon besser als fast alles Kontemporäre? Somit beweisen Radiohead auch 20 Jahre nach dem Erstkontakt mit diesem Material, dass die Revolution nicht nur angedeutet wurde. Sie passierte immer noch, inmitten von Songs wie „Meeting In The Aisle“ und „Lift“.

Anspieltipps:
Man Of War, Polyethylene (Parts 1 & 2), Palo Alto

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

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Ein Kommentar

  1. Ja, sehr schön, ich bin ebenfalls sehr begeistert. Der Klang hat aus meiner Sicht nochmal zugelegt, und dass insbesondere „Lift“ nach über 20 Jahren Warten noch eine VÖ erhalten hat, das ist superfantastic. Für mich das eigentliche Highlight, der Song wäre zu verorten zwischen The Bends und der OKC, so richtig ins Schema hat er ja nie hineingepasst. Insbesondere gefällt ‚Lift‘ auch, da keine wesentliche Überarbeitung stattfand, wie bei TLW oder anderem Altmaterial.
    Erwähnenswert noch die große Linited Box, mit viel Tamtam, insbesondere allerdings sticht die darin enthaltenen MC aus den Aufnahmesessions und sonstigen Zusammenkünften hervor, die es bei Bestellung auch als Download gibt. Und da finden sich einige Perlen drauf, wobei ich auf die ‚geheime Botschaft‘ nicht eingehe, das ist eben eher Schabernack.
    Nein ganz toll z.B, die Fassung von Motion Picture Soundtrack (solo piano), die ganz in der Tradition der Acoustic Sets gehalten ist, ich denke da an den sensationellen Maida Vale Auftritt von 2003, insbesondere Bulletproof, oder auch die Acoustic Versionen von Like Spinning Plates und Fog. Auch Early Versions von Airbag und Nude, einfach Klasse. Der Bogen wird weit gespannt hin zu viel späteren VÖs eben. Ein Schmuckkästchen, diese Kassette, neben allerlei Gefrickel dazu.
    In der kompakten 2-CD-Fassung fehlen dann die Lyrics, ein Nogo eigentlich, aber der Titel OKNOTOK sagt da schon alles…

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