Sufjan Stevens, Nico Muhly, Bryce Dessner, James McAlister – Planetarium (2017)

Sufjan Stevens, Nico Muhly, Bryce Dessner, James McAlister – Planetarium
Label: 4AD, 2017
Format: CD
Links: Discogs, Projekt
Genre: Folk, Indie, Electronica

Lange in Arbeit, grosse Namen hinter den Instrumenten und eine noch grössere Inspiration. Das Projektalbum „Planetarium“ widmet sich nämlich unserem Sonnensystem und vertont dabei Planeten, Sonnen und sogar die Gravitation – ein grosser Anspruch. Perfekt darum, dass sich für diesen Zweck Folk-Gott Sufjan Stevens, Schlagzeuger James McAlister, Komponist Nico Muhly und Bryce Dessner von The National zusammengefunden haben. Gemeinsam versuchen sie die Geheimnisse und versteckten Botschaften hinter den Himmelskörpern zu erhaschen und mischen dabei Indietronic mit Folk und Pop – leider nicht immer auf gleich gelungene Weise.

Wobei es für mich schon immer einer kleinen Enttäuschung gleichkommt, wenn ein Album mit Sufjan Stevens Beteiligung nicht den Weltfrieden in mir bewirkt. „Planetarium“ liess mit den Vorabsingles „Mercury“, „Saturn“ und „Venus“ viel Freude aufkommen – werden in diesen Songs nicht nur leichter Folk mit wunderbarer Elektronik kombiniert, die Stücke sind auch eingängig und wunderschön. Besonders das Album beendende „Mercury“ strahlt lange nach. Zwischen diesen Kleinoden und düsteren Experimenten wie „Black Energy“ oder dem schweren „Jupiter“ findet sich aber leider vieles, dass irgendwie unvollendet wirkt.

Die Herren arbeiten mit Orchester, Bläser, grossen Arrangements und der heilenden Stimme von Sufjan Stevens – aber finden selten die richtigen Wege um alle Mittel zu verbinden. „Earth“ oder „Neptune“ wären gerne mehr, erscheinen aber wie unfertige Skizzen. Sicherlich ist „Planetarium“ vor allem als 80 Minuten langes Gesamtwerk eine schön anzuhörende und faszinierende Klangcollage, aber oft denkt man: Hier wäre einfach mehr drin gewesen. Somit ist die Scheibe zwar kein Reinfall, aber leider auch nicht der erhoffte Überflieger. Vielleicht war der Griff nach den Sternen doch etwas zu gewagt.

Anspieltipps:
Jupiter, Black Energy, Saturn

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

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