Anathema – The Optimist (2017)

Anathema – The Optimist
Label: Snapper, 2017
Format: Download
Links: Facebook, Band
Genre: Art-Rock

Dass sich die romantischen und elegischen Künstler von Anathema nun den Optimisten gleich auf das Albumcover schreiben, das sollte soweit niemanden überraschen. Denn die Band aus England wandelte ihre Musik vom Doom Metal über die Jahre immer mehr Richtung melodienfreudigen Post-Rock mit progressiven Anleihen. Das Böse verschwand aus der Musik, die epische Weite und Sehnsucht erhielten immer mehr Platz. Und obwohl auch mit dem elften Studioalbum die Songs wieder melancholisch und schwer klingen, ist der eigentliche Inhalt nie traurig oder hoffnungslos. Viel eher steigen einem erneut bei Momenten wie „Endless Ways“ oder „Ghosts“ die Tränen der Schönheit in die Augen.

Wer bei „We’re Here Because We’re Here“ oder „Distant Satellites“ schon fast im Sumpf der Keyboard-Flächen und mehrstimmigen Gesängen versank, dem machen es Anathema auch dieses Jahr nicht einfacher. Weiterhin bauen die Musikerinnen und Musiker auf spiralförmige Aufbauten mit Gitarren, Klavier und Streichern – um Lieder wie „Leaving It Behind“ in einem Meer aus Schönklang enden zu lassen. Dabei entstehen immer wieder wahre Gänsehautpassagen, und einzelne Akkorde graben sich tief in das Herz. Kaum eine andere Gruppe im Bereich des Art-Rock klingt momentan so satt, eigenständig und doch wunderschön.

„The Optimist“ zeigt die Band dabei nicht von einer komplett neuen Seite – vielmehr haben es Anathema wieder einmal geschafft, all ihre Stärken perfekt zu bündeln. Kein Lied wirkt überflüssig, keines wagt unnötige Experimente (auch der Jazz-Teil von „Close Your Eyes“ gelingt). Die elektronischen Effekte untermalen gewisse Stellen wie „San Francisco“ packend, Samples und Stimmen erweitern das Albumbild – doch die grössten Gewinne sind die klassischen Art-Rock-Momente. Und dank einem hübschen Kniff verbindet die Platte das Ende von „A Fine Day to Exit“ mit der ungewissen Zukunft – welche hier in besten Klängen aufgezeichnet wird.

Anspieltipps
Leaving It Behind, Ghosts, Back To The Start

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

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