Siavash Amini – TAR (2017)

Siavash Amini – TAR
Label: Hallow Ground, 2017
Format: Download
Links: Facebook, Soundcloud
Genre: Ambient

Die Geige leidet tausend Qualen, der Bass zerbröckelt in Einzelstücke und die Synthies schneiden mit den Gitarren alles in Fetzen – entspannend ist die Musik auf „TAR“ nicht immer. Wer das bisherige Schaffen des iranischen Künstlers Siavash Amini betrachtet, der findet in diesen vier Kompositionen aber viel Zugänglichkeit und Spiel mit der Melodie. Eingerahmt in zwei lange Tracks, gibt es hier Ambient-Drone mit geistiger Tiefe.

Denn Stücke wie „A Dream’s Frozen Reflection“ basieren auf Verhaltensstudien des Menschen und seinen Gefühlen wie Angst und Hoffnung – und daraus resultierenden Kollektivgedanken. Natürlich passiert die Übertragung dieser Studien ohne Gesang auf die Musik, und Siavash Amini lässt modulierte Synthiespuren auf kratzende Saiten treffen. „TAR“ pendelt somit zwischen entspannenden Passagen und verstörenden Ausbrüchen. Selten ist die Musik wirklich fassbar, oft wirkt sie sogar extrem fremd.

Manchmal hat man beim Genuss das Gefühl, kahle und kühle Gänge eines ausserirdischen Gebäudekomplexes zu durchstreifen – in der Ferne erklingen seltsame Maschinen. Dank bekannten Instrumenten, welche manchmal sogar unverfremdet erklingen, bietet Siavash Amini aber auf seinem vierten Werk auch immer gleich einen Halt. Den Sturz in die unendliche Tiefe erlebt man hier somit nicht, vielmehr eine Reise in unerforschte Hirnregionen und Gebiete, die aus Emotionen gebaut sind.

Anspieltipps:
A Dream`s Frozen Reflection, Face On The Sand

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

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