Aubrey Powell – Vinyl. Album. Cover. Art. (2017)

Aubrey Powell – Vinyl. Album. Cover. Art.
Verlag: Thames & Hudson, 2017
Autor: Aubrey Powell
Seiten: 320, Hardcover
ISBN: 978-0500519325
Link: Goodreads

Es gab wohl selten ein Designstudio, das sich innerhalb kürzester Zeit einen solch grossen Namen gemacht hat wie Hipgnosis aus England zwischen 1967 und 1984. Kaum eine bekannte Rockband aus dieser Zeit kann nicht mindestens ein Album- oder Single-Cover dieser Schmiede vorweisen – gewisse verdanken den grafischen Künstlern sogar einen Grossteil ihres Vermächtnisses. So wären die Platten von 10cc, Wishbone Ash oder natürlich Pink Floyd wohl nie so auffällig gewesen, wie sie es auch heute immer noch sind. Und mit „Vinyl. Album. Cover. Art.“ erhält man nun endlich die Gelegenheit, das komplette Schaffen von Hignosis in einem Band zu betrachten.

Zusammengestellt und kommentiert von Aubrey Powell, dem einzig überlebenden Gründer des Studios, darf man hier tief in das Schaffen der Meister eintauchen und auf 480 Abbildungen alle Kunstprojekte bestaunen. In schlichtem, aber funktionalem Layout werden nicht nur die Cover aufgelistet, sondern auch aufgeklappte Bilder von Gatefolds, Label der Schallplatten oder Inlays gezeigt. Neugierig und voller Heisshunger auf kunstvolle Gestaltung blättert man von einer Ikone zur anderen – man denke nur an das Prisma von „Dark Side Of The Moon“ oder das geschmolzene Gesicht von Peter Gabriel.

Dieser Musiker hat dem wunderbaren Bildband auch gleich ein Vorwort beigesteuert, verdankt er den Herren Powell, Storm Thorgerson und Peter Christopherson nicht nur einen visuellen Leitfaden in seinem Soloschaffen, sondern auch einen Gegenpol zur progressiven Musik. Denn Vorreiter in der Bildbearbeitung und der Komposition war Hipgnosis immer. Toll, dass man bei „Vinyl. Album. Cover. Art.“ auch noch einen Making-Of-Text und einen kurzen geschichtlichen Überblick erhält. Man blickt also nicht nur erneut auf die Äusserlichkeiten von Led Zeppelin, T. Rex oder Genesis, sondern taucht hinter die Schichten aus Fotografie und Malerei.

Das Buch ist somit nicht nur ein Muss für Sammler von Vinyl, sondern auch eine perfekte Ergänzung des Sachbuchregals und Kulturhistoriker. Und auch wenn das Studio Hipgnosis so heute nicht mehr existiert, ihre Erzeugnisse werden für alle Ewigkeit auf dem Olymp des guten Musik-Designs stehen. Und dank „Vinyl. Album. Cover. Art.“ auch endlich chronologisch und komplett.

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

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