Peak City – Endlich wieder Stress (2017)

Peak City – Endlich wieder Stress
Label: Filter Music Group, 2017
Format: Download
Links: Facebook
Genre: Metalcore, Electro

Als man sich damals umschaute und dachte, ok der Rock benötigt etwas frischen Pepp, da waren ein paar gute Beats und nette Raps genügend um mit Crossover eine komplette Generation zu bewegen. Was haben wir damals die Köpfe und Hände in die Luft geworfen um intensive Emotionen los zu werden. Aber heute im Jahre 2017 reicht dies nicht mehr aus, viel mehr will man stärker geschockt werden. Bühne frei für Peak City, einer Kombo aus Berlin – der Stadt, in der schon immer Gegensätze beste Freunde wurden. Und Crossover erhält eine neue Bedeutung.

Denn was auf der EP „Endlich wieder Stress“ plötzlich voller Selbstbewusstsein und Lautstärke auftritt, ist eigentlich nur die Vermengung von Hardcore und elektronischer Spielarten, die unter den verfälschlichten Bezeichnung Dubstep gross wurden. Peak City verlassen sich nämlich nicht nur auf Angriffe, Breaks und Geschrei, sondern blasen ihre Stücke mit extremen Beat-Muster und zerstückelten Synthies auf. Dabei findet man immer wieder ein gewisser, ironischer Unterton – „Plastik“ oder „Kaputt“ laden nämlich zum toben und lachen ein. Sicherlich, Metalcore will immer ernst und brutal sein – doch hier eskaliert die Musik zu etwas anderem.

„Endlich wieder Stress“ ist zwar noch nicht die Erlösung, dafür zerfällt die kurze Scheibe gegen Ende etwas in die zu schalen Ideen – aber der Grundsatz lädt deine Faust so stark auf, dass sie stärker leuchtet als bei Iron Fist. Dank den deutschen und gelungen ausformulierten Texten wird man nicht nur zum Wirbelsturm, sondern direkt in das Auge eingesogen. Die Gitarren schneiden sich in die Lyrics, die Keyboards fressen den Bass auf. „Schachmatt“ werden hier nur die Spiesser gesetzt, alle anderen streifen ab sofort energiegeladen durch die Strassen der Grossstadt. Da verliert man zwar immer wieder mal den Fokus, aber dies stört schlussendlich ja auch niemand.

Anspieltipps:
Plastik, Kaputt, Schachtmatt

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s