Live: Harvey Rushmore & The Octopus, Spycher Münsingen, 17-05-25

Harvey Rushmore & The Octopus
Konzert bei „Live On Stage
Mittwoch 25. Mai 2017
Spycher, Münsingen

Es fügt sich wunderbar zusammen, was schon immer miteinander ging – die handgemachte Musik von lokalen Bands und die bildenden Künstler, welche sich mit den Fotoapparaten zwischen Publikum und Musikern bewegen. So war es natürlich mehr als logisch, dass die Psychedelic Rocker Harvey Rushmore & The Octopus am ersten Tag der Ausstellung „Live On Stage“ von Alain Schenk den Abend vergoldeten. Nicht nur weil von der Gruppe selber ein Bild an der Wand neben der Bühne hing, sondern weil man sich in der lokalen Kultur gegenseitig unterstützt.

Und die klangliche Basis von ihren neuen Songs wie „The Night“ oder „Octopus Ride“ bietet mehr als genügend Nährboden für wilde Reisen durch Geist und Körper. In dem wunderbar überschaubaren Kellerraum des Spychers in Münsingen fanden sich somit Freunde, Neugierige und Gniesser ein, um die warme Nacht mit verzerrten und trippigen Klängen willkommen zu heissen. Die vier Herren von Harvey Rushmore & The Octopus umgarnten die Besucher mit neuster Ware und älteren Hits und liessen nicht nur Flüge ins All zu, sondern auch Zeitreisen in die Surf-Phasen der Siebziger.

Ob es nur am Wetter lag oder auch an der Musik, oft hatte ich das Gefühl mit Songs wie „Darkside“ nicht nur durch kunterbunte Farbmuster zu tauchen, sondern mich mit rumpelnden Basslinien und aufregenden Songsteigerungen durch Dörfer im Wilden Westen zu bewegen. Die Gitarrenmelodien luden mit ihren effektvollen Verzerrungen aber auch zu den weitesten Gedankengängen ein und die Band liess alle Glieder zappeln.

Somit war es auch nicht weiter verwunderlich, dass die Musik plötzlich noch mehr Sinn ergab als ab Platte. Diese freche und mitreissende Mischung aus Trash-Rock, Garage-Gepolter und psychedelischen Wiederholungen fährt live schneller ein als der neuste Treibwagen der SBB. Fehlte nur noch, dass die besungenen Tiere und Figuren auch plötzlich die Treppe runter gekommen wären.

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s