Live: British Sea Power, Werk 21 Zürich, 17-05-23

British Sea Power
Support: Pictish Trail
Dienstag 23. Mai 2017
Werk 21, Zürich

Lasst die Tänzer das Fest übernehmen – und kaum war dieser Ausspruch ein paar Mal proklamiert worden, musste man sich den kleinen Konzertraum des Werk21 plötzlich mit riesigen, tanzenden Bären teilen. Willkommen im Zauberwald der Englischen Rockmusik, willkommen auf der aktuellen Tour von British Sea Power. Nebst der waldlich dekorierten Bühne, inklusive skeptisch dreinschauender Eule, gab es an diesem Auftritt in Zürich auch Rock-Songs zwischen Romantik und Gesellschaftskritik.

Um ihr neustes Album vorzustellen, begab sich die Gruppe aus Brighton wieder auf die Reise und spielte beim hiesigen Stopp ein Set, das sich schwer auf „Let the Dancers Inherit the Party“ stützte. Gleich neun Songs gab es von diesem roten Album zu hören, was nicht immer gleich gut klappte. Denn obwohl Stücke wie „Bad Bohemian“ oder natürlich das grossartig fröhliche und besonders im deutschsprachigen Raum perfekt funktionierende „Keep On Trying (Sechs Freunde)“ angenehm dahinflossen und die Leute auch zum Tanzen brachten, fehlte während des Konzertes manchmal etwas die Energie.

British Sea Power sind immer dann am besten, wenn sie ihre interessante  und irgendwie nicht fassbare Mischung aus Indie, Post-Punk und alternativem Rock ausufern lassen. „No Lucifer“ oder „Remember Me“ brachten da schon mehr Schmiss in die Party und die Gitarren durften sich auch mal frech auftürmen, um zuoberst auf dem Klanggipfel mit Bass und Geige zu ringen. Aber es ist natürlich auch schwierig, ein Set zusammenzustellen, das die gesamte Zeit seit 2000 glücklich zusammenfasst. Und bei British Sea Power ging es schon immer mehr um das Gefühl.

Die Emotionen stimmten an diesem Dienstagabend auf jeden Fall, war der Auftritt doch herrlich entspannt und voller Glücksmomente. Da fiel es manchmal gar nicht auf, dass einem die Band geradezu frech noch etwas Gesellschaftskritik vor den Latz knallte. Und auch bei Pictish Trail gab es viele heitere Gesichter zu sehen, wussten der schottische Musiker Johnny Lynch und seine Begleitung doch mit wenigen elektronischen Folksongs die Besucher aufzumuntern. Und wer schaffte es schliesslich zuletzt, an einem Abend thematisch von Superman II über Fargo zum Eurovision Song Contest zu gelangen?

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

 

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