Last Leaf Down – Bright Wide Colder (2017)

Last Leaf Down – Bright Wide Colder
Label: LifeForce, 2017
Format: Download
Links: Discogs, Band
Genre: Shoegaze, Alternative Rock

Je nach Jahreszeit sieht es in der Schweiz ziemlich trist und unfreundlich aus – aber zugleich auch verwunschen und geheimnisvoll. Das Cover von „Bright Wide Colder“ zeigt dies wunderbar auf und passt die Erwartungen des Hörers gleich perfekt an die Musik an. Last Leaf Down haben auf ihr zweites Album nämlich 13 Lieder voller sehnsüchtiger Gitarren, emotionalem Gesang und effektbeladener Nachdenklichkeit gepackt. Da ist es auch nur richtig, dass ihre Musik dem Shoegaze zuzuordnen ist – einem Genre, bei dem die Künstler oft die Köpfe senken und den Boden betrachten. Einen Grund zum Verstecken gibt es auf dieser Scheibe aber nicht.

2003 schlossen sich die Herren von Last Leaf Down zu einer Band zusammen und verbrachten viele Stunden im Proberaum – erst 2014 erschien mit „Fake Lights“ ein erstes Album. Schon damals war die Richtung klar, atmosphärischer Post-Rock umgibt sich mit träumerischen Melodien und passendem Gesang. Und auch auf „Bright Wide Colder“ macht die Gruppe nicht viel anders, wenn auch noch etwas kompakter und erstarkter. Lieder wie „Deaf Heart“ leben vom Auftürmen der Klangschichten, von den melancholischen Stimmungen und besonders den Gitarrenwänden. Bis zu dritt werden hier nämlich die Saiten bearbeitet und oft wären die Songs auch ohne gesungene Texte sehr interessant.

Was oft etwas an Gruppen wie Katatonia oder Anathema erinnert, wird hier in gesunden Portionen serviert. Stücke wie „Not The Same“ wissen ihre Botschaft in knappen vier Minuten zu erzählen, das Album erstickt nie an einer Klangmasse. Last Leaf Down haben sich somit nicht nur aus Beinwil emanzipiert, sondern ihre Musik mit Einflüssen aus New Wave und Ambient reizvoll gemacht. Sicherlich gibt es noch einige kleine Mängel wie etwa den Gesang, der leider manchmal etwas aneckt – doch mit diesem zweiten Werk werden Last Leaf Down bestimmt viele neue Fans gewinnen.

Anspieltipps:
Purple Skies, Deaf Heart, Not The Same

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

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