Live: Pain Of Salvation, Z7 Pratteln, 17-04-05

Pain Of Salvation
Support: Port Noir
Mittwoch 05. April 2017
Z7, Pratteln

Man hörte und sah es nicht nur, man spürte es auch – Daniel Gildenlöw ist sehr glücklich darüber, endlich wieder mit Pain Of Salvation auf Tour zu sein. Mit ihrem neusten Werk “In The Passing Light Of Day” kehrte die Legende des nordischen Progressive Metal nämlich nicht nur zu ihren musikalischen Anfängen zurück, für den Frontmann war es auch das Aufatmen und Weitermachen nach langer Krankheit. Mit seinem gestählten Körper, dem charismatischen Auftreten und wildem Gitarrenspiel unterstrich er diese neugewonnene Form – und beflügelte somit seine gesamte Band.

Denn Pain Of Salvation zeigten sich im Z7 in Pratteln nicht nur perfekt eingespielt, sondern bereit, nebst neusten Glanzmomenten wie „Reasons“ oder dem Epos „In The Passing Light Of Day“ – hier als krachende Zugabe – auch in der Vergangenheit zu graben. Mit „Linoleum“ ging es auf die salzige Strasse zurück, „Remedy Lane“ wurde gleich mit einem Dreierblock gewürdigt. Passend zu den Feierlichkeiten wurde die Scheibe doch vor Kurzem neu auf den Markt gebracht. Schön aber, dass sich diese Zeitebenen am Mittwochabend perfekt zusammenfügten. Die Band setzte auf ihre harte Schönheit und liess selten viel Zeit zwischen den Brocken verstreichen.

Ausser Daniel setzte zu einer längeren Ansprache an, welche meist in einem Witz oder einer Mitmach-Aktion für die Zuschauer endete. Zusammen schreien, Schweden und die Schweiz vergleichen oder einfach nur etwas plaudern – Pain Of Salvation gaben sich nahe und ergänzten ihre komplexen Lieder somit durch Herzwärme. Was natürlich auch während der Vorstellung zu spüren war, setzt die Gruppe doch sehr gerne harmonische Gesänge und eingängige Melodien ein. „Ashes“ liess somit nicht wenige die Augen schliessen und aufseufzen – besonders im Verbund mit der grossartigen Lichtshow. Extrem durchkomponiert aber auch effektreich – das Geschehen auf der Bühne wurde in fantastische Szenenbilder eingerahmt.

Port Noir buken als Support natürlich etwas kleinere Brötchen, zeigten aber, dass man auch in Schweden den modernen Prog-Metal einverleibt hat. Als Trio stellte sich die Band breitbeinig und druckvoll vor die Besucher und zögerte auch nicht vor technischen Kapriolen. Dank unterstützenden Synth- und Bass-Spuren war der Klang extrem voluminös und schnell wickelte die Gruppe alle Anwesenden um den Finger. Nur schade, dass der Gesang manchmal etwas zu gleichförmig erschien. Aber nicht jede Truppe kann es mit der Virtuosität von Pain Of Salvation aufnehmen, besonders wenn die Herren so kompakt daherkommen. Gegenseitig haben sich die beiden Bands aber perfekt ergänzt.

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

 

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