The Universe By Ear – The Universe By Ear (2017)

The Universe By Ear – The Universe By Ear
Label: Czar Of Crickets, 2017
Format: CD
Links: Facebook, Band
Genre: Progressive Rock

Wer den Versuch wagt, die Grundstrukturen des Universums in Musik zu verwandeln, der gerät beim Aufzeigen der Bausteine ziemlich schnell in Schwierigkeiten. Eine Variante ist es, sich dem Ganzen via Field-Recordings anzunähern, doch dies kratzt in der Ambientform oft nur an der Oberfläche. Wieso also die Forschung nicht im Stil des Progressive Rock neu starten? The Universe By Ear aus Basel wagen mit ihrem Debütalbum genau dies und lösen dabei nicht nur den Rhein in seine Moleküle auf.

Im Gegensatz zu anderen grossen Unterfangen in der Prog-Welt artet „The Universe By Ear“ aber nie in mühseligen Grössenwahn aus. Die drei Musiker, welche seit 2016 zusammen Welten erschaffen, setzen vielmehr auf filigrane Strukturen, eine reduzierte Präsentation und gerne auch Lo-Fi-ähnliche Aufnahmen. Hier erhält jedes Instrument genügend Raum zur Entfaltung, hier benötigt es keine Kitschglasuren – viel eher werden die glorreichen Zeiten des Heavy Rock wieder aufgelebt. Der Beginn von „Seven Pounds“ könnte von verkopften Led Zeppelin stammen, anderes wiederum wäre bei King Crimson gut aufgehoben gewesen. The Universe By Ear erreichen mit leisen Klangforschungen zwischen den Riffs geniale Spannungsmomente und schreiten dann mit Folkhut weiter.

Bei diesem Debüt hat man oft das Gefühl, alle Zeitachsen krümmten sich zu einem Punkt zusammen und präsentierten hier eine neue Supergroup aus jungen Musikern von Gentle Giant, Steven Wilson und ELP. Und trotz all dieser Verweise wirken The Universe By Ear in ihrem Schaffen nie angestaubt oder bieder – viel mehr erreichen sie eine wunderbar weite Perspektive und erfassen unsere Umgebung als Gesamtheit. Es wird sogar hymnisch wie in „Dead End Town“, verfrickelt wie im Dreiteiler „Ocean / Clouds / Prism“ – und bleibt immer grossartig. Wer hätte gedacht, dass eines der kernigsten und besten Prog-Alben 2017 aus Basel stammen würde?

Anspieltipps:
Seven Pounds, Dead End Town, Ocean / Clouds / Prism

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s