Live: BirdPen, Bogen F Zürich, 17-03-21

BirdPen
Support: Autisti
Dienstag 21. März 2017
Bogen F, Zürich Hardbrücke

Eines ist sicher, wenn man BirdPen live erleben will: Die Musiker sieht man nicht, oder zumindest nur spärlich. Das liegt aber nicht daran, dass sich die Gruppe um Andrew Bird und Dave Pen (Archive) hinter Masken oder Vorhängen versteckt, sondern dass sie ihre Auftritte von viel Trockennebel und Lichtgewitter begleiten lässt. Somit war auch ihre Rückkehr in den Bogen F nach Zürich Hardbrücke wieder ein fulminantes Spektakel an Klangteppichen und Farbflächen. Und wie schon 2015 geriet der Auftritt zu einem Feuerwerk, welches noch lange nachhallen wird. Da vergass ich sogar, dass ihre neuste Scheibe „O’Mighty Vision“ mich eigentlich gar nicht so überzeugte.

Die Musik von BirdPen lebt live vor allem von den ausufernden Instrumentalstellen, von den Explosionen aus Gitarren, Gesang und Keyboard – begleitet von sich immer steigernden Rhythmen. Auf ein Quartett vergrössert gaben sich die Musiker diesen vereinnahmenden Liedern hin und liessen aus „Lifeline“ oder „O’Mighty Vision“ Riesen werden. Lange Stücke wie „The Solution Is the Route of All My Problems“ oder das abschliessende „Only The Names Change“ sind sowieso prädestiniert für eine Konzertwiedergabe.

Zwar setzten BirdPen den Fokus ihrer kurzen Setliste klar auf das neuste Album, doch auch die Vergangenheit kam mit Momenten wie dem fantastischen „Off“ in den Genuss des hypnotisch tanzenden Bogen F. Erstaunlich, dass diese mitreissende Liveband auch an diesem Abend das Lokal nicht komplett füllte – doch solch epische Musik in kleinerem Rahmen geniessen zu können, hat schliesslich auch seinen Reiz. Die Gruppe klingt sowieso immer nach grossem Stadion und rettet mit ihren Auftritten wohl so manche verlorene Seele.

Eher verstörend gaben sich Autisti als Support, denn das Trio um Louis Jucker und Emilie Zoé suchte keinen Schönklang oder wunderbare Klangteppiche. Mit den Liedern von ihrem kommenden Album wurde die Wahrheit in krachend lärmendem Noise-Rock gesucht – und auch gefunden. Denn wenn sich Gitarren duellieren, das Schlagzeug sich selber verprügelt und alles durch umgebaute Verstärker kreischt, dann gewinnen alle Freunde der rohen Urgewalt in der Musik. Laut, dreckig und doch immer mit verführerischen Melodien unter dem Lärm – hier braute sich etwas zusammen.

Dieser Text erschien zuerst bei Artnoir.

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